Bis zu fünf Feuer pro Tag: Waldbrände nehmen zu – vor allem in einem Bundesland | The Weather Channel
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Bis zu fünf Feuer pro Tag: Waldbrände nehmen zu – vor allem in einem Bundesland

07.05.2022, Brandenburg, Briesen: Ein Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr steht neben dem gelöschten Waldbrand. Mit den steigenden Temperaturen hat in Brandenburg die Gefahr von Waldbränden stark zugenommen. (zu dpa: ««Da ist was» - Sensoren als scharfes Auge zur Waldbrandüberwachung») Foto: Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Trockenheit in Deutschland erhöht vor allem in Brandenburg die Gefahr von neuen Walsbränden

Die Zahl der Waldbrände in Brandenburg nimmt wegen der anhaltenden Trockenheit weiter zu. Mittlerweile seien seit Beginn der Saison 110 Brände auf Waldflächen registriert worden, berichtete der stellvertretende Waldbrandschutzbeauftragte des Landes, Philipp Haase, am Montag.

Allein am Wochenende loderten fünf Feuer. So brannte es am Sonntag bei Baruth (Teltow-Fläming) auf 2500 Quadratmetern in der Nähe einer Gasverdichterstation. Bei einem noch größeren Brand am Samstag bei Storkow (Oder-Spree) loderte das Feuer auf 4000 Quadratmetern.

Durchschnittlich vier bis fünf Brände am Tag seien ein ungewöhnlich hoher Schnitt für die Jahreszeit, schätzte der Experte ein. Die Waldbrände loderten auf immer größeren Flächen. „Auch die Flächengrößen zeigen uns mittlerweile, wie schnell sich die Feuer entwickeln, weil der Boden knochentrocken ist“, sagte Haase.

Nach Daten des Umweltministeriums galt bis auf die Uckermark in allen Landkreisen am Montag die Waldbrandgefahrenstufe vier - von fünf möglichen. Die Stufen werden unter anderem anhand von Niederschlag, Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit und Temperatur berechnet.

Aktuell seien Feuerwehren im Landkreis Elbe-Elster zu einem Brand bei Eichholz in der Gemeinde Heideland unterwegs, berichtete Haase am Montag. Wie viel Fläche betroffen sei, war zunächst unklar. Er rechnete wegen der starken Sonneneinstrahlung und teilweise böigem Wind mit mehr Bränden.

Rheinland-Pfalz: Waldbrand in Kordel - Hubschrauber und Drohne im Einsatz

14.05.2022, Rheinland-Pfalz, Kordel: Feuerwehrleute sind mit Löscharbeiten in einem Wald bei Kordel beschäftigt. Auf einem Aussichtspunkt oberhalb der Genovevahöhle waren etwa 60 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren der umliegenden Gemeinde im Einsatz, um das Feuer zu löschen und ein Ausbreiten der Flammen zu verhindern. Foto: Harald Tittel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Auf einem Aussichtspunkt oberhalb der Genovevahöhle waren etwa 60 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren der umliegenden Gemeinde im Einsatz
(Harald Tittel/dpa )

In Rheinland-Pfalz mussten Feuerwehren am Wochenende ausrücken, um einen Brand zu bekämpfen, dem etwa 200 Quadratmeter Wald zum Opfer gefallen sind. Das Feuer war am Samstagmorgen oberhalb der Landesstraße 43 Richtung Butzweiler aus zunächst ungeklärter Ursache ausgebrochen und wurde von der Feuerwehr bis zum Vormittag gelöscht, wie die Polizei mitteilte. Anschließend wurden Glutnester an einigen Bäumen bekämpft, weshalb am Vormittag weiterhin eine starke Rauchentwicklung sichtbar war.

Da sich die Brandfläche auf einem großen Steilhang entfernt von Häusern befindet, habe es zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bewohner umliegender Orte gegeben, sagte ein Polizeisprecher.

Im Einsatz waren 95 Einsatzkräfte der Feuerwehr, 19 von Einsatz- und Rettungsfahrzeug sowie eine Streife der Polizei. Bei den Löscharbeiten kamen zudem eine Drohne der Feuerwehr sowie ein Hubschrauber der Polizei zum Einsatz, der mit einem Löschsack Wasser aus der Mosel zu der Brandstelle flog. Die Ermittlungen zu der Ursache des Feuers dauerten an. Die Polizei sucht nun nach Zeugen, die Hinweise geben können.

Feuer im Harz ausgebrochen – Zugverkehr teils eingestellt

15.05.2022, Sachsen-Anhalt, Stiege: Ein Feuerwehrmann steht an einem abgebrannten Hang und löscht einen Waldbrand bei Stiege im Harz. Auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern brannte es. Rund 200 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren im Einsatz. Foto: Matthias Bein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Stiege: Ein Feuerwehrmann steht an einem abgebrannten Hang und löscht einen Waldbrand bei Stiege im Harz. Auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern brannte es. Rund 200 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren im Einsatz.
(Matthias Bein/dpa)
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Auch in Sachsen-Anhalt ist am Wochenende erneut ein Waldbrand . Bei Stiege im Harz seien an einem steilen Hang zunächst rund 2500 Quadratmeter betroffen gewesen, sagte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Harz am Sonntag. Später weitete sich die Brandfläche rasant auf rund 2,5 Hektar aus, wie es hieß. Am Abend berichteten die Behörden, dass das Feuer gelöscht sei.

Etwa zwölf Feuerwehren waren den Angaben nach im Einsatz, um die Flammen zu löschen. Zudem sei ein Hubschrauber aus Thüringen angefordert worden, um den Brand auch aus der Luft zu bekämpfen. Die Ursache des Feuers sei noch unklar.

Agrarminister beraten zum Thema Waldbrandgefahr

Unterdessen teilten die Harzer Schmalspurbahnen auf der Internetseite mit, dass der Zugverkehr ab dem Bahnhof Drei Annen Hohne zum Brocken und zurück eingestellt wurde. Unklar war zunächst, ob und wie viele Ausflügler davon betroffen waren. Menschen seien nicht in Gefahr gewesen, hieß es am Abend aus der Leitstelle. Im Harz hatte es in den vergangenen Wochen mindestens zwei Mal in größerem Umfang gebrannt.

Sachsen-Anhalts Forstminister Sven Schulze (CDU) hatte unterdessen am Samstag angekündigt, das Land wolle sich dafür starkmachen, dass Waldbrände in Deutschland künftig schneller erkannt und bekämpft werden können. Möglich wäre dies durch den Ausbau von Computer- und Kamerasystemen und den Einsatz von Hubschraubern, auch für Löscharbeiten in schwer zugänglichen Gebieten. Am Montag wollen die Agrarminister von Bund und Ländern zum Thema Waldbrandgefahr beraten.

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