Starnberger See zwingt Superzelle zum Abdrehen | Weather.com
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Schutzschild für München: Starnberger See zwingt Superzelle zum Abdrehen

Auch wenn Unwetter gewaltige Naturereignisse sind und sich ihren Weg meist selbst suchen, gibt es Einflüsse, die ihre Zugbahn deutlich verändern können. In Bayern spielen dabei nicht nur Berge, sondern auch große Seen eine überraschend wichtige Rolle.

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Kann man Gewitter umleiten, oder gibt es etwas, dass sie zum Ablenken zwingt? Eigentlich sind gerade schwere Gewitter unheimlich kraftvoll und bahnen sich ihren Weg. Und doch gibt es Effekte, die sie zum Einlenken zwingen.

Schutzschild im Frühling – Gefahr im Sommer

Gewitter und auch Superzellen können umgelenkt werden. Und das passiert öfter, als man denkt. Offensichtlich können Berge den Weg versperren, aber auch Seen spielen eine große Rolle und können selbst schwerste Gewitter in eine neue Zugbahn zwingen.

So passiert am 06. Mai 2026, als eine Superzelle aus dem Raum Füssen direkt auf München zugesteuert ist.

Bis zu den großen Seen, also Ammersee und Starnberger See, sah es nach einem direkten Treffer für München und auch den Münchener Norden aus.

Superzelle dreht plötzlich ab

Aber dann ist die Superzelle plötzlich nach rechts abgedreht und hat vor allem den Münchener Süden und Südosten getroffen. Im späteren Verlauf ist die Superzelle nach Passau, Österreich und in der Nach auch nach Tschechien gezogen.

Diese Zugbahn kennen wir und sie ist relativ häufig. Denn die großen Seen verändern die Zugbahn der Gewitter, besonders im Frühling. Aber wir machen sie das?

Welche Rolle der Starnberger See spielt

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Das Wasser der Seen ist noch kühl und so bildet sich ein Kissen kühler Luft über dem Wasser. Und das mögen Gewitter überhaupt nicht. Gewitter und auch Superzellen leben von aufsteigender Warmluft. Und das ist im Frühling über den Seen einfach nicht gegeben. So geht auch das Gewitter den Weg des geringsten Widerstandes und hat einen südlichen Bogen eingeschlagen. Oft drehen Superzellen auch leicht nach rechts, was den Effekt noch verstärkt.

Auf jeden Fall hat das kalte Wasser vor allem des Starnberger Sees dafür gesorgt, dass das schwere Gewitter nicht direkt in die Münchener Innenstadt gezogen ist. Man kann also sagen, dass der Starnberger See eine Art Schutzschild für München ist.

Allerdings bedeutet das auch, dass der Südosten Münchens und im weiteren Verlauf auch Passau mehr Gewitter abbekommen durch diesen Effekt.

Wasserdampf ist Treibstoff für Gewitter

Und zum anderen gibt es ja noch den Sommer und Herbst. Und hier wird der Schutzschild zum Einfallstor. Denn ist das Seewasser sehr warm, dann wirkt es wie ein Brandbeschleuniger für späte Gewitter. Ist das Wasser also wärmer als die Luft, kann das zu einer Verstärkung der Gewitter kurz vor der bayerischen Hauptstadt führen. Auch das Wasserangebot nimmt jedes Gewitter gern mit, denn Wasserdampf ist noch mehr also die reine Lufttemperatur ein Treibstoff für Gewitter.

Es ist also ein zweischneidiges Schwert, dass da kurz vor München die Gewitterzugbahnen beeinflusst.

Neben Bergen und Seen, können auch Hügelketten gewisse Leitwirkungen entwickeln und Lee-Effekte können Gewitter auch sehr schnell mal auflösen.

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