Winterberg und Harz wieder überrannt – Anzeigen wegen Corona-Verstößen | Weather.com
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Winterberg und Harz wieder überrannt – Anzeigen wegen Corona-Verstößen

01.01.2021, Nordrhein-Westfalen, Winterberg: Ausflügler ziehen ihre Schlitten einen verschneiten Hang hoch. Die Stadt Winterberg bittet wegen der Corona-Pandemie auf Besuche in dem Wintersportort und an den Pisten im Sauerland zu verzichten. Foto: Marius Becker/dpa
Rodelspaß bei Winterberg - zum Ärger der Behörden hält der Ansturm an (Foto von Neujahr)
(Marius Becker/dpa)

Erneut haben sich viele Ausflügler auf den Weg ins verschneite Sauerland gemacht - trotz wiederholter Bitten der Stadt Winterberg, auf Ski- und Rodelspaß im Lockdown zu verzichten. Der Ansturm auf den Harz ist ebenfalls groß: Die Parkplätze sind teils schon morgens dicht. Auch im Taunus ist von chaotischen Zuständen die Rede.

Straße nach Winterberg wird gesperrt

Am Samstagnachmittag sperrte die Polizei die Bundesstraße 480 als Zufahrt nach Winterberg. Polizei und Ordnungsbehörden von Winterberg schrieben zudem Anzeigen wegen zahlreicher Verstöße gegen die Coronaschutzmaßnahmen, wie eine Sprecherin der Stadt sagte. In den verschneiten Ortschaften der Region bildeten sich längere Autoschlangen und Staus, die Parkplätze füllten sich.

Verstärkte Kontrollen angekündigt

Die Polizei hatte am Morgen per Twitter angekündigt, die Stadt am Wochenende verstärkt bei der Durchsetzung der Allgemeinverfügung zur Maskenpflicht und der Coronaschutzverordnung zu unterstützen. Dafür würden auch Kräfte der Bereitschaftspolizei hinzugezogen.

Bereits vergangene Woche Run auf Winterberg

Bereits vor einer Woche hatten Besucher die Region gestürmt. Auch am Neujahrstag waren die Straßen auf dem Weg ins Skigebiet Winterberg wegen des starken Besucheraufkommens wieder verstopft.

Keine Toiletten

Dabei sind Lifte und Pisten, Restaurants und Hütten bis mindestens 10. Januar geschlossen. Die Betreiber der Wintersport-Arena und des Skiliftkarussells weisen auf ihren Internetseiten darauf hin, dass es keine Toiletten gibt sowie keine Möglichkeiten zum Aufwärmen - und auch keine Retter vor Ort sind. Dort heißt es: „Wir lieben unsere Berge. Sie bestimmt auch: Aber in diesen Zeiten müssen wir diese Liebe ruhen lassen, denn der Ansturm führt zu Stau und Massenaufläufen. Verstopfte Straßen, fehlende Parkplätze und viele potentielle Kontakte. Wer will das schon?“

Harz: Straßen und Parkplätze teils schon Samstagvormittag überfüllt

02.01.2021, Niedersachsen, Torfhaus: Fahrzeuge stehen auf Behelfsparkplätzen an der Bundesstraße 242 zwischen Braunlage und Torfhaus im Harz. Foto: Swen Pförtner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Autos parken am Straßenrand im Harz bei Torfhaus
(Swen Pförtner/dpa)

Wanderer und Rodler steuerten im Harz die Parkplätze in den teils verschneiten Orten schon am Samstagmorgen an. Schon am Vormittag twitterte die Polizei Goslar, dass die Parkplätze weitgehend ausgelastet seien und sich auf der B4 ein langer Stau bilde. Sie appellierte an Tagesauflügler, weiträumig auf andere Bereiche im Harz auszuweichen und die Rettungswege frei zu halten. Der Großraumparkplatz in Torfhaus war überfüllt, viele Autofahrer parkten am Straßenrand.

„Chaos hoch drei“

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„Wir haben hier Chaos hoch drei, es bricht alles zusammen“, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Goslar am Mittag. „Es geht so gut wie gar nichts mehr, einige Autos sind auch liegengeblieben. Es ist zu viel los.“ In Absprache mit den Straßenmeistereien wurde nachmittags die Bundesstraße 4 stundenweise am Ortsausgang Bad Harzburg in Richtung Torfhaus einseitig gesperrt.

Landesstraße wird zur Einbahnstraße

Die Landesstraße 504 von Altenau nach Torfhaus wurde zuvor bereits zur Einbahnstraße aus dem Harz heraus umfunktioniert. „Aber wenn wir nicht präsent sind, machen manche, was sie wollen. Das ist sehr unvernünftig“, sagte der Polizeisprecher. Man würde auch Anzeigen wegen Verkehrsordnungswidrigkeiten ausstellen, aber dafür reiche momentan nicht die Zeit.

Massen wollen auf den Brocken

Einen Massenandrang gab es auch auf dem beliebten, etwa neun Kilometer langen Goetheweg von Torfhaus zum Brocken. In Braunlage war ebenfalls einiges los: Die Kennzeichen der Autos deuteten auf Besucher überwiegend aus der Region hin - viele kamen demzufolge aus Hannover und dem Umland -, aber auch Berliner und Hamburger waren vertreten. In Niedersachsen gibt es keine Beschränkung für Tagestouristen.

02.01.2021, Niedersachsen, Torfhaus: Wanderer gehen über eine schneebedeckten Wanderweg am Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus im Harz in Richtung Brocken. Foto: Swen Pförtner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Eine Karawane bewegt sich Richtung Brocken
( Swen Pförtner/dpa)

Taunus: „Chaotisch wie die letzten Tagen“

Der Ansturm von Schneesuchenden am Großen Feldberg hält mitten in der Corona-Pandemie an. Rund um den höchsten Gipfel im Taunus sei es „chaotisch wie die letzten Tagen“, sagte ein Sprecher der Polizei in Königstein. Zahlreiche Ausflügler seien trotz gesperrter Gipfel-Zufahrten unterwegs, Straßen in den umliegenden Ortschaften rund um den Feldberg seien zugeparkt, teils auch die Bundesstraße 8. Die Polizei war dem Sprecher zufolge für Kontrollen vor Ort und um den Verkehr zu lenken. Die Beamten appellierten erneut, die Region für einen Winterausflug zu meiden.

Auch in der Rhön zog es am ersten Samstag des Jahres viele Menschen nach draußen und zur Wasserkuppe, Hessens höchstem Berg. „Es ist voll“, sagte ein Polizeisprecher in Fulda. Die Parkplätze seien gefüllt. Besondere Vorkommnisse seien zunächst aber nicht gemeldet worden.

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