Schneechaos in Spanien: 4 Tote und Temperaturrekord von -38,5 Grad | Weather.com
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Schneechaos in Spanien: 4 Tote und Temperaturrekord von -38,5 Grad

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+++aktualisiert am 10.01.21 um 11 Uhr+++

Spanien erlebt schlimmstes Winterchaos seit 50 Jahren

Sturmtief "Filomena" forderte vier Menschenleben und legte vor allem Madrid mit historisch heftigem Schneefall lahm. Auf den Ringautobahnen und Landstraßen der Hauptstadtregion hielt der bis zu 60 Zentimeter hohe Schnee mehr als 1500 Menschen in Autos, Bussen und Lastwagen fest.

Mehr als 24 Stunden im Auto gefangen - bei Minusgraden

Bei Temperaturen von bis zu fünf Grad minus wurden einige Menschen erst am späten Samstagabend nach mehr als 24 Stunden befreit - wie etwa die 58-jährige Giovanna Alfaro. "Ich hatte zum Glück genug Benzin und konnte immer wieder die Heizung meines Wagens anmachen. Bei einigen war der Tank bald leer", erzählte sie der Zeitung "El País".

Sie habe gesehen, wie vor ihr ein Mann mit Unterkühlung und eine Familie mit vielen Kindern in Sicherheit gebracht worden seien. Andere Betroffene berichteten "El País" von einer "dramatischen Nacht" - sie hätten weder Wasser noch Decken oder Lebensmittel bekommen.

"Nie dagewesenen Notlage"

"Der Jahrhundertschnee legt Madrid lahm", titelte die Zeitung "ABC". Verkehrsminister José Luis Ábalos sprach von einer "nie dagewesenen Notlage", sein Innenressort-Kollege Fernando Grande-Marlaska vom "schlimmsten Unwetter seit 50 Jahren".

Vier Menschen sterben

Spanien trauerte am Sonntag um die Todesopfer: In Zarzalejo im Nordwesten der Region Madrid wurde ein 54-Jähriger tot geborgen, dessen Auto Schneemassen begraben hatten. Ein Obdachloser erfror in einem Park von Madrid. In Fuengirola in der südlichen Provinz Málaga starben ein Mann und eine Frau, als ihr Fahrzeug bei Überschwemmungen von Wassermassen mitgerissen wurde.

In Madrid fielen 30 Stunden lang dicke weiße Flocken vom Himmel, die Hauptstadt wurde ganz in Weiß getaucht. Der starke Schneefall hörte zwar am Samstagabend auf, eine Entwarnung gab es aber noch nicht. Grande-Marlaska rief die Spanier dazu auf, nach Möglichkeit auch am Sonntag zu Hause zu bleiben.

Rekordverdächtige Kälte von - 13 bis 14 Grad in Madrid

Mit gutem Grund: Vor allem im besonders betroffenen Madrid knickten am Wochenende unter der Last des Schnees immer wieder große Bäume um. Die Behörden warnten, wegen der in den nächsten Tagen weiter sinkenden Temperaturen könnten sich auf Dächern liegende Schneemassen in schwere, gefährliche Eisblöcke verwandeln. In Madrid wurde für die Nacht auf Dienstag eine rekordverdächtige Kälte von minus 13 bis 14 Grad erwartet.

Mann mit Huskys wird zum Internet-Hit

Tausende "Madrileños" gingen dennoch in der Stadt und den umliegenden Gemeinden der Hauptstadtregion auf die nahezu autoleeren Straßen, um sich Schneeballschlachten zu liefern oder staunend spazieren zu gehen. Die Menschen waren auf der bis zu 60 Zentimeter dicken Schneedecke teils auf Langlaufskiern und Schlitten unterwegs. Ein Mann ließ sich von fünf Huskys ziehen und wurde zum Internet-Hit.

Corona-Impfkampagne durch unpassierbare Straßen behindert

Viele andere litten aber in Madrid unter dem Chaos. Der Flughafen und die S-Bahn stellten den Betrieb zunächst bis Sonntagmittag komplett ein. Die Eisenbahngesellschaft Renfe strich viele Verbindungen. In zahlreichen Häusern und Wohnungen gefror das Wasser in den Leitungen, Strom und Heizung fielen aus. Die ohnehin nur schleppend gestartete Corona-Impfkampagne wurde zusätzlich behindert.

Nicht nur Madrid wurde von "Filomena" ins Chaos gestürzt. Auch die Nachbarregion Kastilien-La Mancha war vom Schneesturm schwer betroffen. In Regionen ohne Schnee brachte das Tief im Zusammenspiel mit anderen Wetterphänomenen Unwetter, starke Windböen, Dauerregen und hohe Wellen. Im ganzen Land wurden am Samstag rund 400 Autobahnen, Land- und andere Straßen gesperrt. Fußballspiele wurden abgesagt. Am Sonntag besserte sich die Lage. Aber noch in vier der insgesamt 50 Provinzen galt höchste Alarmstufe.

Minustemperaturrekord in Spanien geknackt

"Filomena" sorgte auch für einen Rekord: In Vega de Liordes in der Provinz León - rund 400 Kilometer nördlich von Madrid - wurde schon am Donnerstag mit minus 35,8 Grad laut Meteorologen die tiefste Temperatur verzeichnet, die jemals in Spanien gemessen wurde.

