Regenwald auf Borneo brennt seit Wochen - Orang-Utans leiden an Atemwegserkrankungen
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Regenwaldbrände auf Borneo gefährden Menschen und Orang-Utans

ARCHIV - 20.09.2016, Indonesien, Jantho: Ein Sumatra-Orang-Utan ruht auf einem Baum im Sumatra Orang-Utan Conservation Program (SOCP), in der Jantho Reintroduction and Quarantine Station. Die weltweite Rate des Artensterbens sei derzeit zehn- bis hundertmal höher als im Schnitt der vergangenen 10 Millionen Jahren und sie steige weiter, heißt es in dem Kernpunktepapier, das der Weltbiodiversitätsrat IPBES am 06.05.2019 in Paris vorstellte. Drei Jahre hatten die Experten 15 000 Literaturquellen durchgesehen und dann ihre Erkenntnisse auf 40 erschreckenden Seiten zusammengefasst. An den meisten Standorten sei die Zahl heimischer Arten schon um 20 Prozent zurückgegangen. Dagegen hat sich die Zahl der Menschen seit 1970 mehr als verdoppelt, das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf gar vervierfacht. Foto: Hotli Simanjuntak/EPA/dpa
Orang-Utans gibt es in der Wildbahn nur noch auf Sumatra und Borneo. Ihr Lebensraum schrumpft - verursacht durch den Menschen.
(Hotli Simanjuntak/EPA/dpa)

Seit zwei Wochen wüten auf Borneo schwere Waldbrände, nun hat die Luftverschmutzung ein gefährliches Niveau in Teilen der Insel erreicht.

Hohe Schadstoffwerte – Schulen bleiben zu

Im malaysischen Bundesstaat Sarawak im Nordwesten Borneos seien die hohen Schadstoffwerte nunmehr gesundheitsschädlich, teilte die zuständige Behörde mit. Sie können Asthma auslösen oder Erkrankungen wie Bronchitis verschlimmern. Rund 500 Schulen sollten am Dienstag geschlossen bleiben.

Brände gefährden Orang-Utans

Mehr noch: Die riesigen Brände im Regenwald auf Borneo belasten auch die gefährdeten Orang-Utans, wie "channelnewsasia.com" unter Berufung auf die Borneo Orangutan Survival Foundation berichtet. Hunderte gerettete Orang-Utans in Schutzeinrichtungen und Wiederauswilderungs-Stationen leiden demnach unter dem dichten Rauch.

Atemwegserkrankungen festgestellt

Bei 37 von 355 dort lebenden Tieren seien bereits Atemwegserkrankungen festgestellt worden. In einer Schutzstation in der Provinz Ost-Kalimantan ist der Rauch so dicht, dass die Tiere nur noch wenige Stunden am Tag ins Freie gelassen werden.

Lebensraum von Orang-Utans schrumpft

Orang-Utans sind bedroht, da ihr natürlicher Lebensraum dramatisch abnimmt. Ihre Regenwälder werden zur Gewinnung von Palmöl und Papier und für den Bergbau abgeholzt. Dazu werden sie von Bauern und Wilderern gejagt. Auf Borneo sank die Zahl der Orang-Utans seit 1973 von 288.500 auf nur noch rund 100.000.

 05.08.2019, Indonesien, Südsumatra: Ein Feuerwehrmann kämpft gegen den Wildbrand in Ogan Ilir an. Indonesien hat 6000 Helfer in den Einsatz gegen schwere Waldbrände geschickt, die auf den Inseln Sumatra und Borneo wüten. Foto: Muhammad Fajri/XinHua/dpa
Auf Borneo wüten schwere Waldbrände - auch im August gab es Brände (Symbolbild).
(Muhammad Fajri/XinHua/dpa)

Streit zwischen Staaten

Die Waldbrände sorgen für Streit zwischen den Nachbarstaaten Malaysia und Indonesien, die sich gegenseitig die Schuld für die hohen Schadstoffwerte geben. Beide Staaten teilen sich Borneo, mit einer Fläche von fast 750.000 Quadratkilometern die drittgrößte Insel der Welt. Zudem liegt das kleine Sultanat Brunei dort.

Flammen wüten auch auf anderen Inseln Indonesiens

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Nicht nur auf Borneo wüten schwere Brände, sondern auch auf anderen Inseln Indonesiens, dort teils noch länger. 328.700 Hektar Land sind den Flammen bereits zum Opfer gefallen. Die Luftverschmutzung ist inzwischen auch in Singapur und Thailand spürbar.

Tausende Soldaten im Einsatz

Inzwischen hat Indonesien Tausende Soldaten zur Bekämpfung der Feuer entsandt. Etwa 5600 Militärbedienstete sollen die 9000 Brandbekämpfer unterstützen, die bereits im Einsatz seien, sagte der indonesische Präsident Joko Widodo am Dienstag. Er rief die Menschen auf, in Mooren und Wäldern keine Feuer zu entfachen, weil daraus Waldbrände entstehen könnten. Behörden wies er an, streng gegen Brandstifter vorzugehen, sowohl Mitarbeiter von Unternehmen, die dort brandroden wollen, als auch Dorfbewohner.

(Anm.d.Red.: Der Artikel wurde um 18 Uhr aktualisiert)

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