Hitze-Ticker: Belgierin stirbt nach Sonnenbad | Weather.com
Advertisement
Advertisement

Hitze-Ticker: Belgierin stirbt nach Sonnenbad

Das Eis in Grönland schmilzt immer weiter - und jetzt zieht auch noch die Sahara-Hitze hin
(dpa)

Auch am Tag nach dem historischen Hitzerekord von 42,6 Grad in Lingen im Emsland stöhnt Deutschland unter brütender Hitze. Alle Neuigkeiten und wichtigen Meldungen zur Wetterlage finden Sie hier bei uns im Live-Ticker.

26. Juli

Hitzehoch auf dem Weg nach Grönland

Die über Europa brütende Sahara-Hitze könnte nach Ansicht von Meteorologen auch dem Grönlandeis einheizen. Vorhersagen zeigten, dass die heiße Luft Kurs auf die Insel zwischen Nordatlantik und Polarmeer nehmen und die Eisschmelze dort beschleunigen könne, sagte die Sprecherin der UN-Weltorganisation für Meteorologie, Clare Nullis. In den vergangenen Tagen hatte das Sommerhoch Temperaturrekorde in Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden geknackt und Hitzeschäden verursacht. Nullis sagte, der Eispanzer über Grönland schmelze schon seit Wochen stark. Sollten sich die Vorhersagen bewahrheiten, werde sich der Prozess wegen steigender Temperaturen noch verstärken.

Belgien: Frau stirbt nach Sonnenbad

Belgien meldete sein erste Todesopfer der Hitzewelle. An der Ärmelkanalküste sei am Donnerstag eine 66-Jährige leblos in der Nähe ihres Wohnwagens gefunden worden, sagte Polizeikommissar Frank Delva. Die Frau habe sich offenbar gesonnt. Retter hätten ihr nicht helfen können. Ihr Tod sei ganz eindeutig auf die Hitze zurückzuführen. In Begijnendijk 30 Kilometer östlich von Brüssel waren am Donnerstag 41,8 Grad gemessen worden, so viel wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen in Belgien.

Niederlande: Open-Air-Schläfer müssen Bußgeld zahlen

In den Niederlanden wurden 13 Personen von der Polizei verwarnt, die nach der Gluthitze im Freien auf erholsamen Schlaf gehofft hatten. Sie hätten Scheveningen auf Café-Terrassen und am Strand übernachtet und seien zu 140 Euro Bußgeld verdonnert worden, teilte die Polizei mit. Einige der Schläfer hätten Reinigungstrupps im Weg gelegen, die den Strand säubern wollten.

England: Flughafen Heathrow wegen heftiger Gewitter geschlossen

Großbritannien wurde nach dem heißesten Juli-Tag seiner dokumentierten Wettergeschichte von Gewittern heimgesucht. Heathrow, der größte Flughafen Europas, musste Flüge wegen des extremen Wetters streichen oder verschieben. Der Flughafen gestand ein, nicht zu wissen, wie viele Flüge betroffen waren. Die Fluggesellschaft British Airways gab bekannt: "Heftige Gewitter verursachen erhebliche Verspätungen und Stornierungen bei unserem Betrieb in und außerhalb Londons." Die Flugsicherung teilte mit, ein technisches Problem wirke sich auf manche Flüge aus.

Zugverkehr auch in Frankreich lahm gelegt

Der britische Schienennetzbetreiber Network Rail riet Pendlern, «nur zu reisen, wenn ihre Fahrt absolut notwendig ist». Schon am Vortag hatte die Hitze Teile des Eisenbahnnetzes außer Gefecht gesetzt. Züge befanden sich an anderen Orten als geplant und ein Feuer hatte Schienenwege im Norden des Landes beschädigt. Mit 38,1 Grad Celsius war die höchste Juli-Temperatur seit Beginn der Aufzeichnungen in Großbritannien gemessen worden. Am Freitag war es nicht mehr ganz so heiß.

Am Pariser Bahnhof Gare du Nord beeinträchtigte ein Stromausfall den Zugverkehr zu anderen Metropolen. Der Betreiber der Eurostar-Züge zwischen Paris und London riet Passagieren, nicht von und nach Paris zu reisen, während Arbeiter versuchten, ein Stromkabel zu reparieren. Verbindungen nach London wurden gestrichen. Thalys-Züge nach Brüssel und Amsterdam sowie inländische Verbindungen waren verspätet. Die französische Eisenbahngesellschaft SNCF rechnete damit, dass das Problem noch am Freitag behoben sein würde.

