Winter-Wetter: Polarwirbel droht zusammenzubrechen - mit Folgen für Deutschland
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Winter-Wetter: Polarwirbel droht zusammenzubrechen - mit Folgen für Deutschland

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So lange hält sich die Kältewelle

In den neuesten Wetterberechnungen zeichnet sich ein ungewöhnliches Ereignis ab: Zwischen Anfang und Mitte Dezember soll sich die höhere Atmosphäre rund um den Nordpol drastisch erwärmen. Ein Temperaturanstieg von über 60 Grad wäre innerhalb von wenigen Tagen möglich, von etwa -60 Grad auf 0 Grad. Betroffen von dieser Erwärmung ist die Stratosphäre, die sich zwischen 10 und 50 km Höhe befindet. Die Folgen davon könnten auch in Europa zu spüren sein – allerdings mit Verzögerung.

Nordpol wird zum Kältepol

Zu dieser Jahreszeit ist die Polarregion besonders kalt. Da die Sonne den Nordpol kaum noch erreicht, sinken die Temperaturen im November und Dezember stärker als zu jeder anderen Zeit. Das gilt sowohl für die Temperaturen am Erdboden, als auch in der Stratosphäre. Aktuell herrschen dort in zirka 30 Kilometer Höhe Temperaturen zwischen -60 und -80 Grad.

Rund um diese eiskalte Luft bildet sich jedes Jahr im Herbst eine starke Windströmung aus, der stratosphärische Polarwirbel. Dieses Windband verläuft von West nach Ost rund um den Nordpol.

Polarwirbel beeinflusst Jetstream

Der Polarwirbel hat eine gewisse Wechselwirkung mit dem polaren Jetstream, der auch unser Wetter in Europa beeinflusst. Seit einigen Wochen wird der Polarwirbel nun immer stärker, wie es zu dieser Jahreszeit normal ist. Sein Maximum erreicht er meist von Anfang Dezember bis zum Februar.

Alle paar Jahre kommt es allerdings vor, dass der Polarwirbel schwächelt, weil sich die Stratosphäre am Nordpol plötzlich erwärmt. Diesen Effekt nennt man auch "Berliner Phänomen". Im Extremfall kann sich der Polarwirbel sogar in zwei kleine, schwächere Wirbel aufspalten. Teilweise strömt der Wind dann von Ost nach West, also entgegengesetzt zu seiner ursprünglichen Richtung.

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Kaltlufteinbrüche werden wahrscheinlicher

Dadurch kann auch der darunter liegende Jetstream ins Straucheln kommen. Dieser wiederum beeinflusst Europas Wetter besonders im Winter. Ist der Jetstream schwach, kommen polare Kaltlufteinbrüche häufiger vor, die auch Deutschland kalt erwischen.

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Zwar folgt nicht immer ein Kaltlufteinbruch in Europa, wenn der Polarwirbel zusammenbricht, aber die Chance dafür ist größer. Ob es tatsächlich eiskalt in Mitteleuropa wird, hängt stark von der bestehenden Großwetterlage in Europa ab, während sich der strauchelnde Polarwirbel in das Wettergeschehen einmischt. Manchmal ist der Einfluss auf unser tägliches Wetter kaum zu spüren, aber in den meisten Fällen wird es kälter.

Normalerweise nur alle paar Jahre

Allerdings kommt die Kälte nicht sofort bei uns an, sobald sich die Stratosphäre erwärmt. Bei so einem großflächigen Prozess dauert es meist mehrere Wochen, bis die Folgen schließlich zu spüren sind.

Normalerweise kommt so eine stratosphärische Erwärmung am Nordpol nur alle paar Jahre einmal vor. Wenn sich die Prognosen erfüllen, dann wäre dieser Winter schon der dritte Winter in Folge, in dem so ein plötzlicher Temperaturanstieg stattfindet.

USA: Kälterekorde aufgestellt

Im vergangenen Winter kam es im Januar zu einer Spaltung des Polarwirbels. Darauf folgten arktische Kaltlufteinbrüche in den USA, die regional sogar zu Kälterekorden geführt haben. Europa ist dagegen von diesen polaren Luftmassen verschont geblieben.

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