Warum es kaum Schnee gibt beim neuen Wintereinbruch | Weather.com
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Warum es beim nächsten Wintereinbruch kaum Schnee gibt

Der Wintereinbruch nächste Woche bringt kaum Schnee nach Deutschland. Doch warum ist das so?

Anfang Januar sah es noch so aus in Hamburg. Doch der neue Wintereinbruch soll lange nicht so viel Schnee bringen.
Anfang Januar sah es noch so aus in Hamburg. Doch der neue Wintereinbruch soll lange nicht so viel Schnee bringen.
(Christian Charisius/dpa )

Der Wintereinbruch nächste Woche kommt durch eine Kaltfront zustande. Die Kältewelle aus Osten wird dabei vom Hochdruck angetrieben. Und das ist der wesentliche Unterschied zu den bisherigen Wintereinbrüchen und der Grund dafür, warum es trotz kaltem Wetter in Deutschland kaum schneien wird.

Kaltfronten hängen eigentlich an Tiefdruckgebieten

Normalerweise gibt es Kaltfronten nur an Tiefdruckgebieten. An der Kaltfront bilden sich in der Regel dann Wolken und es kommt zu Niederschlag. Zudem setzt sich bei einer echten Kaltfront die kalte Luft vom Boden bis zur Tropopause durch. Die Luft ist oft instabil geschichtet und es kommt zu Schauern auf der Rückseite. Mit der Höhe nimmt die Temperatur grundsätzlich ab.

Kaum Schnee trotz Wintereinbruch: Woran das liegt

Das sieht nächste Woche allerdings anders aus. Nur in Bodennähe kommt die extreme Kaltluft zu uns. Mit zunehmender Höhe wird es wärmer. Damit gibt es eine stabile Luftschichtung: Die kalte Luft liegt unten und die wärmere Luft oben.

Und das liegt am Hochdruck. Denn ein Hochdruckgebiet ist nichts anderes als absinkende Luft aus großer Höhe. Und beim Absinken erwärmt sich die Luft, weil der Druck bei gleicher Masse zunimmt (adiabatisches Prinzip).

Das heißt auch, dass sich Wolken auflösen und der Himmel klar ist. Im Winter und Sommer ist das gleich, nur dass im Sommer die Sonne für Erwärmung sorgt. Im Winter ist aber die Ausstrahlung so stark, dass es immer weiter abkühlt.

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Während Hochdruck im Sommer also häufig warme Luftmassen entstehen lässt, sind es im Winter oft sehr kalte Luftmassen.

Zwei Faktoren, die gegen Schneefall sprechen:

  1. Die Temperaturschichtung ist stabil und die Luft bewegt sich vertikal überhaupt nicht.
  2. Der Hochdruck lässt auch dem kleinsten Schauer keine Chance, weil er die Luft von oben zu Boden drückt.

Außerdem ist die Luft sehr trocken. Selbst wenn so etwas wie Konvektion in Gang kommt, ist zu wenig Wasser da, um Wolken oder gar Niederschlag zu bilden.

Hier kann es trotzdem Schneefall geben

Es gibt natürlich auch Ausnahmen von der Regel: Wenn die kalte Luft beispielsweise auf Gebirge trifft, dann kann es zu einer Hebung kommen und dann sind auch ein paar Schneeflocken möglich. An den Alpen oder in den Hochlagen der Mittelgebirge kann das passieren.

An den Rändern des Hochdrucks kann es auch zu Schneefall kommen. Das passiert aber bei uns nächste Woche nicht, höchstens vielleicht in Südosteuropa.

Schneeschauer durch den Lake-Effekt

Und es gibt noch die Schneeschauer. Denn im Winter ist das Meer immer noch wärmer als die Luft. Und dann kann es zu Schauern kommen. Zwar ist die Luft grundsätzlich sehr trocken, streicht sie aber über die Nord- oder Ostsee, dann kann die Luft auch wieder Feuchtigkeit aufnehmen.

Wenn der Hochdruck nicht zu stark ist, dann bilden sich Schneeschauer, besonders an den Küsten. Das nennt man auch den Lake-Effekt, benannt nach den großen Seen in Nordamerika. Dort tritt dieses Wetterphänomen sehr häufig im Winter auf und kann große Schneemengen verursachen.

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