Baby Clara wird auf Autobahn geboren

Doch es gab auch ein tröstliches Ereignis: Die kleine Clara kam im dichten Schneetreiben auf einer Madrider Autobahn zur Welt. Eine "wundersame Geburt", jubelte ein TV-Reporter. Die Mutter (34) und ihr Mann hatten sich in der Nacht zum Samstag verzweifelt ins Auto gesetzt, um ins Krankenhaus zu fahren, weil der bestellte Krankenwagen auch nach mehreren Stunden nicht kam. Der spanische Notfalldienst brachte das glückliche Trio sicher ins Krankenhaus.

+++aktualisiert am 09.01.21 um 16 Uhr+++

Drei Tote durch Schneemassen und Überschwemmungen

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 Das Sturmtief "Filomena" hat in Spanien mindestens drei Menschenleben gefordert - und die Hauptstadt Madrid mit historisch intensivem Schneefall lahmgelegt. "Wir haben noch schwere Stunden vor uns", sagte Innenminister Fernando Grande-Marlaska am Samstag bei einer Bilanz. Er rief die Spanier dazu auf, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben. 

Allein in der besonders schwer betroffenen Region Madrid seien seit Freitagabend fast 1500 Menschen gerettet worden, die vom Schnee in ihren Fahrzeugen festgesetzt worden seien. Nach Medienberichten warteten am frühen Samstagnachmittag bei gefühlten minus fünf Grad vor allem auf den Ringautobahnen der Hauptstadt noch Dutzende Menschen auf Hilfe, die die Nacht im Auto verbringen mussten.

Nach Angaben der Behörden wurde in Zarzalejo im Nordwesten der Region Madrid ein 54-Jähriger tot geborgen, der mutmaßlich in der Nacht von Schneemassen begraben worden war. Ein Mann und eine Frau starben in Fuengirola in der Provinz Málaga im Süden Spaniens, als ihr Fahrzeug in der Nacht bei Überschwemmungen von Wassermassen mitgerissen wurde.

Höchste Alarmstufe für Madrid - Verkehr eingestellt

"Filomena" tobt seit Donnerstag und mindestens noch bis Sonntagabend vor allem in Madrid, im Zentrum und im Osten des Landes. Im Zusammenspiel mit anderen Wetterphänomenen verursachte das Sturmtief heftige Schnee- und Regenfälle, starke Winde und hohe Wellen.

Die höchste Alarmstufe Rot wurde für Madrid und für zehn von insgesamt 50 Provinzen Spaniens ausgerufen. In Madrid stellten der Flughafen und die S-Bahn den Betrieb am Samstag bis auf Weiteres komplett ein. Die Eisenbahngesellschaft Renfe strich viele Verbindungen. Zudem wurden im ganzen Land nach Angaben der Behörden rund 400 Autobahnen, Land- und andere Straßen gesperrt.

+++08.01.21 um 15 Uhr+++

Two men walk slowly in the middle of a street after a heavy snowfall in Madrid, Spain, Saturday, Jan. 9, 2021. Spain is on high alert as a cold snap is covering much of the country with snow disrupting road, sea, rail and air traffic with the capital, Madrid enduring what the city's mayor described as "the worst storm in 80 years." (AP Photo/Paul White)
Madrid versinkt seit Freitagabend im Jahrhundertschnee.
(AP Photo/Paul White)

Das ist der Grund für den heftigen Wintereinbruch in Spanien

In Spanien schneit es heute und in den kommenden Tagen mit bis über 50 Zentimeter ungewöhnlich viel, sogar in der Hauptstadt soll Schnee fallen. Das stabile Hoch über dem Nordatlantik sorgt dafür, dass Frontensysteme über Südeuropa hinweg ziehen.

Auch im Rest Westeuropas wird es eiskalt

Ebenfalls erfährt Westeuropa durch die mit dem Hoch verbundene Nordanströmung ungewöhnlich tiefe Temperaturen. Diese Kombination aus Feuchte durch Frontensysteme und Temperatur, sorgen dafür, dass sich Filomena zu einem Wintersturm entwickelt.

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Das Zentrum von Filomena lag am Freitag noch über den Kanaren, wo es bei milden Temperaturen für viel Regen und Sturm sorgte. Ausläufer des Tiefs brachten schon Regen im Süden Spaniens und Schnee im Osten. Die Temperaturen liegen in der Südhälfte Spaniens noch im positiven Bereich. Im Norden fallen sie unter den Gefrierpunkt. Der Schnee bleibt in der Nordhälfte also auch liegen.

Überschwemmungen im Süden, Schnee im Norden und Osten

Im Laufe des Freitages bewegte sich Filomena auf Südspanien zu, wodurch sich die Schneefälle verstärken und bis ins den Norden Spaniens gelangen. In der Nacht auf Samstag kam es in der Nordhälfte Spaniens verbreitet zu Schneefall. Aber auch tagsüber schneit es weiter. Die Temperaturen sinken im Süden, weshalb es auch weiter im Süden schneit. Erst zum Samstagabend schwächen sich die Niederschläge ab.

Schneeballschlacht in Madrid

Bis Filomena am Sonntag wieder ins Mittelmeer abzieht können sich so im Osten Spaniens bis über 50 Zentimeter Schnee ansammeln. In Madrid sind bis zu 20 Zentimeter möglich. Im Süden wird es vermehrt regnen. In der Gegend um Gibraltar sind schon bis Freitagabend etwa 100 mm zu erwarten, was zu Überschwemmungen führen kann.

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