Klimawandel verstärkt Konflikte in der Tschadsee-Region | Weather.com
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Klimawandel verstärkt Konflikte in der Tschadsee-Region

Aerial view of the Ounianga Sérir Lake, one of the legendary Lakes of Ounianga in North-Eastern Chad. These remote lakes are definetely one of the greatest natural wonders on our planet. In the middle of the endless Sahara Desert, actually in a basin between the  mountains of Western Tibesti and the Eastern Ennedi massif there is a total of 18 lakes. All togehter the lakes are covering a surface of approx. 20 square kilometers. The Lakes of Ounianga were declared as an UNESCO World Heritage site in 2012.
In 60 Jahren um 90 Prozent geschrumpft: der Tschadsee.
(GettyImages)

Ein zum Teil vom Klimawandel verursachtes Schrumpfen des Tschadsees hat nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe drei Millionen Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Elf Millionen Menschen seien in der Region südlich der Sahara auf humanitäre Hilfe angewiesen, berichtete Refugees International am Donnerstag. Sie rief dazu auf, die Entwicklung des in Teilen zu Tschad, Kamerun, Nigeria und Niger gehörenden Sees zum Hauptthema einer internationalen Konferenz über das Tschadbecken kommende Woche in Niamey zu machen.

Wie Klimawandel Gewalt und Vertreibung anheizt

"Viel zu lange ist zu wenig beachtet worden, wie Klimawandel Gewalt und Vertreibung anheizt", erklärte die Hauptautorin des Berichts, Alexandra Lamarche, der Nachrichtenagentur AP. "Internationale Reaktionen zur Krise im Tschadbecken waren einzig auf die Anwesenheit bewaffneter Gruppen fokussiert."

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Die seit 13 Jahren von extremistischen Gruppen wie Boko Haram in Nigeria ausgehende Gewalt hat das Tschadbecken und die Sahelregion destabilisiert. Ein Berater der UN-Bevölkerungsorganisation, Mabingue Ngom, sagt, die Tschadsee-Region sei mit "viel mehr als einer Klima- und ökologischen Krise" konfrontiert. "Es ist eine humanitäre Frage, die Frieden und regionale Entwicklung berührt."

I​mmer mehr Dürren und Überschwemmungen im Tschadbecken

Die UN-Wetterbehörde erklärt, das Tschadbecken sei besonders gefährdet von mit Klimawandel verbundenen Ereignissen wie Dürren und Überschwemmungen. Beide Phänomene würden wahrscheinlich zunehmen und sich auf die Lebensmittel- und allgemeine Sicherheit in der Region auswirken.

T​schadsee in 60 um 90 Prozent geschrumpft

Das Tschadbecken in West- und Zentralafrika umfasst acht Prozent der Fläche des Kontinents, in ihm leben 42 Millionen Menschen von Pastoralismus - einer Form extensiver Weidewirtschaft-, Fischfang und Ackerbau. Nach Angaben der UN-Umweltbehörde ist der Tschadsee in 60 Jahren um 90 Prozent geschrumpft, wobei der Klimawandel ein wesentliche Faktor sei. Hinzu kommen der Bau von Dämmen, Bewässerungssysteme und Bevölkerungswachstum.

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