Aktuelle Übersicht: Die Waldbrände in Europa | Weather.com
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Übersicht: Die aktuelle Waldbrandsituation in Deutschland und Urlaubsländern

Von den bayerischen Alpen bis Frankreich kämpft Europa gegen zahlreiche Waldbrände. In Griechenland spitzt sich die Lage zu, in Frankreich kehren die ersten Menschen zurück.

Brandgefährlich ist die Lage in vielen Ländern Europas aufgrund von Dürre, Extremhitze und vielen Wäldern, die in Flammen stehen – eine Übersicht.
(dpa)

Wer gerade in Süd- oder Mitteleuropa Urlaub macht, sollte die Waldbrandlage im Blick behalten: Von den bayerischen Alpen über Griechenland und Spanien bis nach Frankreich kämpfen die Einsatzkräfte gegen zahlreiche Feuer. Mancherorts gelten Evakuierungen und die höchste Warnstufe, während in anderen Regionen bereits Entwarnung kommt. Ein Überblick, wo die Lage kritisch ist und wo sich Reisende entspannen können.

Deutschland: Waldbrand in den Chiemgauer Alpen

In Unterwössen im Landkreis Traunstein kämpfen die Einsatzkräfte am Freitag weiter gegen einen Bergwaldbrand an der Hochwand. Das Feuer war am Mittwochabend auf etwa 1.000 Meter Höhe ausgebrochen, am Donnerstag rief der Landkreis den Katastrophenfall aus. In der Nacht zum Freitag entspannte sich die Lage etwas, eine nennenswerte Ausbreitung gab es nicht. Wegen des steilen Geländes und des Winds bleibt sie aber anspruchsvoll – rund 300 Einsatzkräfte löschen aus der Luft und vom Boden. Ein Feuerwehrmann verletzte sich leicht, der Badesee in Unterwössen bleibt für die Löschwasserentnahme gesperrt.

Weitere Brände in Deutschland

Im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt konnte ein zweiter Brand gelöscht werden: Im Lödderitzer Forst bei Barby brannten rund zwei Hektar Wald, in der Spitze waren 135 Feuerwehrleute im Einsatz. Am Freitagvormittag gab es Entwarnung.

Entspannen können sich Waldbesucher und Urlauber deshalb aber nicht. Wegen der anhaltenden Hitze und Trockenheit bleibt die Waldbrandgefahr in weiten Teilen Deutschlands hoch. In Bayern sollen in den kommenden Tagen eigens Luftbeobachter aufsteigen und die Wälder nach neuen Feuern absuchen.

Griechenland: Lage bleibt kritisch

Mehrere große Waldbrände halten die Einsatzkräfte in Griechenland weiter in Atem. Bei den Bränden ist inzwischen ein dritter Feuerwehrmann ums Leben gekommen: Er wurde nahe einem Feuer bei Ageranos im Süden der Halbinsel Peloponnes bewusstlos aufgefunden und im Krankenhaus für tot erklärt. Zuvor waren auf Kreta zwei Feuerwehrleute gestorben, die im dichten Rauch die Orientierung verloren hatten.

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Besonders kritisch ist die Lage rund 60 Kilometer nordwestlich von Athen. Im Gebiet Agios Vasilios brachten Helfer Hunderte Menschen mit Booten in Sicherheit, nachdem die Flammen sie eingeschlossen hatten. Auf der Halbinsel Peloponnes nahe Porto Heli wurden zahlreiche Dörfer vorsorglich evakuiert. Starke Winde erschweren die Löscharbeiten aus der Luft, Löschflugzeuge und Hubschrauber können nur eingeschränkt fliegen. Auf Kreta hat sich die Lage nach dem großen Brand südlich von Rethymno etwas entspannt, dort war zuvor der Ferienort Agia Galini geräumt worden. Für weite Teile Griechenlands gilt weiter die höchste Waldbrandgefahrenstufe.

Türkei: Brände im Süden und Westen

In der Türkei kämpfen die Einsatzkräfte weiter gegen zahlreiche Waldbrände, vor allem in den Provinzen Antalya, Muğla und Balıkesir. Umweltminister Murat Kurum zufolge wurden dort insgesamt 65 Gebäude beschädigt, allein in Muğla brannten rund 5.000 Hektar Wald- und Agrarfläche ab. Landesweit mussten die Kräfte zuletzt bei 169 Bränden eingreifen, einen Großteil davon meldete die Regierung am Freitag als unter Kontrolle. Starke Winde erschwerten zwischenzeitlich die Löscharbeiten, in Antalya erreichten die Flammen auch zuvor geräumte Wohngebiete. Im Einsatz sind landesweit 21 Flugzeuge, 69 Helikopter, rund 500 Löschfahrzeuge und mehr als 3.500 Kräfte.

Spanien: Mehrere aktive Brände

In Spanien haben sich die Brände rund um Madrid, Ávila und Toledo weitgehend eindämmen lassen, die meisten Evakuierungen und Ausgangssperren wurden aufgehoben. Neue Feuer brachen jedoch im Nordwesten des Landes aus: In der Provinz León entstanden drei Waldbrände, rund 300 Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. Nahe der Grenze zu Portugal geriet der Nationalpark Arribes del Duero in Brand; rund um die Gemeinde Fermoselle wurden zwölf Ortschaften geräumt, etwa 950 Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

Das Innenministerium warnt weiter vor extremer Waldbrandgefahr in weiten Teilen des Landes, verschärft durch eine Hitzewelle mit bis zu 42 Grad, die mindestens bis Sonntag anhalten soll. Die deutschen Feuerwehrleute, die zur Unterstützung im Einsatz waren, haben ihren Einsatz inzwischen beendet und die Heimreise angetreten.

Frankreich: Entspannung an der Atlantikküste

An der französischen Atlantikküste bei Bordeaux hat sich die Waldbrandlage weiter entspannt. Inzwischen konnten etwas mehr als die Hälfte – 144.000 der insgesamt 224.000 evakuierten Menschen – in ihre Häuser zurückkehren. Ein erneutes Aufflackern der Brände, die dort mit 42.000 Hektar die bislang massivsten der Saison waren, konnte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot verhindern. Frankreichweit sprach das Innenministerium von 116.085 Hektar zerstörter Waldfläche, das entspricht eine Fläche größer als ganz Berlin.

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