Gab es vor den Menschen hoch entwickeltes Leben auf der Erde? Forscher suchen nach Hinweisen | The Weather Channel
Advertisement
Advertisement

Gab es vor den Menschen hoch entwickeltes Leben auf der Erde? Forscher suchen nach Hinweisen

image
Provokante These: Forscher suchen nach früheren intelligenten Zivilisationen auf der Erde
(Colourbox.de)

Wäre es möglich, dass im Laufe der 4,5 Milliarden alten Geschichte unseres Planeten schon einmal eine hoch entwickelte Zivilisation lange vor den Menschen die Erde bevölkert hat?  Was sich nach Science-Fiction wie „Star Trek“ oder einer „Doctor Who“-Folge anhört, wird tatsächlich von Wissenschaftlern untersucht.

Adam Frank, Professor für Physik und Astronomie an der University of Rochester, und Gavin Schmidt, Leiter des Nasa Goddard Institut for Space Studies, wollen herausfinden, ob es Millionen Jahre vor den Menschen noch andere Zivilisationen gab.

Anzeichen im Gestein und Sediment 

In Anlehnung an die bekannte Sci-Fi-Serie „Dr. Who“ betiteln die beiden Wissenschaflter ihre Arbeit, die sie jüngst in der Fachzeitschift "International Journal of Astrobiology" veröffentlichten, als „Silurianer-Hypothese“. Die Silurianer stellen in der beliebten TV-Serie hoch entwickelte Lebewesen dar, die die Erde vor etwa 400 Millionen Jahren bevölkert hatten.

Frank und Schmidt wollen untersuchen, ob die mögliche Existenz von unbekanntem intelligenten Leben aus Urzeiten in Gesteinen und Sedimenten aufzuspüren ist. Diese Hypothese könnte neue Ansätze bei der Suche nach außerirdischem Leben liefern, glauben die Forscher. 

Welche Spuren uns noch in Jahrmillionen verraten werden

Als Anhaltspunkt dient den beiden Wissenschaftlern die Gegenwart. Anhand der geologischen Abfolge wird die Erdgeschichte in verschiedene Zeitalter eingeordnet. Wir leben gerade in der Erdneuzeit innerhalb der Epoche „Holozän“, die vor 11.700 Jahren begann. Allerdings ist der Einfluss, den der Mensch auf die Erde nimmt, so groß, dass einige Forscher dafür plädieren, ein neues Zeitalter namens Anthropozän einzuführen. Frei übersetzt bedeutet Anthropozän menschengemachtes Zeitalter.

Advertisement

Zwar werden unsere sterblichen Überreste, Städte und Bauten in Millionen Jahren längst zu Staub verfallen sein. Dazu kommt, dass die Erde nicht so dicht besiedelt ist, wie es uns vorkommt. Eventuell intakte Artefakte, die von unserer Existenz zeugen, müssten also erstmal entdeckt werden.

Doch der massive Eingriff in die Umwelt, den wir seit der Industriellen Revolution vorgenommen haben, wird noch lange Spuren in der Erdgeschichte hinterlassen. Durch die landwirtschaftliche Nutzung und die Rodung von Wäldern lösen wir starke Bodenerosion aus, die geologisch möglicherweise noch lange nachweisbar sind.

Verewigt durch den ökologischen Fußabdruck

Unsere weltweit hohe Kunststoffproduktion könnte dazu führen, dass sich eine Schicht Plastik auf dem Meeresboden bildet und dort lange bestehen bleibt. Dazu kommt unser hoher Verbrauch an fossilen Brennstoffen, der auf den natürlichen Kohlenstoffkreislauf einwirkt.

Die Forscher Schmidt und Frank vermuten, dass frühere Zivilisationen vor Jahrmillionen ebenso wie der moderne Mensch einen ökologischen Fußabdruck hinterlassen haben könnten, dessen Spuren im Gestein und Sediment zu finden wären.

Neue Ansätze für Alienforscher

Ähnliche Marker finden sich bisher in keiner geologischen Untersuchungen. Es gibt in der Erdgeschichte allerdings Ereignisse wie etwa eine urzeitliche Erderwärmung, deren Ursachen Forscher sich nicht erklären können: Vor rund 56 Millionen Jahren fand ein Klimawandel statt, der Parallelen zum heutigen aufweist. Auch damals ging die globale Erwärmung mit einem Anstieg von Treibhausgasen einher. Ebenso führte eine erhöhte Menge an CO2 in der Atmosphäre zu einer Versauerung der Ozeane.

Inwieweit diese urzeitliche Erderwärmung möglicherweise durch intelligente Lebewesen mitbeeinflusst wurde, bleibt reine Spekulation. „Gavin und ich haben bisher keine Anzeichen für eine hoch entwickelte Zivilisation vor dem modernen Menschen gefunden“, schreibt Adam Frank in einer Mitteilung. Allerdings gebe es keine Beweise, die die Existenz intelligenten Lebens widerlegen.

Die Annahme der beiden Forscher ist zwar spekulativ. Doch ihre Hypothese könnte neue Ansätze für die Suche nach außerirdischem Leben liefern. „Wir wissen, dass die Lebensbedingungen auf dem Mars und der Venus vor sehr langer Zeit vorteilhafter waren als sie es jetzt sind“, sagte Schmidt im Interview mit  „IFLScience“. „Es ist denkbar, dass wir eines Tages auf fremden Planeten Sedimentbohrungen durchführen könnten. Dann wüssten wir zumindest nach welchen Spuren im Gestein wir suchen müssten.“

Advertisement