Taifun-Schreckensbilanz: Zahl der Toten auf den Philippinen steigt auf 53 | Weather.com
Advertisement
Advertisement

Taifun-Schreckensbilanz: Zahl der Toten auf den Philippinen steigt auf 53

Die Zahl der Toten durch Taifun Vamco auf den Philippinen ist auf mindestens 53 gestiegen. Weitere 22 würden nach Überflutungen und Erdrutschen noch vermisst, teilten die Behörden am Samstag mit.

Play

Der Tropensturm hatte am Mittwoch und Donnerstag zu den schwersten Überschwemmungen rund um die Hauptstadt Manila seit Jahren geführt. Mehr als eine Million Menschen auf der Hauptinsel Luzon waren ohne Strom, 400 000 mussten ihre Häuser verlassen.

Fünfter Tropensturm innerhalb eines Monats

Mittlerweile ist der Taifun abgeschwächt und hat die Philippinen verlassen - und zieht weiter in Richtung Vietnam. Vamco war der 21. Tropensturm, der den Inselstaat in diesem Jahr getroffen hat und der fünfte innerhalb eines Monats. Viele Menschen hatten noch mit den Folgen der vorangegangenen Stürme zu kämpfen, als der neue Taifun über das Land fegte.

Vamco war am Donnerstag mit wolkenbruchartigen Regenfällen und Orkangeschwindigkeiten von bis zu 215 Stundenkilometern über die zentrale Region der Hauptinsel Luzon gefegt. Zehntausende Häuser in Manila seien überschwemmt worden.

Bleiben Sie immer übers aktuelle Wetter informiert - laden Sie sich hier die TWC-App herunter!

Behörden und Hilfsorganisationen leisten Notfallhilfe. Am dringendsten würden Trinkwasser, Lebensmittel, Zelte und Hygieneartikel benötigt, so Labiao.

So entstehen die verheerenden Stürme

Tropische Wirbelstürme entstehen, wenn warme Luftmassen über dem Meer aufsteigen und ein Tiefdruckgebiet bilden. Durch die Drehung der Erde in Rotation versetzt, entwickeln sich die für Mensch und Natur verheerenden Stürme, die im Atlantik und in der Karibik als Hurrikan bekannt sind, im Indischen Ozean als Zyklone und in Südostasien als Taifune.

Geografische Lage macht Philippinen anfällig

Advertisement

Wegen ihrer geografischen Lage im Südpazifik sind die Philippinen das Einfalltor für Wirbelstürme, die sich weit draußen über dem Meer zusammenbrauen und über die Philippinen zum asiatischen Festland ziehen. Wie verheerend Taifune sein können, zeigten auf den Philippinen im November 2013 die 6.000 Toten durch Taifun Haiyan.

Klimawandel verstärkt Wucht der Stürme

Die Wucht der tropischen Stürme hat sich in den letzten Jahren laut Experten durch den Klimawandel verstärkt. Die Philippinen gelten weltweit als besonders anfällig für die Auswirkungen wie Anstieg des Meeresspiegels, Zunahme extremer Wetterereignisse und steigende Temperaturen.

HANDOUT - 13.11.2020, Philippinen, Cagayan: Dieses von der philippinischen K¸stenwache zur Verf¸gung gestellte Foto zeigt Bewohner, die w‰hrend einer Rettungsaktionen durch eine ¸berflutete Strafle waten. Der Taifun ´Vamcoª hat auf den Philippinen schwere Verw¸stungen angerichtet und zahlreiche Menschen auf die D‰cher ihrer ¸berfluteten H‰user getrieben. Foto: Uncredited/Philippine Coast Guard/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollst‰ndiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
Retter der philippinischen Küstenwache evakuieren Bewohner eines Hauses in Cagayan.
(Uncredited/Philippine Coast Guard/AP/dpa )

Schlammlawinen gehen von Vulkanhängen ab

Dann sind da noch die vielen Vulkane, liegt doch die Inselrepublik im Vulkangürtel des Pazifik. Ausgelöst durch Taifun Rolly, wurden 300 Häuser von Schlammlawinen vom Vulkan Mayon begraben. Ähnliches befürchtet die Vulkanbehörde nun auch: Durch den jüngsten Taifun könnten sich Schlammmassen von den Hängen der Vulkane Taal, Pinatubo und Mayon lösen.

Stürme lassen Erdbebengefahr steigen

Taifune können zudem Erdbeben verursachen. Durch intensive Erosion etwa durch Erdrutsche würden enorme Lasten bewegt, die die Erdbebenaktivität einer Region vorübergehend deutlich ändern könnten, hieß es in einer im Juli veröffentlichten Studie des Geo-Forschungs-Zentrums (GFZ) in Potsdam. Dadurch veränderten sich "die Spannungen im oberen Teil der Erdkruste so stark, dass es zu mehr Erdbeben in geologischen Verwerfungen kommt", so Forscher.

Evakuierungen und Superspreaderereignisse

Wirbelstürme kosten viele Menschenleben und fügen der Landwirtschaft der Philippinen enorme Schäden zu. Zugleich setzt das Coronavirus den Philippinen am stärksten aller südostasiatischen Länder zu. Die Angst ist zudem groß, dass die Evakuierung Zehntausender Menschen in den Taifungebieten zu Superspreaderereignissen werden könnten.

Passend zum Thema:

Land unter in Manila: Taifun Vamco wütet auf den Philippinen

Advertisement