Mission „Artemis“: Nasa will 2025 erste Frau zum Mond schicken | The Weather Channel
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Mission „Artemis“: Nasa will 2025 erste Frau zum Mond schicken

Following Shot of Brave Astronaut in Space Suit Confidently Walking on Moon Towards Planet Earth. Earth as viewed from Moon surface. Covered in Rocks. First Astronaut On the Moon Surface.  Flight over Moon craters. Moon surface, Desert, Cliffs, sand. Big Moment for the Human Race. Advanced Technologies, Space Exploration/ Travel, Colonization Concept.
Bei der bemannten Raumfahrt setzt Nasa künftig auf mehr Diversität: Beim nächsten Flug zum Mond sollen Frauen und auch Menschen mit unterschiedlicher Hautfarbe teilnehmen
(GettyImages)

Zurück zum Mond, unter anderem mit der ersten Frau, und dann zum Mars: Die Nasa hat große Pläne für ihre bemannte Raumfahrt. Bislang zeigt sich die „Artemis“-Mission aber vor allem krisengeplagt. Jetzt soll ein unbemannter Bodentest endlich klappen.

Fast genau 50 Jahre ist es her, dass zum bislang letzten Mal ein US-Astronaut auf dem Mond stand. „Wir gehen, wie wir gekommen sind, und so Gott es will, werden wir so auch wieder zurückkommen - mit Frieden und Hoffnung für die gesamte Menschheit“, sagte der 2017 gestorbene Nasa-Astronaut Eugene Cernan, bevor er im Dezember 1972 mit der „Apollo 17“-Mission den Erdtrabanten wieder verließ. Insgesamt zwölf Astronauten brachten die USA als bislang einziges Land mit den „Apollo“-Missionen zwischen 1969 und 1972 auf den Mond.

Mit dem „Artemis“-Programm, benannt nach der Göttin des Mondes und Zwillingsschwester des Gottes Apollo aus der griechischen Mythologie, will die US-Raumfahrtbehörde nun rund ein halbes Jahrhundert später die Vorhersage des bislang letzten Mond-Besuchers Cernan wahr werden lassen.

Mehr Diversität im All

US-Astronauten, darunter auch erstmals eine Frau und ein nicht-weißer Mensch, sollen zurück zum Mond. Auch ein Rover soll mit, und zudem sollen auf dem Mond und in dessen Umlaufbahn Außenposten entstehen. „Diese Elemente werden es unseren Robotern und Astronauten erlauben, sich mehr zu bewegen und mehr zu erforschen als je zuvor“, heißt es von der Nasa. Später soll sogar der Mars als Ziel von Astronauten anvisiert werden.

Der Auftakt von „Artemis“ verlief bislang allerdings alles andere als plangemäß. Entwicklung und Bau der Rakete „Space Launch System“ und der Kapsel „Orion“ dauerten länger und waren teurer als vorhergesehen. Ein erster unbemannter Bodentest des Systems musste im März auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral im Bundesstaat Florida mehrfach wegen unterschiedlicher technischer Probleme abgebrochen werden.

Jetzt hat die Nasa das Raketensystem für ein zweites sogenanntes „Wet Dress Rehearsal“, bei dem bis auf den eigentlichen Start alle Abläufe getestet werden sollen, erneut auf Cape Canaveral ausgerollt. Der Test ist nach Nasa-Angaben für Samstag (18.6.) geplant (Stand 13.6.). Ein echter Start soll frühestens im August erstmals getestet werden.

ARCHIV - 17.03.2022, USA, Cape Canaveral: Die Rakete «Space Launch System» mit der «Orion»-Kapsel wird auf einer Art Transportwagen aus der Werkshalle herausgefahren auf dem Weg zur Startrampe 39B im Kennedy Space Center. Japan und seine Schutzmacht USA wollen die Zusammenarbeit bei der Erforschung des Weltraums über die nächsten Jahrzehnte ausweiten. (zu dpa "Bericht: USA und Japan wollen Weltraum-Kooperation ausbauen") Foto: John Raoux/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Artemis-Rakete der Nasa mit dem Orion-Raumschiff an Bord

Vorherige Pläne für eine Rückkehr der USA zum Mond waren ebenfalls krisengeplagt und letztendlich immer wieder gescheitert - an Kostenexplosionen, unterschiedlichen Prioritätensetzungen und anderen Problemen. Das vom früheren US-Präsidenten George W. Bush unterstützte „Constellation“-Programm beispielsweise, das bemannte Mondlandungen vorgesehen hatte, wurde von seinem Nachfolger Barack Obama wegen zu hoher Kosten wieder abgesägt.

Obama hatte den Fokus auf den Mars gelegt - sein Nachfolger Donald Trump schwenkte dann wieder auf den Mond um, mit dem Mars eher als langfristigem Ziel. Unter seiner Präsidentschaft kam die „Artemis“-Mission ins Spiel - auch, so sagen Beobachter, weil Trump sich US-Astronauten auf dem Mond noch während seiner Präsidentschaft gewünscht hatte, um das als seinen Erfolg feiern zu können. Bis 2024 hatte die erste bemannte Mondlandung im Rahmen des „Artemi“-Programms ursprünglich stattfinden sollen, Trump wurde dann allerdings schon 2020 abgewählt.

