Flutkatastrophe in Nepal mit 1.600 Vermissten | Weather.com
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Flutkatastrophe in Nepal: 1.600 Vermisste und viele Tote ohne Namen

Die Flutkatastrophe in Nepal macht die Identifizierung der Opfer fast unmöglich. In Kathmandu melden Familien rund 1.600 Vermisste.

Nur noch wenig Hoffnung besteht nach mehr als drei Tagen für die mehr als 1600 Vermissten nach der Sturzflut vom 26. August 2026. Für die Überlebenen wächst nun die Seuchengefahr.
(Rajesh Kumar Singh/AP/dpa)

Warum die Opfer so schwer zu identifizieren sind

Von 233 im Distrikt Chitwan an der Grenze zu Indien geborgenen Toten konnten die Behörden bislang lediglich vier identifizieren. Viele der Opfer hatte die Wucht der Flut über viele Kilometer mitgerissen. Die Leichen und menschlichen Überreste verwesen zunehmend, sagte der zuständige Bezirksbeamte Ganesh Aryal. Gesundheitsexperten warnten deshalb vor einem möglichen Risiko für die öffentliche Gesundheit. Jeder weitere Tag verringert die Chance auf eine Zuordnung.

Wie viele Menschen als vermisst gemeldet sind

Im größten staatlichen Krankenhaus der Hauptstadt Kathmandu meldeten Familien seit der Sturzflut etwa 1.600 Angehörige und Freunde als vermisst. Das berichtete Gajendra Rawat, ein Sicherheitsmitarbeiter an der Auskunftsstelle des Krankenhauses, am Samstag. "Menschen kommen aus allen Teilen Nepals", erklärte er.

Familien bedeckten die Wände des Krankenhauses mit Suchplakaten, auf denen Fotos ihrer vermissten Angehörigen und Kontaktdaten zu sehen waren. In der Nähe hingen Fotos von bislang nicht identifizierten Leichen.

Wonach die Angehörigen vor der Auskunftsstelle suchen

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Viele Menschen gingen immer wieder zwischen der Auskunftsstelle und den Aushängen hin und her, hielten Fotos ihrer Angehörigen in den Händen und suchten die Listen der Verletzten nach ihren Namen ab. Dil Maya Lama stand weinend vor der Auskunftsstelle. Sie war am Samstag aus dem Bezirk Ramechhap nach Kathmandu gekommen, um nach ihrem Bruder zu suchen, einem 26-Jährigen, der als Fahrer für ein Wasserkraftunternehmen im Bezirk Rasuwa arbeitete. "Ich bin in der Hoffnung hergekommen, dass ich ihn vielleicht finde", sagte sie. "Es gibt keine Informationen über ihn." Nelza Moktan suchte nach ihrem Cousin, der ebenfalls als Fahrer in Rasuwa arbeitete. "Ich fühle mich hoffnungslos. Es sind schon vier Tage vergangen", sagte sie.

Wie die Behörden mit den nicht identifizierten Toten verfahren

Die Behörden ordneten an, vor der Bestattung jeweils DNA-Proben von den Toten und gefundenen Überresten zu nehmen. Nicht identifizierte Opfer sollen anschließend an einem Ort im nepalesischen Devghat beigesetzt werden. Die Entscheidung fiel bei einem Treffen der zuständigen Behörden, wie die Bezirksverwaltung mitteilte. Die Proben halten die Möglichkeit offen, Angehörige später doch noch zu benachrichtigen.

Welche Krankheiten nach der Flutkatastrophe in Nepal drohen

Unabhängig von den Erregern aus Leichenteilen steigt in den Überflutungsgebieten das Risiko für Durchfallerkrankungen. Überschwemmungen können Abwässer und Fäkalien in Trinkwasserquellen spülen, Latrinen beschädigen und Kläranlagen überfluten. In Notunterkünften und provisorischen Camps kann es zusätzlich an Hygiene mangeln. Eine häufig bei solchen Naturkatastrophen verstärkt auftretende Krankheit ist Cholera, verursacht vom Bakterium Vibrio cholerae.

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