Rekordsturm: So gefährlich ist Supertaifun Sinlaku | Weather.com
Advertisement
Advertisement

Rekordsturm: So gefährlich ist Supertaifun Sinlaku

Supertaifun Sinlaku hat einen Blackout ausgelöst und Bäume entwurzelt - schon vor seiner Ankunft in US-Außengebieten im Pazifik. Er gilt als stärkster Sturm weltweit seit Oktober. Was ist zu erwarten?

Radarbild des Supertaifuns Sinlaku, dessen Auge sich am 14. April 2026 um 19:28 Uhr Ortszeit Saipan und Tinian näherte.
(TWC)

Ausläufer des herannahenden Supertaifuns Sinlaku haben auf Inseln im Westpazifik bereits für erste Schäden verursacht. Die Nördlichen Marianen seien schon vor dem Eintreffen des Tropensturms von einem flächendeckenden Stromausfall betroffen, sagte Clement Bermudes vom örtlichen Katastrophenschutz vor Journalisten. Auch haben heftige Winde schon Bäume entwurzelt.

Das abgelegene US-Außengebiet liegt im westlichen Pazifik nordöstlich der Philippinen und gehört politisch zu den Vereinigten Staaten. Die Behörden riefen die Bevölkerung nach Angaben der Zeitung "Marianas Variety News" noch einmal eindringlich auf, Schutz zu suchen. Die Zeitung "Washington Post" bezeichnete Sinlaku als "Ungetüm" und "stärksten Sturm auf dem Planeten seit Hurrikan Melissa im Oktober Jamaika traf".

Airlines stellen Flugverkehr ein

Derweil sitzen nach Angaben des lokalen Fremdenverkehrsamtes etwa 400 Touristen auf den Nördlichen Marianen fest. Grund: Alle internationalen Airlines, die die Region anfliegen, haben wegen Sinlaku den Flugverkehr eingestellt, darunter United Airlines und Philippine Airlines. Die Inseln Saipan, Tinian und Rota sind vor allem bei Urlaubern aus Asien wegen ihrer traumhaften Strände beliebt.

Mehrere beschädigte Palmen und umgestürzte Äste vor Häusern in einer stürmischen Wohnsiedlung, oben links eine Weltkugel mit rotem Rechteck.
Angesichts des herannahenden Supertaifuns Sinlaku haben die Behörden auf den Nördliche Marianen die höchste Alarmstufe ausgerufen.
(dpa/TWC)
Gouverneur David Apatang mahnte: "Das ist kein Sturm, den wir uns leisten können, auf die leichte Schulter zu nehmen." Die Menschen sollten in ihren Häusern oder Notunterkünften bleiben und unbedingt die Straßen meiden. Der Nationale Wetterdienst forderte die Bevölkerung auf, nicht nach draußen zu gehen, "da umherfliegende Trümmerteile leicht schwere Verletzungen verursachen können".

Höchste Alarmstufe

Zuletzt sei eine anhaltende Windstärke von etwa 250 Kilometer pro Stunde gemessen worden. Meteorologen erwarten, dass der Supertaifun als Sturm der höchsten Kategorien 4 oder 5 über das Gebiet ziehen wird.

Bereits am Montag hatten die Behörden die höchste Alarmstufe ausgerufen. Auch das weiter südlich gelegene US-Territorium Guam bereitet sich auf mögliche Auswirkungen des Sturms vor.

Unwettergefahr bis Mittwoch

Der Supertaifun wird die Inseln noch bis mindestens Mittwoch heimsuchen. Grund dafür ist vor allem die derzeit sehr geringe Zuggeschwindigkeit des Sturms. Erst danach werden sich die Bedingungen allmählich verbessern.

Es handelt sich um den stärksten Taifun, der so nahe an Saipan und Tinian vorbeizieht, seit der Kategorie-5-Supertaifun Yutu Ende Oktober 2018 über die Region hinwegfegte.

Für Saipan und Tinian warnt die US-Wetterbehörde, National Weather Service, vor verheerenden Auswirkungen. Es drohen:

  • heftige Orkanböen
  • eine Sturmflut von mindestens 3 bis 4,5 Metern in Bereichen mit auflandigem Wind
  • 380 bis 635 Liter Regen pro Quadratmeter könnten dort großflächige Sturzfluten auslösen.

Auf Rota Island sind ebenfalls schwere Sturmböen möglich. Hinzu kommt eine Sturmflut von mindestens knapp 1 bis 1,5 Metern in Bereichen mit auflandigem Wind sowie 250 bis 500 Liter Regen pro Quadratmeter, die zu Überflutungen führen können.

Advertisement

Auf Guam muss mit tropensturmstarken Winden gerechnet werden. In Regionen mit auflandigem Wind ist eine Sturmflut von 30 bis 90 Zentimetern über dem normalerweise trockenen Bodenniveau möglich. Außerdem werden 150 bis 300 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet, was lokal ebenfalls zu Sturzfluten führen kann.

Im weiteren Verlauf wird erwartet, dass Sinlaku nach Norden und anschließend nach Nordosten eindreht und dann über dem offenen Pazifik nach Nordosten zieht, weit östlich von Japan.

Einer der stärksten Stürme so früh im Jahr

Sinlaku wurde am vergangenen Wochenende zum bislang stärksten tropischen Wirbelsturm des Jahres 2026, nachdem er sich innerhalb kurzer Zeit von einem Taifun der Kategorie 1 zu einem Supertaifun mit Windgeschwindigkeiten von mindestens 241 km/h verstärkt hatte. Damit war die Entwicklung aber noch nicht abgeschlossen.

Satellitenbild eines großen Wirbelsturms über dem Ozean mit sichtbarem Auge.
Supertaifun Sinlaku ist einer der stärksten Stürme auf dem Pazifik
(TWC)

Sinlaku erreichte anhaltende Windgeschwindigkeiten von über 297 km/h und einen Kerndruck von 890 Hektopascal (hPa). Damit erreichte der Wirbelsturm das Niveau von Hurrikan Melissa im vergangenen Oktober (305 km/h, 892 hPa).

Dem Hurrikanforscher Jeff Masters vom Institut Yale Climate Connections der Universität Yale zufolge ist Sinlaku – gemessen an der Windgeschwindigkeit – der zweitstärkste Taifun, der sich seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Zeitraum Januar bis April gebildet hat. Er liegt damit gleichauf mit Supertaifun Hester aus dem Jahr 1953 und wird nur noch von Supertaifun Surigae aus Mitte April 2021 übertroffen.

Advertisement