Was tun, wenn das Grün schlapp macht? So bleibt Obst und Gemüse länger frisch | Weather.com
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Was tun, wenn das Grün schlapp macht? So bleibt Obst und Gemüse länger frisch

Closeup of a cheerful young couple picking some fruit and veggies from the fridge to make some healthy breakfast on Sunday morning. Shot from inside the working fridge.
Achtung Kälteempfindliche Sorten werden wässrig im Kühlschrank
(GettyImages)

34 Prozent aller Lebensmittel, die in Deutschland weggeworfen werden, sind nach Angaben der Welthungerhilfe Obst oder Gemüse. Oft scheitert es an der Lagerung – denn die verschiedenen Lebensmittel haben auch verschiedene Kälte- und Lichtvorlieben. Wer ein paar kleine Regeln befolgt, kann länger über frisches und knackiges Obst und Gemüse freuen.

Planvoll einkaufen ist der erste Schritt

Die wichtigste Regel beim Lagern von Obst und Gemüse lautet: Es gibt keine allgemeingültige Regel. Denn ob die Lebensmittel lieber in der Kälte, bei Raumtemperatur, bei Licht oder eher im Dunkeln gelagert werden sollen, lässt sich nicht verallgemeinern: „Es gibt Obst und Gemüse, das sehr kälteempfindlich ist und dann gibt es wieder Arten, die die Kälte des Kühlschranks sehr gut vertragen und dort auch länger frisch bleiben. Dazu zählen heimische Gemüse, die bei uns auch in kühleren Monaten Saison haben, wie Kohl und Wurzelgemüse, aber auch manche Südfrüchte, von denen man es gar nicht erwarten würde – etwa Kiwis. Zitrusfrüchte wiederum mögen es nicht kalt“, sagt die Ökotrophologin Katrin Böttner, die bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen im Ernährungsteam arbeitet.

Der erst Tipp, den Böttner daher hat: Planvoll einkaufen und kochen, damit erst gar nicht so viel gelagert werden muss. „Am besten sollte man sich vorher überlegen, wie die Woche verlaufen wird, was man essen möchte und gerne auch einen Restetag einplanen“, sagt sie. „Dabei sollte man auch überlegen, was wie lange hält und etwa das Gericht mit dem frischen Spinat zeitlich lieber den Karotten vorziehen.“

Kälteverträgliche Sorten ab in den Kühlschrank

Da es keine Faustregel gibt, welches Obst und welches Gemüse sich wo am wohlsten fühlt, hat die Verbraucherzentrale ein Lagerungs-ABC erarbeitet, bei dem für jedes pflanzliche Lebensmittel die optimalen Bedingungen beschrieben werden. „Am besten sollte man sich das einmal für die Sorten, die man am häufigsten isst, verinnerlichen und ansonsten kann man ja immer wieder nachlesen“, sagt Böttner.

Kälteverträgliches Obst und Gemüse wie Kräuter, Kohlsorten, Sellerie, Weintrauben, Äpfel, Aprikosen, Lauch, Pilze, Spargel und Salat sollten in das Gemüsefach im Kühlschrank gelegt werden. „Wichtig ist, dass dieses regelmäßig sauber gemacht wird“, sagt die Ernährungsexpertin. „Bei Bedarf sollte man die Gemüseschublade ausräumen, von Pflanzenresten und Erde befreien und mit etwas Spülmittel oder Essig reinigen, um Schimmelsporen zu vermeiden.“

Angeschnittene Lebensmittel bleiben in einer Box länger frisch

Salat oder Spargel bleibt etwas länger frisch, wenn er in ein feuchtes Tuch eingeschlagen wird. Kirschen hingegen, sollten erst kurz bevor sie gegessen werden mit Wasser gewaschen werden. Sie werden davon matschig und verderben schneller.

Bei Sorten wie Karotten, Kohlrabi oder Radieschen sollten man die grünen Blätter entfernen – sie entziehen dem Gemüse nur unnötig Wasser. „Und falls das Grün schlapp macht, heißt das nicht automatisch, dass das Gemüse nicht mehr gut ist“, sagt Böttner. Angeschnittene Lebensmittel bleiben vor allem in einer Box frisch. Avocados halten sich länger ansehnlich, wenn auf die Schnittstelle Zitronensaft geträufelt wird.

Kälteempfindliche Sorten werden wässrig

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„Kälteempfindliches Obst und Gemüse – darunter fallen etwa Tomate, Gurken oder Paprika – werden im Kühlschrank schnell wässrig oder matschig und verlieren an Geschmack“, sagt Böttner.

Wer kann, sollte diese Art von Lebensmittel am besten zwar an einem kühlen aber eben nicht kalten Ort lagern – etwa in Boxen oder Körben im Keller. Wohl im kühlen Keller fühlen sich auch Kartoffeln, denn sie mögen weder Licht noch Wärme. Wer keinen Keller hat, sollte sich laut Böttner einen möglichst kühlen Ort in der Wohnung suchen und dort Dunkelboxen aufstellen, die aber nicht luftdicht verschlossen sein sollten. Luftdichte Behälter oder Plastiktüten bewirken einen schnelleren Verderb beispielsweise von Zwiebeln oder Kartoffeln, da die Feuchtigkeit nicht entweichen kann.

Getrennte Lagerung ist wichtig

Nicht alle Obst- und Gemüsearten vertragen sich. Denn beim Nachreifen produzieren einige Lebensmittel das Reifungsgas Ethylen – manche davon mehr, manche weniger. Besonders viel Ethylen geben etwa Äpfel, Birnen, Pfirsiche und Tomaten ab und beschleunigen so auch die Reifung vieler in Nachbarschaft lagernder pflanzlicher Lebensmittel. „Das kann man sich natürlich auch zunutze machen und beispielsweise Avocados, die noch nicht ganz reif sind, neben Äpfel lagern“, sagt Böttner. „Aber meist wird der Effekt nicht gewünscht und daher sollten die Lebensmittel getrennt gelagert werden. Eine Möglichkeit wäre dafür in manchen Haushalten auch die Garage.“

Was langsam schlapp macht, einfrieren

Wer merkt, dass er das gekaufte Obst und Gemüse nicht mehr rechtzeitig verarbeiten kann, dem rät Böttner, zum Einfrieren: „Gemüse etwa kann man kurz blanchieren und dann im Eisschrank aufbewahren. Obst kann ebenfalls in den Gefrierschrank gegeben werden – nach dem Auftauen ist es dann aber nicht mehr wie vorher, kann aber für Milchshakes, Smoothies oder selbstgemachtes Eis verwendet werden.“

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