Truppenübungsplatz bei Jüterbog 
steht erneut in Flammen

Die Rekordhitze lässt auch die Feuergefahr in Deutschland hochschnellen. In Brandenburg ist auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog (Teltow-Fläming) am Freitag erneut ein Feuer ausgebrochen. Mittlerweile hat er sich zu einem beängstigendem Maß ausgeweitet - nach Angaben des stellvertretenden Bürgermeisters Joachim Wasmansdorff stehen 100 Hektar in Flammen. Erst im Juni kämpfte die Feuerwehr tagelang gegen einen verheerenden Brand auf dem Areal.

25.07.2019, Brandenburg, Jüterbog: Eine Rauchwolke steigt über einem Wald bei Jüterborg auf. Wenige Wochen nach dem verheerenden Waldbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog (Teltow-Fläming) ist dort erneut ein Feuer ausgebrochen. (Aufnahme mit einer Drohne) Foto: Julian Stähle/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog (Teltow-Fläming) ist schon wieder ein Feuer ausgebrochen - wie die Aufnahme einer Drohne zeigt
(Julian Stähle/dpa-Zentralbild/dpa)

Laut DWD befindet sich das Feuerrisiko auf offenem, nicht abgeschattetem Gelände mit abgestorbener Wildgrasauflage ohne grünen Unterwuchs, am Freitag im Westen Deutschlands auf der höchsten Gefahrenstufe. Im Rest Deutschlands liegt der Graslandfeuerindex auf der zweithöchsten Gefahrenstufe.

25. Juli

Ohne Wasser bei 34 Grad: Mehrere hundert Hühner gestorben

Nur durch den Fahrtwind gekühlt und ohne Wasser wurden diese Hühner quer durch Europa transportiert.
Nur durch den Fahrtwind gekühlt und ohne Wasser wurden diese Hühner quer durch Europa transportiert.
(Polizei Gießen)

18.20 Uhr: Etwa 500 Hühner sind bei einem Tiertransport gestorben. Sie seien bei 34 Grad nicht mit Wasser versorgt worden, berichtete die Polizei am Donnerstag in Gießen. Zudem sei der Transporter nicht gekühlt worden. Zeugen hatten die toten Tiere am Mittwochabend in den Käfigen des Lkw auf der Autobahn 5 bei Pohlheim gesehen und die Polizei alarmiert.

Der Transporter mit knapp 4500 Hühnern an Bord war am Morgen in Frankreich gestartet, die Tiere sollten zum Schlachten nach Polen gebracht werden. Die geretteten Tiere wurden in einen Geflügelbetrieb in Waldsolms gebracht. An dem Tag war wegen der Hitze europaweit der internationale Tiertransport verboten gewesen.

Hitzefrei für Lingens Stadtverwaltung - der OB sitzt noch im Büro

17.30 Uhr: Bei großer Hitze war Lingen im Emsland schon öfter weit vorn - seit Donnerstag mit 42 Grad sogar als (zumindest vorübergehender) deutscher Rekordhalter. Dieter Krone, Oberbürgermeister der 58.000 Einwohner zählenden Stadt, hatte nach eigenen Worten gegen Mittag so eine Vorahnung. "Ich habe mir die Temperaturwerte in Deutschland angeschaut, und da waren wir schon ganz vorne dabei", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Prompt gab der parteilose Politiker den rund 500 Bediensteten der Stadtverwaltung ab 15 Uhr hitzefrei. «Wenn man der heißeste Ort Deutschlands ist, darf man das auch tun», sagte Krone. Nur das Bürgerbüro war am Donnerstag mit zwei Mitarbeitern noch bis 17.00 Uhr besetzt. Krone selbst saß am späten Nachmittag bei "nur" 32 Grad in seinem Büro - in der weitgehend verwaisten Stadtverwaltung. «Da ist zuletzt einiges liegengeblieben."

Neuer Rekord in Lingen

17.15 Uhr: In Lingen wird es heißer und heißer. Um 17 Uhr erfasste die Messstation dort 42,6 Grad.

Über 41 Grad in Lingen

16.30 Uhr: Es wird noch heißer in Lingen. Um 15.50 Uhr erreicht die örtliche Messstation 41,6 Grad.

15.50 Uhr: In Lingen geht die Temperatur noch weiter nach oben. Um 15.10 Uhr wurden ganze 41,5 Grad an der Messstation gemeldet. Der Rekord muss noch vom Deutschen Wetterdienst bestätigt werden.

