Sternschnuppen-Regen im August: Die Perseiden zeigen sich wieder | Weather.com
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Sternschnuppen-Regen im August: Die Perseiden zeigen sich wieder

Sternschnuppen bestehen aus den Überresten der Entstehung unseres Sonnensystems.
Sternschnuppen bestehen aus den Überresten der Entstehung unseres Sonnensystems.
(GettyImages)

Sternschnuppen haben die Menschen schon seit jeher fasziniert. So glaubten die Menschen früher etwa, sie seien die Seelen der Verstorben auf ihrem Weg in den Himmel. Bis heute sprechen viele Menschen in Gedanken einen Wunsch aus, wenn sie eine Sternschnuppe entdecken. Selbst der Vorsitzende der Astronomischen Vereinigung Lilienthal, Gerald Willems, schickt häufig einen Wunsch gen Himmel, obwohl er ganz genau weiß, dass die Sternschnuppen kein magisches Phänomen sind. Im Gegenteil: „Sternschnuppen sind eigentlich etwas völlig Normales. Sie treten ständig und überall und zu allen Zeiten auf“, sagt er nüchtern. „Dennoch kann ich gut verstehen, dass viele sich etwas wüschen – Sternschnuppen sehen auch einfach toll aus und es ist ein schönes Gefühl eine zu sehen.“

Sternschuppen sind Überreste aus dem Sonnensystem

Wie Willems erklärt, bestehen die Sternschnuppen aus den Überresten der Entstehung unseres Sonnensystems. „Dieses ist aus einer riesigen Staub- und Gaswolke entstanden und all das Material, das dabei nicht zu Sternen und Planeten verschmolzen ist, schwirrt nun in unserem Sonnensystem herum“, sagt er. Diese Überreste haben unterschiedliche Größen: Es können Brocken in der Größe eines Fußballs aber auch kleine Staubteilchen sein. Zur Sternschnuppe kommt es, wenn die Erde, die sich mit rasanter Geschwindigkeit um die Sonne dreht, mit den Teilen zusammentreffen.

„Sternschnuppen – in der Fachsprache Meteore genannt - kommen also aus der Umgebung des Sonnensystems zu uns“, sagt der Experte. „Oft stammen sie aus den Randgebieten, vor allem aber aus der näheren Umgebung der Planetenbahnen. Sie halten sich dabei keineswegs an die Bewegungsrichtung der Planeten. Bewegt sich unsere Erde durch diese Überreste, kollidieren sie mit der Erde und verglühen in den oberen Schichten der Atmosphäre.“
Übrigens: Nicht alle Meteore verglühen dabei komplett. „Wenn Überbleibsel auf unsere Erde treffen, nennt man sie Meteorit“, so der Fachmann.

Perseiden: Erde rast durch Kometenschweif

Auch wenn Sternschnuppen das ganze Jahr über auftreten, so gibt es für Sternengucker Zeiten, in denen sich der Blick in den Himmel besonders lohnt: Immer dann, wenn die Erde einen Meteorstrom – also die Teilchen, die ein Komet hinterlässt – durchkreuzt. Das ist zum Beispiel im August der Fall. „Das prominenteste Beispiel sind sicherlich die Perseiden“, sagt Willems. „Hier rast die Erde durch einen Meteorstrom eines Kometen, im Falle der Perseiden ist das der Schweif von Swift-Tuttle.“

Ihren Namen verdankt der Meteorstrom dem Umstand, dass es aussieht, als würden die Sternschnuppen aus dem Sternbild des Perseus stammen. „Tatsächlich hat man das Gefühl, dass die Sternschnuppen alle aus einem Punkt herauskommen, aber das sieht nur so aus“, sagt Willems. „Die Erde jagt mit 40.000 Kilometern pro Stunde durch den Strom und der optische Effekt ist ähnlich, wie wenn Sie bei Schneegestöber Auto fahren. Da haben Sie auch das Gefühl, die Flocken kommen von vorne direkt auf Sie zu - dabei fallen sie nach wie vor von oben nach unten.“

Perseiden erreichen Höhepunkt um den 12. August

Während die ersten Sternschnuppen der Perseiden schon ab Mitte Juli zu sehen sind, erreichen sie den Höhepunkt um den 12. August. Besonders gute Chancen, die Sternschnuppen zu sehen, hat man bei freiem Himmel mit wenig künstlichem Licht ab 23 Uhr. „Blicken Sie Richtung Osten auf das Sternbild des Perseus. Wer das nicht so ohne weiteres erkennt, der kann auch die bekanntere Cassiopeia in der Nähe des Polarsterns suchen – Perseus liegt etwas darunter“, rät Willems.

So sehen die Sternenbilder von Perseus und Cassiopeia aus
So sehen die Sternenbilder von Perseus und Cassiopeia aus
(GettyImages)
  • Tipp: Es gibt viele kostenlose Apps – etwa Star Walk 2 – mit denen Nutzer per Smartphone die Sternenbilder am Nachthimmel kinderleicht finden können.
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Wer die Perseiden verpasst, der kann sein Glück bei anderen Meteorschauern versuchen. Da die Erde die Kometenströme stets auf ihrer Umlaufbahn durchkreuzt, treten die Schauer jährlich zur gleichen Zeit auf: Beispielsweise die Leoniden im November oder die Geminiden im Dezember.

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