Tornado stürzt Kleinstadt in eine Katastrophe | Weather.com
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Tornado stürzt Kleinstadt in eine Katastrophe

USA: Mehr als 40 Tornados richteten im Dezember in den Bundesstaaten Kentucky, Tennessee, Missouri, Arkansas und Illinois im Mittleren Westen schwere Verwüstungen an. Mindestens 90 Menschen starben. Das Bild zeigt zerstörte Häuser in der besonders betroffenen Stadt Mayfield in Kentucky.
Ein Tornado hat die Kleinstadt Mayfield dem Erdboden gleichgemacht. Luftaufnahme vom 12. Dezember 2021
(AP Photo/Gerald Herbert)

In einer eingestürzten Fabrik sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Auch der Rest der 10 000-Einwohner-Gemeinde im Westen Kentuckys liegt in Trümmern. Eine Stadt verzweifelt und betet.

Autumn Kirks riss sich ihre Schutzbrille von den Augen, stieß Eimer mit Wachs und Duftölen zur Seite und kauerte sich auf den Boden. Nur ganz kurz habe sie den Blick von ihrem Freund Lannis abgewandt, dann sei er plötzlich weggewesen, erzählt sie. Und statt der Wand der Fabrik, in der sie arbeitete, war da plötzlich der Nachthimmel zu sehen mit zuckenden Blitzen.

Wenige Wochen vor Weihnachten herrschte in der Fabrik von Mayfield Consumer Products Hochbetrieb - auch nachts. Für das Weihnachtsgeschäft wurden im Schichtbetrieb Kerzen hergestellt, 110 Menschen arbeiteten Freitagnacht in dem Gebäude im US-Bundesstaat Kentucky, als plötzlich ein Tornado über Mayfield hinwegfegte. Bis zu 70 von ihnen galten zunächst als vermisst, unter ihnen auch Autumns Freund Lannis. Doch letztlich fiel die Opferzahl offenbar doch geringer aus. Ein Sprecher der Fabrik sagte am Sonntag, acht Arbeiter seien getötet worden, acht würden noch vermisst.

„Ich versuche, stark zu bleiben. Es ist im Moment sehr schwer“

„Es wäre ein Wunder, wenn wir da noch jemanden rausziehen“, hatte Kentuckys Gouverneur Andy Beshear wenige Stunden zuvor dem Nachrichtensender CNN gesagt. 4,5 Meter Stahl und kaputte Autos lägen jetzt dort, wo einmal das Dach gewesen sei.

„Keine Sicherheit zu haben, ist im Moment schlimmer, als es zu wissen“, sagte Autumn Kirks. „Ich versuche, stark zu bleiben. Es ist im Moment sehr schwer.“

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So wie sie warteten auch andere in der 10.000-Einwohner-Gemeinde im Westen Kentuckys auf Nachricht, ob ihre Angehörigen tot waren oder nicht. Viele Bewohner versammelten sich an einem Pfarramt, wo Pastor Joel Cauley selbst die Ereignisse kaum in Worte fassen kann. „Man konnte den Geruch der Kerzen riechen und die Hilferufe der Menschen“, sagt er. So etwas hätte er nie geglaubt, gleichzeitig zu erleben.

Mehr als 30 Tornados in fünf Bundesstaaten

Gouverneur Beshear sagte zunächst, dass allein in Kentucky vermutlich mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen seien, als eine Serie von Wirbelstürmen durch den Mittleren Westen der USA wütete, die meisten davon in Mayfield. Doch möglicherweise war die Zahl der Opfer am Ende doch nicht so hoch. Aus vier anderen US-Staaten wurden bis Sonntag 14 Tote gemeldet. Insgesamt haben mehr als 30 Tornados am Freitag und Samstag in den Bundesstaaten Tennessee, Missouri, Kentucky, Arkansas und Illinois gewütet

Am Sonntag kamen viele Bewohner zu einem Gottesdienst zusammen, um für die Toten und die Vermissten zu beten. Weil ihre Kirchen schwer beschädigt waren trafen sich die beiden Gemeinden auf einem Parkplatz, umgeben von Trümmern. Die Zerstörungswut des Tornados ist für die meisten noch immer nicht wirklich in Worte zu fassen, so wie für Laura McClendon. „Unsere kleine Stadt wird nie mehr dieselbe sein“, sagte sie.

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