Hitzerekord gefallen: 40,9 Grad in Lingen

15.22 Uhr: In einer Messstation in Lingen wurden um 14.50 Uhr 40,9 Grad gemessen. Das wäre ein neuer Rekord für Deutschland.

Weser zu warm: Atomkraftwerk Grohnde wird abgeschaltet

15.15 Uhr: Das Atomkraftwerk Grohnde in Niedersachsen soll wegen der steigenden Wesertemperatur voraussichtlich noch am Freitag abgeschaltet werden. Dann werde für das Flusswasser die kritische Temperaturgrenze von 26 Grad erwartet, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums am Donnerstag. Zum Schutz des Ökosystems der Weser dürfe dann kein wärmeres Wasser mehr in den Fluss geleitet werden.

Wie heiß wird es bei Ihnen? Bleiben Sie mit der kostenlosen App von Weather Channel immer auf dem aktuellsten Stand

Sobald sich die Weser nachhaltig abkühle, werde der Betrieb wieder aufgenommen, teilte die Betreibergesellschaft Preussen Elektra mit. Dies werde voraussichtlich am Sonntag der Fall sein.

Messstation in Bonn-Roleber meldet 40,6 Grad

14.50 Uhr: Um 14.20 Uhr meldet die Messstation in Bonn-Roleber 40,6 Grad. Damit ist der Temperaturrekord vom Mittwoch schon am nächsten Tag gebrochen worden. Der Deutsche Wetterdienst muss die Zahlen allerdings noch als offiziellen Rekord betätigen.

40,5 Grad in Bonn-Roleber

Advertisement

13.50 Uhr: Die DWD-Station in Bonn-Roleber hat den Rekord vom Mittwoch eingestellt. Um 13.20 Uhr wurden hier 40,5 Grad gemessen.

Deutscher Hitzerekord in Geilenkirchen offiziell anerkannt

Geilenkirchen: Die Wetterstation auf dem Flugplatz des Nato Stützpunktes.
(Caroline Seidel/dpa )

13 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst hat den neuen deutschen Hitzerekord von 40,5 Grad in Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen vom Mittwoch bestätigt. Damit ist die bisherige Höchstmarke von 40,3 Grad im unterfränkischen Kitzingen aus dem Jahr 2015 offiziell überboten, wie ein Sprecher am Donnerstag in Offenbach mitteilte.

Allzeitrekord gebrochen? DWD prüft Messungen

Rheinland-Pfalz, Völklingen: Über 40 Grad in der Sonne zeigt das Thermometer am Mittwoch vor dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte.
(Harald Tittel/dpa)

8 Uhr: Wird ein Ort in Nordrhein-Westfalen die neue Hitze-Hauptstadt in Deutschland? Der Deutsche Wetterdienst rechnet im Westen mit Höchsttemperaturen.

Der deutsche Hitzerekord wackelt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) will am Donnerstag klären, ob der bei einer Messstation in Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen gemessene Temperatur-Höchstwert offiziell anerkannt wird. Die Messstelle gehört nicht zum DWD-Netz.

Sollten die gemessenen 40,5 Grad offiziell werden, würden sie als der höchste Wert seit Beginn der Wetteraufzeichnung gelten. Mit 40,3 Grad waren im unterfränkischen Kitzingen im Jahr 2015 die bundesweit bislang heißesten Temperaturen gemessen worden. Die Daten der Wetterexperten gehen bis ins Jahr 1881 zurück.

Offizieller Wert bei 40,2 Grad

Offiziell mussten die Menschen in Saarbrücken im Stadtteil Burbach am Mittwoch am meisten schwitzen. 40,2 Grad wurden in der saarländischen Stadt gemessen. Das war der bundesweit höchste gemessene Wert in diesem Jahr.

Kaum kälter als in Saarbrücken war es in Bad Neuenahr-Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) auf Platz zwei im DWD-Ranking der heißesten Städte in Deutschland mit 39,9 Grad. Den dritten Platz teilten sich Tönisvorst und Weilerswist in Nordrhein-Westfalen mit einer gemessenen Temperatur von 39,7 Grad.