Biden behält Trumps Mondpläne bei

In seltener Übereinstimmung behielt Nachfolger Joe Biden das Programm bei, allerdings wurde schnell klar, dass der ursprüngliche Zeitplan nicht zu halten ist. „Das Ziel der Trump-Regierung, einer Landung von Menschen 2024, hat nicht auf technischer Machbarkeit gegründet“, sagte der von Biden ernannte Nasa-Chef Bill Nelson im vergangenen Jahr - und verschob die erste bemannte Landung auf frühestens 2025.

Bis dahin muss allerdings noch viel geklärt und getestet werden. Unter anderem wetteifern derzeit die Raumfahrtfirmen SpaceX von Elon Musk und Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos um den Auftrag, ein Mondlandegerät zu bauen. Vier Astronauten sollen mit „Orion“ in die Mondumlaufbahn gebracht werden, wo zwei von ihnen für den Endanflug zum Erdtrabanten dann auf dieses Landegefährt umsteigen sollen.

Auch die Astronauten, die dabei sein sollen, sind noch nicht endgültig ausgewählt worden. Die Nasa gibt sich aber trotz aller Rückschläge und Krisen bei dem Projekt siegessicher und prophezeit auf der „Artemis“-Webseite: „Unser Erfolg wird die Welt verändern.“

China will Forschungsstation auf dem Mond bauen

Allerdings sind die USA mit ihren Mond-Plänen nicht allein. Auch China arbeitet daran, eigene Astronauten auf den Mond zu bringen. Mehrfach ist die Volksrepublik bereits mit Forschungsrobotern auf der Mondoberfläche gelandet und hat auch erfolgreich Mondgestein auf die Erde zurückgebracht. In den 2030er-Jahren, so heißt es in Berichten chinesischer Staatsmedien, soll in einem weiteren Schritt eine permanente Station auf dem Erdtrabanten entstehen. Die Forschungsstation könnte demnach gemeinsam mit Russland aufgebaut und betrieben werden.

Chronologie der Reisen zum Mond - nach 12 Männern nun eine Frau?

Apollo 12 astronaut stands beside the United States flag after it was unfurled on the lunar surface during the first extravehicular activity. Several footprints made by the crew can be seen in the photograph. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: StocktrekxImages stk200060s

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"Apollo 11"-Kommandant Neil Armstrong setzte im Juli 1969 als erster Mensch seinen Fuß auf die Oberfläche des Mondes
(Imago)

Rund 50 Jahre nach der ersten Mondlandung von Nasa-Astronauten wollen die USA wieder Menschen auf den Erdtrabanten bringen. Dann soll eine der letzten Männerbastionen fallen. Denn Frauen haben inzwischen zwar auch das All erobert, aber auf dem Mond war noch keine. Ein Blick in die Geschichte:

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1957: Mit „Sputnik 1“ schießt die Sowjetunion den ersten künstlichen Satelliten ins All. Bald darauf umkreist die Hündin „Laika“ an Bord von „Sputnik 2“ die Erde.

1961: Der Russe Juri Gagarin ist der erste Mensch im All, als erster Amerikaner folgt Alan Shepard an Bord einer „Mercury“-Raumkapsel. US-Präsident John F. Kennedy kündigt an, schon bald werde ein Amerikaner auf dem Mond landen.

1963: Als erste Frau wird die Russin Valentina Tereschkova ins All geschickt. Die Kosmonautin umrundet an Bord des Raumschiffs „Wostok 6“ die Erde 49 Mal.

1965: Als erster Mensch schwebt der Russe Alexej Leonow zehn Minuten frei im All. An Bord von "Gemini IV" unternimmt Edward White den ersten Weltraumspaziergang eines US-Astronauten.

1966: Die sowjetische Mondfähre «Luna 9» setzt auf dem Erdtrabanten auf. Es ist die erste kontrolliert abgebremste Landung auf dem Mond.

1968: Als erste bemannte Mission startet «Apollo 8» mit drei Astronauten an Bord und umrundet den Mond.

Juli 1969: "Apollo 11"-Kommandant Neil Armstrong (USA) setzt als erster Mensch seinen Fuß auf die Oberfläche des Mondes und schreibt Geschichte.

November 1969: Wenige Monate später gelingt der Besatzung von "Apollo 12" die zweite Landung. Diesmal betreten Charles Conrad und Alan Bean den Mond.

1971/72: Vier Missionen folgen - bis im Dezember 1972 die Fähre von «Apollo 17" als bislang letztes bemanntes Raumschiff den Mond erreicht. Insgesamt haben 12 Menschen den Mond betreten - jeder von ihnen ein männlicher, weißer US-Amerikaner.

1983: Für die USA startet erstmals eine Frau ins All. Die 32-jährige Sally Ride ist Teil der fünfköpfigen Crew der US-Weltraumfähre "Challenger". Inzwischen haben Dutzende Frauen vieler Nationen an Weltraummissionen teilgenommen - zuletzt die US-Astronautin Kayla Barron, die zusammen mit dem Deutschen Matthias Maurer an Bord der Weltraumstation ISS arbeitete.

2019: Der damalige US-Vizepräsident Mike Pence kündigt an, dass die USA wieder Astronauten zum Mond schicken wollen: "Die erste Frau und der nächste Mann auf dem Mond werden beide amerikanische Astronauten sein, die mit amerikanischen Raketen von amerikanischem Boden abgehoben sind." Das Zieldatum 2024 wurde inzwischen aber auf 2025 verschoben.

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