Forscher sicher: Meteor löste Megaflut auf dem Mars aus | The Weather Channel
Advertisement
Advertisement

Forscher sicher: Meteor löste Megaflut auf dem Mars aus

Blick auf Mount Sharp im Gale-Krater auf dem Mars. NASA/JPL-Caltech/MSSS
https://www.nasa.gov/image-feature/jpl/pia21850/martian-ridge-looming-above-curiosity-prior-to-ascent
Im Gale-Krater auf dem Mars und am Mount Sharp haben Forscher Hinweise auf eine schwere Flut gefunden
(NASA/JPL-Caltech/MSSS)

Auf dem Mars gab es vor rund vier Milliarden Jahren Überschwemmungen gigantischen Ausmaßes. Forscher deuten das als weiteres Indiz, dass es auf dem Roten Planeten Leben gegeben haben könnte.

Ähnlich wie auf der Erde lässt sich das Wirken etwa von Wasser und Wind über Milliarden Jahre zurück auch aus den geologischen Strukturen des Mars' herauslesen.

In einem gemeinsamen Projekt untersuchten nun Forscher der Jackson State University, der Cornell University, des Jet Propulsion Laboratory und der University of Hawaii Daten zu den Gesteinsschichten, die der Curiosity-Rover der Nasa übermittelt hat. Die Arbeit "Ablagerungen von gewaltigen Überschwemmungen im Gale-Krater und ihre Auswirkungen auf das Klima des frühen Mars" wurde am 5. November in „Scientific Reports“ veröffentlicht.

Markante Muster in den Sedimentschichten

Demnach wurden im Gale-Krater wellenförmige Muster in den Sedimentschichten gefunden, die oft als "Megarippel" oder Antidünen bezeichnet werden. Nach Angaben des Hauptautors Ezat Heydari, Professor für Physik an der Jackson State University, sind sie etwa 9 Meter hoch und gut 137 Meter voneinander entfernt.

Diese Antidünen deuteten auf „Megafluten“ am Boden des Kraters vor etwa vier Milliarden Jahren hin. Die Merkmale seien identisch mit denen, die durch das Schmelzen von Eis auf der Erde vor etwa zwei Millionen Jahren entstanden sind, sagte Heydari laut einer Mitteilung auf eurekalert.com.

Hitze durch Meteoreinschlag

Advertisement

Die wahrscheinlichste Ursache für die Überschwemmungen auf dem Mars ist den Forschern zufolge, dass ein Meteor einschlug und die dabei erzeugte Hitze das Eis schmelzen ließ. So wurden Kohlendioxid und Methan aus den gefrorenen Reservoiren des Planeten freisetzt. Der Wasserdampf und die Freisetzung der Gase führten zusammen zu einer kurzen Periode warmer und feuchter Bedingungen auf dem roten Planeten.

Sintflutartige Regenfälle

Durch die Kondensation bildeten sich Wasserdampfwolken, die wiederum sintflutartige Regenfälle erzeugten, möglicherweise auf dem ganzen Planeten. Dieses Wasser drang in den Krater ein und verband sich dann mit Wasser, das vom Mount Sharp (im Krater) herunterkam, um gigantische Sturzfluten zu erzeugen, die zu den Kiesrücken in der Hummocky Plains Unit und den Grat- und Gratband-Formationen in der Striated Unit führten.

"Wir haben die Megafluten erstmals anhand detaillierter sedimentologischer Daten identifiziert", schreibt Mitautor Alberto G. Fairén.

Langlebige Gewässer

Das Wissenschaftsteam der Curiosity Rover hat bereits festgestellt, dass es im Gale-Krater in der Vergangenheit Seen und Flüsse gab. Diese langlebigen Gewässer sind gute Indikatoren dafür, dass in dem Krater sowie auf dem Mount Sharp in seinem Inneren mikrobielles Leben möglich war.

„Äußerst aktiver Planet“

„Der frühe Mars war aus geologischer Sicht ein äußerst aktiver Planet“, sagte Fairén. „Der Planet hatte die notwendigen Bedingungen, um das Vorhandensein von flüssigem Wasser auf der Oberfläche zu unterstützen - und auf der Erde, wo es Wasser gibt, gibt es auch Leben.“

Sein Fazit: "So früh war der Mars ein bewohnbarer Planet." Ob der tatsächlich bewohnt war, sei allerdings eine Frage, die mit Hilfe des nächsten Rovers Perseverance (Beharrlichkeit) beantwortet werden müsse.

Der Rover Perseverance wurde am 30. Juli von Cape Canaveral aus ins All gebracht. Er soll den Mars am 18. Februar 2021 erreichen.

Advertisement