Erdbeben in Türkei, Afghanistan und Pakistan | Weather.com
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Erdbeben erschüttern Türkei, Afghanistan und Pakistan

Erdbeben in der seismisch hoch aktiven Region haben in den vergangenen Jahren Tausende Menschen das Leben gekostet. Auch diesmal gibt es Opfer.

Ein Seismograph verzeichnet Ausschläge (Symbolbild) (Oliver Berg/dpa)
Ein Seismograph verzeichnet Ausschläge eines Erdbebens (Symbolbild)
(Oliver Berg/dpa)

Ein Erdbeben hat am Freitagabend Gebiete im Norden und Osten Afghanistans sowie im Westen Pakistans erschüttert. Am Samstagmorgen erschütterte ein weiteres, ähnlich starkes Erdbeben die Provinz Van im Osten der Türkei.

In Afghanistan sind laut Behörden mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Vier weitere wurden verletzt. Ein Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums, Scharafat Saman, sagte, die Gesundheitsbehörden in Kabul und den Provinzen seien in Alarmbereitschaft versetzt worden.

Das Epizentrum des Bebens lag nach Angaben des Europäisch-Mediterranen Seismologischen Zentrums (EMSC) und der US-Erdbebenwarte (USGS) im Hindukusch-Gebirge, etwa 150 Kilometer östlich der afghanischen Stadt Kundus. Die Stärke des Bebens wurde vorläufig mit 5,8 angegeben.

Mit einer Herdtiefe von mehr als 180 Kilometern war das Beben in weiten Gebieten Afghanistans und Pakistans zu spüren. Die pakistanische Meteorologiebehörde meldete Erschütterungen in und um die Hauptstadt Islamabad, Peshawar, Chitral, Swat und Shangla.

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Aus der Türkei gab es zunächst keine Berichte über Schäden, wie die Katastrophenschutzbehörde Afad mitteilte. Die Lage in den betroffenen Regionen werde jedoch weiter geprüft. Das Beben hatte das Gebiet um die Stadt Tuşba am Samstagmorgen um 8.52 Uhr in einer Tiefe von sieben Kilometern getroffen und erreichte eine Stärke von 5,2. Die Erschütterungen waren auch in den umliegenden Provinzen zu spüren.

Immer wieder Tote bei Erdbeben in der Region

Alle betroffenen Regionen gelten als seismisch sehr aktiv. In Afghanistan und Pakistan haben Erdbeben in den vergangenen Jahren Tausende Todesopfer gefordert. Im August vergangenen Jahres kamen bei einem Beben der Stärke 6,0 in einer abgelegenen Bergregion im Osten Afghanistans mehr als 2200 Menschen ums Leben. Ganze Dörfer wurden zerstört, Menschen unter Trümmern eingeschlossen. Die meisten Opfer gab es in der Provinz Kunar, wo viele Menschen in Häusern aus Holz und Lehmziegeln in steilen Tälern leben.

Im November erschütterte ein Beben der Stärke 6,3 die nordafghanische Provinz Samangan. Dabei wurden mindestens 27 Menschen getötet und mehr als 950 verletzt. Zudem wurden historische Stätten beschädigt, darunter die berühmte Blaue Moschee in Masar-i-Scharif. Am 7. Oktober 2023 hatte ein Erdbeben der Stärke 6,3 mit starken Nachbeben im Westen Afghanistans Tausende Menschen getötet.

Große Erdbebengefahr in der Türkei

Auch in der Türkei kommt es immer wieder zu Erdbeben mit vielen Opfern, der Grund: Dort befinden sich zahlreiche sogenannte Verwerfungen, also tektonische Zerreiß- oder Bruchstellen im Gestein. 2023 war die Region im Südosten der Türkei und im Norden Syriens von zwei verheerenden Erdbeben erschüttert worden. Allein in der Türkei kamen mehr als 50.000 Menschen ums Leben, das Beben sorgte in beiden Ländern für schwere Zerstörungen. Tausende Gebäude stürzten ein und Millionen Menschen wurden obdachlos.

Wissenschaftler warnen seit längerem vor erheblicher Erdbebengefahr in der Türkei. Vor allem die Millionenmetropole Istanbul gilt als stark gefährdet.

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