Himmlischer Ausblick: Das Herbst-Viereck kommt | Weather.com
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Himmlischer Ausblick: Das Herbst-Viereck kommt

Der Sommer verabschiedet sich, auch vom Sternenhimmel. Das markante Herbstviereck nimmt seinen Platz am Nachthimmel ein. Mondsichel und Jupiter bieten im Oktober einen netten Anblick.

Der Sommer verabschiedet sich auch am Nachthimmel: Herbststernbilder sind inzwischen alle vollständig vertreten.
(Getty)

Am abendlichen Westhimmel nimmt zwar noch das Sommerdreieck seinen Platz ein - die drei Sterne Wega, Deneb und Atair sind leicht zu erkennen. Die Herbststernbilder sind aber inzwischen alle vollständig vertreten. Der Pegasus nimmt hoch im Süden seine Stellung ein. Sein markantes Sternenquadrat fällt sofort auf. Zum Pegasusquadrat sagt man auch Herbstviereck.

Das Himmels-W markiert die Königin Kassiopeia und steht fast im Zenit. Die mittlere Spitze des Sternen-Ws deutet auf den Polarstern. Verlängert man diese Sichtlinie, so trifft man auf den Großen Wagen, der knapp über dem Nordhorizont steht und deshalb an Herbstabenden nicht leicht zu finden ist. Zwischen Polarstern und Zenit stößt man auf den Kepheus, Gemahl der Königin Kassiopeia. Allerdings ist König Kepheus nicht so leicht zu erkennen wie seine Gemahlin Kassiopeia, die durch das markante Sternen-W dargestellt wird.

Beide sind die Eltern der Prinzessin Andromeda, die ebenfalls am Herbsthimmel vertreten ist. Die Sternenkette der Andromeda zieht sich vom Herbstviereck in Richtung Nordosten und deutet auf den Perseus. Weiter geht der Blick und trifft auf den hellen Stern Kapella im Fuhrmann. Die Gegend im Südosten nimmt das Bild des Walfisches ein.

Himmlisches Meeresungeheuer

Der Walfisch ist Mitglied der Andromedagruppe. Er ist kein Fisch und erst recht kein Wal, sondern ein Fabelwesen, Cetus mit seiner lateinischen Bezeichnung. Cetus ist das Meeresungeheuer, das die an einen Felsen geschmiedete Andromeda verschlingen will. Andromeda sollte zur Strafe für die eitle Kassiopeia dem Meeresungeheuer Cetus geopfert werden. So hat es das Orakel von Delphi dem König Kepheus mitgeteilt.

Doch in höchster Not, kurz bevor Cetus die Prinzessin Andromeda verschlingen kann, naht der Held Perseus auf seinen Flügelschuhen durch die Lüfte und präsentiert Cetus das abgeschlagene Haupt der Gorgo Medusa. Der Anblick des Medusenkopfes lässt Cetus zu Stein erstarren. Perseus erhält Andromeda zur Frau und von Kepheus das halbe Königreich Äthiopien.

Mondsichel an Jupiter bieten ein nettes Paar

Mars und Jupiter sind Planeten der zweiten Nachthälfte. Zu Monatsbeginn passiert der Rote Planet den Sternhaufen Praesepe oder Krippe im Sternbild Krebs. Am 6. Oktober zieht die abnehmende Mondsichel an Jupiter vorbei - ein netter Himmelsanblick gegen 5 Uhr morgens.

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Der Ringplanet Saturn kommt am 4. im Sternbild Cetus in Opposition zur Sonne. Saturn geht abends im Osten auf, erreicht um Mitternacht seine Höchststellung im Süden und geht morgens zu Sonnenaufgang im Westen unter. Zur Opposition erreicht der Ringplanet seine geringste Entfernung von der Erde. Ihn trennen dann 1.260 Millionen Kilometer von uns. Das von Saturn reflektierte Sonnenlicht ist dabei eine Stunde und zehn Minuten zu uns unterwegs.

Die Venus kommt uns so nah wie sonst kein Planet

Unser Nachbarplanet, die strahlende Venus, hat ihre Abendsternperiode beendet und ist nicht mehr zu sehen. Ab dem 2. wandert sie von Ost nach West durch den Tierkreis und steuert auf die Sonne zu, die ihr entgegenkommt. Am 24. trifft sie mit ihr im Sternbild Jungfrau zusammen. An diesem Tag überholt Venus die Erde auf der Innenbahn. Dabei kommt sie bis auf 41 Millionen Kilometer an die Erde heran. So nahe kommt uns kein anderer Planet, nicht einmal Mars. Bereits Mitte November taucht Venus am Morgenhimmel auf. Sie bleibt das ganze Winterhalbjahr über Morgenstern. Ihre Morgensternperiode endet erst im Juni 2027.

Der flinke Planet Merkur erreicht am 12. mit 25 Grad seinen größten östlichen Winkelabstand von der Sonne. Trotz des relativ großen Abstands kommt es in unseren Breiten nicht zu einer Abendsichtbarkeit, denn er hält sich weit südlich auf. In den Mittelmeerländern und in Afrika kann Merkur jedoch kurz am westlichen Abendhimmel erspäht werden.

Tageslänge schrumpft um eineinhalb Stunden

Die Neumondposition tritt am 10. Oktober um 17.50 Uhr ein. Vollmond wird am 26. um 5.12 Uhr im Sternbild Fische erreicht. Mit 369.334 Kilometern Entfernung kommt der Mond am 1. kurz vor Mitternacht in Erdnähe, während ihn am 17. in Erdferne 404.643 Kilometer von uns trennen. Am 28. abends kommt er mit 364.407 Kilometer nochmals in Erdnähe. In der Nacht vom 27. auf den 28. bedeckt der noch fast volle Mond einige Sterne der Plejaden. Die Plejaden, auch Siebengestirn genannt, sind ein Sternhaufen im Sternbild Stier.

Die Sonne wandert entlang des absteigenden Astes ihrer Jahresbahn. Am 23. tritt sie zu Mittag in das Tierkreiszeichen Skorpion. Am Monatsende wechselt sie aus dem Sternbild Jungfrau in das der Waage. Zur Monatsmitte passiert sie den Jungfrauhauptstern Spica ein wenig nördlich. Die Mittagshöhe nimmt um elf Grad ab, die Tageslänge schrumpft um eineinhalb Stunden.

Die Uhren werden umgestellt

Am 25. Oktober endet die Sommerzeit. Die Uhren sind um 3 Uhr auf 2 Uhr MEZ zurückzustellen. Die Mitteleuropäische Zeit ist die mittlere Sonnenzeit des Meridians 15 Grad östlich des Nullmeridians, der durch die alte Sternwarte von Greenwich bei London geht. Die mittlere Sonnenzeit des Nullmeridians gilt als Weltzeit (Coordinated Universal Time, UTC).

Würde man die Uhren nicht auf MEZ zurückstellen, ginge die Sonne in der letzten Dezemberwoche in Hamburg erst um 9.37 Uhr auf, in Berlin um 9.17 Uhr und in München erst um 9.12 Uhr.

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