Florida wappnet sich gegen den steigenden Meeresspiegel | Weather.com
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Wie sich Floridas Küstenstädte sich für Stürme und Meeresspiegelanstieg rüsten

Stürme werden stärker, Meeresspiegel steigen - diese Folgen des Klimawandels machen Küstenregionen weltweit immer mehr zu schaffen. Florida sucht nach Wegen, um niedrig gelegene Orte besser zu schützen.

Sieht unspektakulär aus, doch hat erforschte Wirkung beim Schutz vor steigendem Meeresspiegel und schweren Stürmen: Baumaßnahmen in Miami zur Klimaanpassung.
(AP Photo/Lynne Sladky)

Am Abend hatte sein Elternhaus noch ein Dach. Am nächsten Morgen war es verschwunden - weggefegt von Hurrikan Andrew. Jeffrey Huber erinnert sich noch sehr gut an den 24. August 1992, als der Wirbelsturm Zehntausende Gebäude in Südflorida beschädigte oder zerstörte, und daran, was danach folgte. Tagelang konnten die Rettungskräfte nicht zu ihnen gelangen. Eineinhalb Monate lang waren sie auf Lebensmittelspenden angewiesen, mehr als ein Jahr lebte er mit seiner Familie in einem Wohnwagen.

Huber war 12 Jahre alt, als der Hurrikan der stärksten Kategorie 5 damals zuschlug. Heute ist er ein Landschaftsarchitekt, der hilft, die immer extremer werdenden Folgen des Klimawandels bei der Planung von Infrastrukturprojekten und Wohnraum zu berücksichtigen.

"Mit steigendem Wasser weiterleben"

Etwa 129 Millionen Menschen – fast 40 Prozent der US-Bevölkerung – leben in Küstenbezirken. In Florida sind es sogar 75 Prozent der Einwohner. Der steigende Meeresspiegel, der auch die Versalzung küstennaher Grundwasservorkommen begünstigt, häufigere Überschwemmungen und heftigere Stürme setzen den Küsten besonders zu und stellen Architekten und Stadtplaner in Florida und anderswo vor neue Herausforderungen.

"An Orten wie Miami haben wir es mit einer Kombination aus Gezeiten-Überschwemmungen, Sturmfluten und einem langfristigen Anstieg des Meeresspiegels zu tun", sagt Huber, Professor an der School of Architecture der Florida Atlantic University. "Die Frage ist also nicht, wie wir das Wasser aufhalten, sondern wie wir damit weiterleben." Hier drei Beispiele für Projekte, die den Verantwortlichen zufolge auch woanders wirksam sein könnten.

"Lebende" Küstenschutzmauern" aus 3D-Drucker

Zunehmend höhere globale Durchschnittstemperaturen lassen die Meeresspiegel ansteigen, was tief liegende Küstenstädte anfällig für Überschwemmungen macht, zumal auch Sturmfluten heftiger werden. In Miami Beach wurden sie so schlimm, dass Anya Freeman bei Regen nach Hause eilte, um ihr Auto wegzufahren, da sich ihre Straße mit knietiefem Wasser füllte. "Aber niemand unternahm etwas Konkretes dagegen", sagt sie. Deshalb gab sie 2024 ihre Karriere als Anwältin auf, um "Kind Designs" zu gründen, ein Start-up, das 3D-gedruckte Küstenschutzmauern herstellt, die zugleich als Habitat für Meereslebewesen dienen. 

Design an Ökosysteme anpassbar

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Sie sind relativ erschwinglich, werden aus einer ungiftigen Betonmischung hergestellt, und ihre Oberflächen sind nicht flach, sondern können in ihrem Design individuell an die Ökosysteme angepasst werden, in denen sie installiert werden. So errichteten Arbeiter an einer Kirche am Wasser in Fort Lauderdale kürzlich eine Wand mit einem Muster, das Mangrovenwurzeln nachahmt. "Wir haben eine ganze Bibliothek mit Entwürfen für verschiedene Meereslebensräume, und das Ziel ist es, die einheimischen Arten anzulocken...und auch Wellenenergie abzuleiten", so Freeman. 

Ihre Technologie leitet mindestens 45 Prozent ab, wodurch die Anlage widerstandsfähiger gegen Überflutung und Erosion wird. An einer solchen Mauer identifizierten Forscher der Florida International University ein Jahr nach der Installation 51 darin lebende Arten, darunter Austern, die ihre Nahrung aus dem Wasser filtern, und Röhrenwürmer, die das Wasser reinigen. Seitdem sind Freeman zufolge in Florida 16"lebende" Küstenschutzanlagen für private, gewerbliche und staatliche Auftraggeber installiert worden. Wohnraum, der bezahlbar und widerstandsfähig istDas Projekt"Vista Breeze" für bezahlbaren Wohnraum für Senioren in Miami Beach, entworfen vom Architekturbüro Brooks Scarpa Huber, ist ein praktisches Beispiel dafür, wie man mit den Gefahren des Wassers leben kann.

Hält bis zu 6 Meter hohen Sturmfluten stand

Der aus zwei Gebäuden bestehende Komplex mit 119 Wohneinheiten liegt etwa drei Meter über dem Meeresspiegel und ist so konzipiert, dass er Sturmfluten von bis zu gut sechs Metern standhält. Der Beton wird mit einem kristallinen, wasserabweisenden Pulver gemischt, das Eindringen von Wasser verhindert, die Bauwerke schützt und ihre Lebensdauer verlängert. Mit Zink beschichtete Bewehrungsstäbe schützen vor Rost und Korrosion. "Das sind einige der einfachsten und unkompliziertesten Maßnahmen, und sie kosten nicht viel", sagt Huber, der leitende Architekt des Projekts.

Aber sie machten die Gebäude von Anfang an widerstandsfähiger. Sie seien zudem nach Südosten ausgerichtet, in Richtung der vorherrschenden Brisen, um die Hitze zu mindern. Und: Es gibt Gemeinschaftsräume, Innenhöfe und Terrassen, die das soziale Miteinander fördern. 

Ein Park mit verschiedenen Funktionen

Knapp 50 Kilometer nördlich davon wurde ein ehemaliger Parkplatz in einen öffentlichen Raum umgewandelt, der gleichzeitig als Hochwasserschutz-Infrastruktur dient. Der DC Alexander Park in Fort Lauderdale verfügt über einen 7,6 Meter hohen, kunstvoll gestalteten Aussichtsturm, der an heißen Tagen Schatten spendet. Entlang der Parkgrenze nimmt ein heimischer Küstenwald Niederschläge und Salzwasserüberflutungen auf und bietet gleichzeitig Erholungsmöglichkeiten sowie Lebensraum für verschiedene Arten. Diese Designs bauen auf Hubers Forschung über eine Anpassung der Küstenstädte an den steigenden Meeresspiegel auf. Und es geht, wie er sagt, nicht nur um Florida oder auch andere Küstenräume in den USA. Die Ideen zum Schutz vor Extremszenarien, "an denen wir hier arbeiten werden für alle Küstenstädte weltweit zunehmend relevant werden."

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