Küstenerosion reißt Atombunker ins Meer | Weather.com
Advertisement
Advertisement

Atombunker fällt Klippenabbruch zum Opfer

Ein historischer Atomschutzbunker stürzt von einer erodierenden Klippe in der englischen Grafschaft Yorkshire. Der Einsturz zeigt die dramatischen Folgen des Klimawandels.

Play

Ein alter Atomschutzbunker, der jahrzehntelang an der Spitze einer erodierenden Klippe in der englischen Grafschaft Yorkshire stand, ist nun endgültig der Naturgewalt des Meeres ausgeliefert. Der Einsturz des historischen Bauwerks wirft ein Schlaglicht auf die dramatischen Folgen der Küstenerosion, die durch den Klimawandel und extreme Wetterbedingungen weiter verstärkt wird.

Das Backsteingebäude nahe des Dorfes Tunstall wurde vor fast 70 Jahren als Überwachungsposten für den Fall eines Atomkriegs errichtet. Laut dem Amateurhistoriker Davey Robinson, der die letzten Tage des Bunkers dokumentierte, fiel das Bauwerk vermutlich in der Nacht zum 23. Januar von der Klippe. „Es war wirklich schockierend, sie einfach so herunterfallen zu sehen“, sagte Robinson im Gespräch mit der BBC. „Es war emotional und traurig.“

Zwei Meter Landverlust pro Jahr

Grafik zeigt Großbritannien. Im Osten ist die Küste von Holderness markiert.
Die flache Küste von Holderness verliert bis zu zwei Meter Land pro Jahr
(TWC)

Die Holderness-Küste, an der sich der Bunker befand, zählt zu den am schnellsten erodierenden Küsten Europas. Durchschnittlich verliert die Region jährlich etwa zwei Meter Land – ein Prozess, der durch den Klimawandel und zunehmende Wetterextreme weiter beschleunigt wird. Seit der Römerzeit sind hier bereits rund fünf Kilometer Land und 23 Dörfer verloren gegangen.

Mahnmal für die zerstörerische Kraft der Natur

Advertisement

Der Bunker, bekannt als Tunstall ROC (Royal Observer Corps) Post, wurde 1959 gebaut und in den frühen 1990er-Jahren außer Betrieb genommen. Er war einer von mehreren nuklearen Überwachungsposten in Großbritannien.

Die neuesten Aufnahmen zeigen den Bunker am Fuß der Klippe, weitgehend intakt, aber dennoch ein Mahnmal für die zerstörerische Kraft der Natur. Der East Riding of Yorkshire Council warnte Anwohner und Besucher davor, sich dem Klippenrand oder dem Strand zu nähern. „Halten Sie immer einen sicheren Abstand zur Basis der erodierenden Klippen“, hieß es in einer offiziellen Mitteilung.

Klimawandel und Wetterextreme beschleunigen Küstenerosion

Experten sind sich einig, dass die Küstenerosion durch den Klimawandel und extreme Wetterereignisse weiter zunehmen wird. Stärkere Stürme und steigende Meeresspiegel setzen den Küstenregionen weltweit zu. Der Fall des Atomschutzbunkers ist ein eindrückliches Beispiel dafür, wie sich die Natur ihren Raum zurückholt – und wie dringend Maßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels erforderlich sind.

Advertisement