Kilometergroße Platte bildet sich unter Grönland – mit verhängnisvollen Folgen | Weather.com
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Kilometergroße Platte bildet sich unter Grönland – mit verhängnisvollen Folgen

Die Eisberge in der Disko Bucht Grönland im Sommer *** The icebergs in Disko Bay Greenland in summer
Grönland verlor diesen Sommer Milliarden Tonnen Eis
(imago images)

Es steht nicht gut um Grönlands Eisdecke. Allein dieses Jahr verlor Grönland aufgrund der europäischen Hitzewelle Milliarden Tonnen Eis, was zu einem rasanten Anstieg des Meeresspiegels führt.

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Forscher der University of Colorado machten nun eine Entdeckung, die darauf hinweist, dass sich der Meeresspiegelanstieg verdoppeln bis verdreifachen könnte.

Meterdicke Eisplatten unter der Oberfläche

Immer mehr Schmelzwassertümpel bilden sich im Sommer auf Grönlands Eisschicht, die normalerweise von Schnee und Firn aufgenommen werden. Das bedeutet, dass das Wasser ins poröse Eisschild sickert und darin wieder gefriert.

Doch diese Absorption findet nicht mehr statt: Die Forscher entdeckten bei ihren Untersuchungen bereits im Jahr 2012 eine meterdicke Eisplatte, die sich unter der Oberfläche des Eisschilds über mehrere Kilometer ausbreitet.

Wasser kann nicht einsickern und fließt direkt ins Meer

Es stellte sich heraus, dass diese Eisplatten eine undurchdringliche Barriere darstellen und somit das Schmelzwasser nicht einsickern kann. Sie dienen als eine Art „Abflusszone“, worauf das Wasser abfließt und direkt ins Meer gelangt. Das führt zu einem schnelleren Anstieg des Meeresspiegels.

Eisplatten breiten sich weiter aus

Bereits im Jahr 2014 bedeckten die Eisplatten vier Prozent der Gesamtfläche Grönlands – und sie wachsen weiter. Mit jedem Sommer, in dem es zu einem starken Abschmelzen kam, wurden die Eisplatten dicker und breiteten sich weiter aus.

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In diesem Sommer konnte das erste Mal nachgewiesen werden, dass das Schmelzwasser aus Grönland nicht in den Firn einsickert, sondern an der Oberfläche abläuft und ins Meer fließt.

„Wir beobachten, wie ein Eisschild seinen Zustand vor unseren Augen schnell verändert, was erschreckend ist“, so der leitende Studienautor Mike MacFerrin, ein Glaziologe an der Universität von Colorado, Boulder.

Meeresspiegelanstieg um nahezu 30 Prozent

Wie genau entstehen diese Eisplatten? MacFerrin zufolge entstehen sie dort, wo mehr Schmelzwasser entsteht als es Firnschnee absorbieren kann. Das poröse Material des Firns wird mit dem überschüssigen Wasser gefüllt und gefriert daraufhin zu Eis.

Die Platten sind bis zu 15 Metern dick und haben eine Länge von 40 Kilometern. Die Forscher rechneten aus, dass die Verbreitung der Platten bis 2100 zu einem Meeresspiegelanstieg um nahezu 30 Prozent führen kann.

Der Meeresspiegelanstieg könnte demnach unterschätzt worden sein und um die größte Insel der Erde steht es schlechter als gedacht.

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