Forscher sehen Klimawandel als Brandbeschleuniger in Südeuropa | Weather.com
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Forscher sehen Klimawandel als Brandbeschleuniger in Südeuropa

Der Klimawandel ist brandgefährlich. Die Forscherinitiative World Weather Attribution zeigt das aktuell mit Zahlen zu den verheerenden Feuern in Frankreich und Spanien.

26.07.2026, Frankreich, Bordeaux: Ein Feuerwehrmann geht vor brennenden Bäumen vorbei, während in der Nähe von Marcheprime, außerhalb von Bordeaux, Frankreich, ein Waldbrand wütet. Foto: Emma Da Silva/AP/dpa
26.07.2026, Frankreich, Bordeaux: Ein Feuerwehrmann geht vor brennenden Bäumen vorbei, während in der Nähe von Marcheprime, außerhalb von Bordeaux, Frankreich, ein Waldbrand wütet.
(Foto: Emma Da Silva/AP/dpa)

Brandgefährliche Trockenheit, große Hitze: Die Feuerwalzen in Frankreich und Spanien sind stark hausgemacht, wie eine aktuelle Studie der Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA) zeigt. Demnach ist der Klimawandel maßgeblich für die derzeitigen extremen Wetterbedingungen verantwortlich, die einen perfekten Nährboden für die Brände bieten.

Die vom Menschen verursachte Klimakrise hat laut der WWA-Analyse die Wahrscheinlichkeit für die heißen und trockenen Bedingungen, die dem derzeitigen Inferno in Spanien Vorschub leisten, um das Zwanzigfache erhöht. Die Wahrscheinlichkeit extremer Bedingungen für die Brände in Frankreich stieg den Auswertungen zufolge um das Doppelte.

Extreme Veränderungen

Die WWA ermittelt in Zusammenarbeit mit Forschenden aus aller Welt anhand von Wetterbeobachtungen und Computermodellen, wie sich der Klimawandel bei einzelnen extremen Wetterereignissen jeweils auf deren Intensität und Wahrscheinlichkeit auswirkt. Die Veränderung der Brandbedingungen in Spanien sei wirklich extrem, betont WWA-Koordinatorin Friederike Otto vom Imperial College London. Dies sei "eine der stärksten Veränderungen, die ich je beobachtet habe", sagt die Klimawissenschaftlerin.

Spanien erlebt derzeit den heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Ein ungewöhnlich nasser Jahresstart hatte das Wachstum der Pflanzen begünstigt, dann trocknete die Dürre die Vegetation aus – eine Kombination, die den Wissenschaftlern zufolge den Flammen viel Nahrung bietet.

"Tragischerweise vorhersehbar"

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Von einer durchaus schlüssigen Studie spricht der Brandforscher Jacob Bendix von der Syracuse University in New York. Sie liefere Zahlen, die bisheriges Wissen bestätigten. "Wir haben schon immer gewusst, dass Brände unter Bedingungen extremer Hitze und Dürre leichter entstehen und sich explosiver ausbreiten", sagt Bendix. "Und wir wissen seit Jahrzehnten, dass extreme Hitze und Dürre aufgrund des vom Menschen verursachten Klimawandels immer häufiger auftreten. Daher war der allgemeine Verlauf dieser Ereignisse tragischerweise vorhersehbar, wenn auch nicht in allen Details."

Die am Donnerstag veröffentlichte Berechnung erfolgte im wahrsten Wortsinn brandaktuell, noch während des Extremereignisses. Sie stützt eine zeitgleich veröffentlichte, schon vor den jüngsten Feuern verfasste Analyse der WWA: Diese zeigt auf, dass sich die Anzahl der Tage, an denen die Wetterbedingungen in Südeuropa ein extremes Brandrisiko boten, mehr als verdoppelt hat.

Die in der Fachzeitschrift "Scientific Reports" veröffentlichte Studie beziffert die Tage mit extremem Brandwetter in Südeuropa für frühere Jahrzehnte auf etwa zehn pro Jahr. Sie seien inzwischen jedoch auf rund 25 gestiegen, erklärt Autor Raúl Cordero, Klimawissenschaftler an der niederländischen Universität Groningen. Und nicht nur die Häufigkeit nimmt zu: Diese Tage sind laut der Analyse etwa 50 Prozent intensiver als im Zeitraum von 1981 bis 2010.

Ohnmächtige Feuerwehr

Von den 1980er Jahren bis in die 2010er Jahre sei die Zahl der Brände in Südeuropa ebenso wie die Fläche der verbrannten Gebiete noch deutlich zurückgegangen, sagt Cordero. Das hätten vor allem bessere Brandbekämpfungstechniken und Brandmanagement ermöglicht. Dann habe sich die Lage aber schnell verschlechtert. Der Klimawandel habe die Verbesserungen zunichte gemacht.

Und da sei dann auch die Brandbekämpfung trotz aller technischen Fortschritte machtlos. "Es spielt keine Rolle, wie viele Ressourcen oder wie viel Geld man hat", sagt Cordero, "man kann die Ausbreitung eines Feuers einfach nicht aufhalten, wenn das Wetter so extrem ist."

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