Leuchttürme starten in die touristische Sommersaison | Weather.com
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Leuchttürme starten in die touristische Sommersaison

Leuchttürme prägen die Küste, ziehen Touristen an – und bleiben für Schifffahrt und Freizeitboote unverzichtbar. Jetzt startet die Besuchersaison.

ARCHIV - 26.02.2023, Niedersachsen, Wilhelmshaven: Historisches Querfeuer am Jadebusen.  (zu dpa: «Leuchttürme starten in die touristische Sommersaison») Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Molenfeuer in Wilhelmshaven: Das vierbeinige Gerüst mit runder Laterne an der Nordmole diente als Quermarkenfeuer für den Punkt, an dem die Schiffe auf der Jade eine Kurskorrektur vornehmen mussten
( Hauke-Christian Dittrich/dpa  )

Auch im Zeitalter von GPS und Radar sind Leuchttürme für die Schifffahrt weiterhin relevant. Etwa 200 Leuchttürme und Leuchtfeuer werden in Deutschland aktiv als nautische Schifffahrtszeichen genutzt.

Unabhängig von Technik und Satelliten

Ihr Vorteil: Sie funktionieren unabhängig von Technik und Satelliten und erhöhen so die Sicherheit auf See. In der Regel werden sie bei Sonnenuntergang eingeschaltet und bei Sonnenaufgang deaktiviert – vollautomatisch und zentral gesteuert durch Verkehrszentralen. Den klassischen Leuchtturmwärter gibt es nicht mehr.

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Ein prominentes Beispiel: Der 30 Meter hohe Leuchtturm in Warnemünde, gebaut 1897/98, dient nicht nur als aktives Seezeichen, sondern ist auch ein beliebtes Touristenziel. Besonders spektakulär ist das „Turmleuchten“ zu Neujahr, wenn der Turm von Lichtshow und Feuerwerk begleitet wird.

Nordsee: Leuchttürme mit Geschichte und Erlebniswert

An der niedersächsischen Nordseeküste und im Land Bremen stehen knapp 40 Leuchttürme, von denen viele aktiv und fast alle individuell gestaltet sind. Sie erzählen von der maritimen Geschichte der Region – und sind heute mehr als nur Orientierungshilfen: Viele können besichtigt, manche sogar für Trauungen, Übernachtungen oder Picknicks genutzt werden. Ein Überblick über die schönsten Leuchttürme des Landes:

Pilsumer Leuchtturm

Er ist untrennbar mit dem Namen Otto Waalkes verbunden. Im Film "Otto – Der Außerfriesische" (1989) wohnt Otto in dem elf Meter hohen Leuchtturm mit dem Ringelsockenanstrich. Wer ihn besichtigen will, kann das nur an festen Terminen bei Führungen. Aber es gibt auch noch eine andere, besondere Möglichkeit, den Turm von innen kennenzulernen: Ehepaare können dort feierlich von April bis Oktober ihr "zweites Eheversprechen" ablegen. Auch unverheiratete Paare sind willkommen, wie die Touristik GmbH Krummhörn-Greetsiel versichert.

Campener Leuchtturm

Wegen seines Stahlfachwerks wird der Campener Leuchtturm von 1889 auch "ostfriesischer Eiffelturm" genannt. Das Pariser Pendant wurde etwa zeitgleich gebaut. Seit dem vorigen Jahr bietet die Touristik GmbH Krummhörn-Greetsiel Paaren die Gelegenheit für ein Picknick auf Deutschlands höchstem Leuchtturm. In über 64 Metern Höhe kann für zwei Stunden der Abendhimmel genossen werden. Wer Interesse hat, muss sich in Geduld üben: Für 2025 sind bereits alle Termine ausgebucht. 

Leuchtturm Norderney

Der achteckige Backsteinturm mit seinem Laternenhaus aus Glas und kupfernem Kuppeldach steht in der Inselmitte auf einer zehn Meter hohen Düne. Der 1874 vollendete Turm dient bis heute der Schifffahrt als aktives Seezeichen. Dennoch sind Besucherinnen und Besucher in den Sommermonaten willkommen. Wer den 360-Grad-Blick von der Aussichtsplattform genießen will, muss Kondition mitbringen: Es gilt, mehr als 250 Stufen zu erklimmen. 

Kleiner Preuße

Der rund zehn Meter kleine Turm an der Wurster Nordseeküste feiert in diesem Jahr einen runden Geburtstag: Er wurde 2005 als Replik des Originals errichtet, das von 1906 bis 1930 als Quermarkenfeuer am Wremer Deich stand. Der Leuchtturm kann an Wochenenden und Feiertagen besichtigt werden - bei "Schietwetter" bleibt der Turm geschlossen. Paare können sich hier auch das Ja-Wort geben. 

