Milder Herbst und trübe Winteraussichten: Noch El Niño oder schon der Klimawandel? | Weather.com
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Milder Herbst und trübe Winteraussichten: Noch El Niño oder schon der Klimawandel?

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In Deutschland erleben wir bislang einen sehr milden Herbst. Und auch die ersten Winterprognosen deuten an, dass es eher zu warm bleiben wird für die Jahreszeit. Das hängt zum Teil auch mit dem derzeitigen El Niño zusammen. Doch liegt es auch am Klimawandel? Und wie hängt beides zusammen?

El Niño hat globale Auswirkungen

El Niño spielt sich im Pazifik ab, hat aber globale Auswirkungen auf das Wetter. Erste Anzeichen des Phänomens: Die oberen Wasserschichten im Pazifik werden stark erwärmt. Zudem werden die Passatwinde etwas schwächer, die normalerweise für kühleres Wasser aus tieferen Meeresschichten sorgen. Der Jetstream verschiebt sich weiter nach Süden und die Stratosphäre in mehr als zehn Kilometern Höhe erwärmt sich.

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Zuletzt gab es ein solches El-Niño-Ereignis vom Herbst 2014 bis zum Frühjahr 2016. Damals fielen bereits weltweit zahlreiche Temperaturrekorde und es kam zu extremen Niederschlägen in einigen Regionen der Erde. Und diesmal könnten die Auswirkungen aufgrund der Erderwärmung noch schwerwiegender sein.

Hitzewellen und Extremniederschläge durch El Niño

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„Bei El Niño steigt in der Regel die globale Durchschnittstemperatur. Und wenn man jetzt eine sich erwärmende Welt darunterlegt, dann fallen diese Ausschläge auch nochmal höher aus“, erklärt Meteorologe Jan Schenk im Wettertalk.

Dr. Andreas Becker, Leiter der Abteilung Klimaüberwachung des DWD, meint zudem: „Da sich die Erde in den vergangenen zehn Jahren aufgrund des Klimawandels deutlich erwärmt hat, dürften die Folgen des aktuellen El Niño-Ereignisses für die betroffenen Regionen noch heftiger ausfallen.“ Für Deutschland bedeute das aber keine zusätzliche Bedrohung durch Hitzewellen oder Extremniederschläge, da wir in den mittleren Breiten liegen. Besonders betroffen von Hitze und Trockenheit sind die niedrigen Breiten zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis.

Laut Meteorologen der UN soll das Wetterphänomen El Niño noch bis mindestens April anhalten und auch bis dahin zu Temperaturanstiegen beitragen. Danach soll es im Frühjahr 2024 auf der nördlichen Erdhalbkugel nach und nach abflauen.

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