24. Juli

Saarbrücken erreicht 40 Grad-Hitzemarke

18 Uhr: Saarbrücken-Burbach ist mit 40,0 Grad am Mittwoch der wohl heißeste Ort im Saarland gewesen. Nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zog dieser Wert mit dem bisherigen Rekord im Saarland gleich: Am 12. August 2003 waren in Perl-Besch ebenfalls 40 Grad gemessen worden.

Getränkehersteller rufen zur Rückgabe von Leergut auf

ARCHIV - 23.08.2011, Bayern, Kaufbeuren: Jugendliche trinken in einem Garten im grellen Sonnenschein Mineralwasser aus Flaschen. Die Hitzewelle der vergangenen Wochen hat die Getränkeversorgung in Berlin und Brandenburg an ihre Grenzen gebracht. (zu "Hitze bremst Mineralwasser-Nachschub" vom 14.06.2018) Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ 
Credit: dpa

16 Uhr: Ein kühles Getränk zur Erfrischung bei der Hitze gönnen sich viele Menschen im Freistaat, aber bringen wohl die leeren Flaschen nicht schnell genug zurück. Getränkehersteller haben deswegen ihre Kunden dazu aufgerufen, das Leergut möglichst schnell wieder zurückzugeben.

Trotz Vorbereitungen auf die warmen Sommerwochen kommt es etwa beim Mineralwasserunternehmen Franken Brunnen tageweise zu Engpässen, wie Geschäftsführer Michael Bartholl am Mittwoch sagte. Das liege unter anderem daran, dass leere Pfandflaschen aus Glas fehlten. Seit Mitte Juni seien die Auswirkungen der Hitze beim Absatz zu spüren.

Leere Pfandflaschen aus Glas fehlen

Auch die Münchner Paulaner-Brauerei ist nach Angaben eines Sprechers auf die schnelle Rückgabe von Pfand angewiesen. Das Glas-Leergut sei „knapp wie immer in der Hochsaison“.

Der oberbayerische Getränkehersteller Adelholzener erklärte, anhand des Wetterberichts jede Woche neu die Produktion und Auslieferung von Wasser sowie Säften zu planen. Die anhaltenden hochsommerlichen Temperaturen spiegelten sich dem Unternehmen nach auch in den Absätzen wider. Ende Juni lag der Gesamtabsatz rund zwei Prozent höher als im Vorjahr.

Deutscher Wetterdienst warnt vor starker Hitzebelastung

Ein seltenes Bild. Der Deutsche Wetterdienst hat für die gesamte Bundesrepublik eine amtliche Warnung vor Hitze ausgerufen. Die Warnung gilt bis Donnerstag, 25. Juli, 19 Uhr.

Giftige Blaualgen in Niedersachsen

12 Uhr: Giftige Blaualgen verhindern an mehreren Seen in Niedersachsen den hochsommerlichen Badespaß. An vier Badestellen haben die Behörden bereits offizielle Badeverbote ausgesprochen. Drei davon liegen nach einer Übersicht des Landesgesundheitsamtes am Dümmer in Kreis Diepholz, auch der Otterstedter See im Kreis Verden ist gesperrt.

In Otterstedt bleibe die Sperre absehbar für die nächsten Tage bestehen, sagte ein Kreissprecher am Mittwoch. Die Belastung mit Blaualgen werde in kurzen Abständen geprüft - das nächste Mal am kommenden Freitag. Die Hitze lasse aber eher befürchten, dass die Algen nicht abnehmen, sondern sich sprunghaft vermehren.

Können Schwindel und Erbrechen verursachen

Blaualgen (Cyanobakterien) rufen Hautreizungen hervor. Beim Verschlucken können sie Schwindel und Erbrechen verursachen. Eine Vermehrung der Algen ist auch im Naturfreibad Eystrup, am Hämelsee in Heemsen, am Alveser See in Eitzendorf und anderen niedersächsischen Badeseen gemessen worden. Dort darf aber weiter gebadet werden. In Bremen wird vor dem Baden im Stadtwaldsee an der Universität gewarnt.

Das könnte Sie auch interessieren:

Temperaturrekorde in Sicht: Gluthitze fängt am Mittwoch erst richtig an

Schlimmste Algenpest aller Zeiten: Tonnenweise Seegras verrottet an Traumstränden

Gefährlich hohe Temperaturen: So kommen Sie sicher durch die Hitzewelle

Advertisement