Sonnenfinsternis und Perseiden an einem Tag | Weather.com
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Sonnenfinsternis und Sternschnuppen – alles an einem Tag im August

Die Sonnenfinsternis am 12. August ist über Deutschland nur teilweise zu sehen. Doch nachts fliegen die Sternschnuppen.

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Es ist schon mehr als ein Vierteljahrhundert her: 1999 hat sich der Mond in Mitteleuropa zum letzten Mal vollständig vor die Sonne geschoben. Am 12. August 2026 wiederholt sich das seltene Ereignis der totalen Sonnenfinsternis, diesmal über Nordspanien und den Balearen. Deutschland erlebt dagegen nur eine partielle Sonnenfinsternis.

Dazu kommt ein zweites Super-Ereignis: In der Nacht auf den 13. August erreichen die Perseiden ihr Maximum, der bekannteste Sternschnuppenstrom des Jahres.

Was passiert bei einer totalen Sonnenfinsternis?

Der Mond schiebt sich genau zwischen Sonne und Erde und wirft einen Schatten auf die Erdoberfläche. Das geschieht nur bei Neumond, wenn Sonne, Mond und Erde auf einer Linie stehen und der Mond von der Erde aus unsichtbar ist. Wer im Kern des Schattens steht, sieht die Sonne für kurze Zeit komplett verschwinden – das ist die Totalität. Ringsum bleibt nur der Halbschatten, dort deckt der Mond die Sonne nur teilweise ab.

Bilder der partiellen Sonnenfinsternis im März 2025

Die partielle Sonnenfinsternis ist hinter der bekrönenden Viktoria von Friedrich Drake "Goldelse"der Siegessäule zu sehen. Neben Deutschland und großen Teilen Europas ist das Himmelsereignis auch aus dem Nordwesten Afrikas und dem Norden Russlands zu beobachten gewesen. Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Berlin

Die partielle Sonnenfinsternis ist hinter der bekrönenden Viktoria von Friedrich Drake "Goldelse"der Siegessäule zu sehen. Neben Deutschland und großen Teilen Europas ist das Himmelsereignis auch aus dem Nordwesten Afrikas und dem Norden Russlands zu beobachten gewesen. Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Während der Totalität wird es dämmrig, die Temperatur fällt um mehrere Grad und um die schwarze Sonnenscheibe leuchtet die Korona hell auf, also der äußere Teil der Sonnenatmosphäre. Zu Beginn und am Ende blitzt der sogenannte Diamantring auf, ein greller Lichtpunkt am Rand des Mondes. Weil der Kernschatten nur einen schmalen Streifen über die Erde zieht, erleben diesen Moment jeweils nur wenige Regionen.

Warum steht die Sonne diesmal so tief?

Die Finsternis fällt diesmal über Spanien und mit dem Abend zusammen, deshalb steht die Sonne nur knapp über dem Horizont. Je nach Ort erreicht sie zur Totalität eine Höhe zwischen zwei und zwölf Grad, wie die Fachzeitschrift Sky & Telescope berichtet.

Auf den Balearen sind es nur zwei bis drei Grad. Wenn die Sonne so flach steht, verzerrt die dichte Luft am Horizont ihre Scheibe zu einem flachen Oval. Für Beobachter heißt das vor allem eines: Nur mit völlig freiem Blick nach Westnordwesten ist die verdunkelte Sonne überhaupt zu sehen. Schon ein Berg, ein Haus oder ein Dunstband reicht, um die tief stehende Sonne zu verdecken.

Wo ist die Sonnenfinsternis 2026 am besten zu sehen?

Die Zone der Totalität zieht von der Arktis über Grönland und Island bis zur Iberischen Halbinsel. Der Kernschatten trifft die spanische Atlantikküste in Galicien und wandert schräg übers Land bis zu den Balearen. Laut NASA und ESA ist der Streifen der Totalität rund 290 Kilometer breit und überdeckt etwa 40 Prozent Spaniens.

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Die besten Aussichten auf klaren Himmel bietet das Ebro-Tal um Zaragoza, das zudem gut mit dem Zug erreichbar ist. Mallorca und Menorca liegen ebenfalls im Kernschatten und bekommen rund 1,36 Minuten Totalität, allerdings mit der beschriebenen tief stehenden Sonne. Immerhin bleibt der Himmel über den Inseln im August in etwa 75 Prozent der Fälle klar. Wer die Totalität sicher erwischen will, muss sich einen erhöhten Punkt an der Küste mit offenem Blick übers Meer suchen.

Der Mond verdeckt die Sonne während einer totalen Sonnenfinsternis, die von Millionen Menschen in Teilen von Nord-, Süd- und Mittelamerika 2020 bewundert werden konnte.
Totale Sonnenfinsternis: Am 12. August 2026 ist dieses seltene Phänomen in Spanien zu sehen. In Deutschland erscheint es nur als partielle Sonnenfinsternis.
(dpa)

Wie viel sieht man in Deutschland?

In Deutschland deckt der Mond die Sonne nicht ganz ab, je nach Ort verschwinden zwischen 85 und 90 Prozent dahinter. Das Bundesamt für Strahlenschutz nennt für Freiburg einen Bedeckungsgrad von rund 90 Prozent, für Berlin etwa 85 Prozent.

Das Ereignis beginnt am Mittwoch, 12. August gegen 19 Uhr, das Maximum ist gegen 20.15 Uhr und damit kurz vor Sonnenuntergang. Auch hier steht die Sonne dann flach im Westnordwesten, ein offener Horizont hilft also ebenso.

Nächste Chance hierzulande erst in 55 Jahren

Auf die nächste totale Sonnenfinsternis, die von Deutschland aus zu sehen ist, müssen Beobachter laut dem Haus der Astronomie in Heidelberg bis zum 3. September 2081 warten.

Dieselbe Nacht bringt die besten Sternschnuppen seit Jahren

In der Nacht auf den 13. August 2026 erreichen die Perseiden ihr Maximum. Jeden August zieht die Erde durch die Staubspur des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Dessen winzige Teilchen verglühen in der Atmosphäre und ziehen als helle, schnelle Leuchtspuren über den Himmel. Weil sie scheinbar alle aus dem Sternbild Perseus kommen, tragen sie dessen Namen.

Das Besondere in diesem Jahr: Eine Sonnenfinsternis gibt es nur bei Neumond und ohne Mond am Himmel stört in dieser Nacht kein fremdes Licht. Unter dunklem Himmel lassen sich dann bis zu 100 Meteore pro Stunde zählen. Diese optimalen Bedingungen werden laut NASA für eines der besten Sternschnuppen-Ereignisse seit Jahren sorgen.

Wie beobachtet man eine Sonnenfinsternis sicher?

Nur mit einer zertifizierten Schutzbrille, denn der ungeschützte Blick in die teilverdeckte Sonne kann innerhalb von Sekunden die Netzhaut schädigen. Davor warnt das Bundesamt für Strahlenschutz ausdrücklich, auch am tief stehenden Abendhimmel.

Nur wer innerhalb der spanischen Totalitätszone steht, sollte die wenigen Sekunden der vollständig bedeckten Sonne mit bloßem Auge ansehen. In Deutschland bleibt die Sonne durchgehend zumindest teilweise sichtbar, hier ist eine Schutzbrille Pflicht.

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