Memmertfeuer

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Das Leuchtfeuer stand ursprünglich auf der Vogelschutzinsel Memmert. 1986 wurde es stillgelegt, die Nachbarinsel Juist war daran interessiert - hatte sie doch keinen eigenen Leuchtturm. Seit 1992 erstrahlt nun dort das Licht im 13-Sekunden-Takt. Es darf jedoch nicht mehr auf die Nordsee gerichtet sein, um die Schifffahrt nicht zu irritieren. Von den Osterferien bis zum Ende der Herbstferien kann der Turm im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Roter Sand

Früher konnten Besucher in dem rot-weißen Leuchtturm, der nordöstlich der Insel Wangerooge steht, übernachten. Das geht schon lange nicht mehr. Der marode, 140 Jahre alte Turm soll absehbar an die Küste umziehen. Das Seefeuer wird seit 1964 nicht mehr benötigt, seit 1982 steht das Bauwerk unter Denkmalschutz. Der Bund als Eigentümer prüft, welcher neue Standort geeignet ist. Beworben haben sich Wilhelmshaven, Fedderwardersiel und die Gemeinde Wangerland.

Hamburger Leuchtturm (Cuxhaven)

Der 23 Meter hohe Hamburger Leuchtturm steht nicht in der Hansestadt, sondern in Cuxhaven. Dort wurde er zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Auftrag der Stadt Hamburg errichtet und war bis 2001 in Betrieb. Seit 2023 befindet sich im Inneren eine Ferienwohnung für zwei Gäste. Ihnen bietet sich eine gute Aussicht: Das Baudenkmal steht an der Elbmündung in unmittelbarer Nähe zum Hafen. 

Neuer Leuchtturm Borkum

Der gut 60 Meter hohe Neue Leuchtturm ist gar nicht neu: Er wurde 1879 gebaut. Das unter Denkmalschutz stehende immer noch aktive Seezeichen befindet sich auf der Westseite und ist einer von insgesamt drei Leuchttürmen auf der größten ostfriesischen Insel. Der Turm ist zwischen April und Oktober täglich zugänglich, wer möchte, kann die 308 Stufen bis zur Aussichtsplattform hinaufgehen.

Obereversand

Das Oberfeuer leitete von 1887 bis 1923 den Schiffsverkehr im Bereich der Wesermündung durch den Wurster Arm. Dann wurde das Hauptfahrwasser in den Fedderwarder Arm verlegt, das Oberfeuer verlor seine Funktion. 2003 wurde der schwarze, vierseitige Turm nach Dorum-Neufeld verlegt und am Ende einer neuen Seebrücke aufgestellt. Er ist über einen seitlichen Treppenturm erreichbar. In der historischen Küche der Leuchtfeuerwärter können sich Paare ganzjährig das Ja-Wort geben.

Molenfeuer in Wilhelmshaven

Das vierbeinige Gerüst mit runder Laterne an der Nordmole diente als Quermarkenfeuer für den Punkt, an dem die Schiffe auf der Jade eine Kurskorrektur vornehmen mussten. Vom Molenfeuer ist der Jadebusen und die Öffnung zur Nordsee zu sehen - und bei guter Sicht nach Angaben der Wilhelmshaven-Touristik auch der Tiefwasserhafen JadeWeserPort.

Alter Leuchtturm auf Wangerooge

Der Leuchtturm, der seit 1969 nicht mehr in Betrieb ist, wird von der Insel touristisch genutzt. Nach einer umfassenden Sanierung können sich Paare dort wieder trauen lassen. Die Insel hatte im vorigen Jahr auch einen neuen Leuchtturmwärter gesucht und mit der Stellenanzeige bundesweit enormes Interesse geweckt. Mit dem Antritt des neuen Wärters im Sommer 2024 wurden zunächst das Inselmuseum im Turm und später die Aussichtsplattform wiedereröffnet.

Molenfeuer in der Bremer Überseestadt

Der Molenturm führt Schiffe von der Weser ins Bremer Hafengebiet. Im Jahr 2000 wurde er unter Denkmalschutz gestellt, erreichbar ist er für Spaziergänger oder Radfahrer über eine Promenade in der Bremer Überseestadt. Das Bauwerk wird auch Mäuseturm genannt. Angeblich gaben Hafenarbeiter dem Turm den Spitznamen, weil darin Mäuse herumflitzten. Vielleicht heißt er aber auch so, weil er mit zwölf Metern Höhe relativ klein ist.

Pingelturm

Der 15 Meter hohe Pingelturm an der Kaiserschleuse am Bremerhavener Weserdeich hat eine an der Fassade angebrachte Nebelglocke. Wenn es das Wetter erfordert, schlägt sie viermal schnell aufeinander. Daher hat der Turm auch seinen Namen: Pingeln ist Plattdeutsch und heißt klingeln oder läuten. Offiziell heißt der 125 Jahre alte Turm "Kaiserschleuse Ostfeuer".

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