Wegen Veröffentlichung einer Umweltstudie! Forscher landet hinter Gittern
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Wegen Veröffentlichung einer Umweltstudie! Forscher landet hinter Gittern

Eine Person hinter Gittern (Symbolbild)
Ein türkischer Forscher hat die Veröffentlichung von Ergebnissen einer Umweltuntersuchung mit seiner Freiheit bezahlt (Symbolbild)
(Getty Images)

Für die Veröffentlichung einer Umweltstudie landete er hinter Gittern: Der türkische Menschenrechtsaktivist und Lebensmittelingenieur Bülent Şık muss eine 15-monatige Gefängnisstrafe verbüßen. Das hat ein türkisches Gericht am 26. September entschieden, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Verurteilt wurde Şık für das offenlegen von Informationen, die von der Regierung als Verschlusssache eingestuft worden waren.

Für die veröffentlichte Studie, die vom türkischen Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben worden war, wurde laut der Nachrichtenagentur untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen giftigen Substanzen in Boden, Wasser und Nahrungsmitteln und Krebserkrankungen in der Westtürkei besteht. Şık hatte die Ergebnisse publik gemacht und in einer Reihe von Artikeln vor dem Krebsrisiko durch mit Pestiziden verschmutzes Wasser gewarnt.

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Forscherteam stellte hohe Konzentration giftiger Stoffe fest

Wie das Onlinemagazin "Sciencemag" berichtet, stellten Şık und sein Team innerhalb von fünf Jahren Forschung eine gefährlich hohe Konzentrationen von Pestiziden, Schwermetallen und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen in Lebensmittel- und Wasserproben in der Westtürkei fest.

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Vor Gericht sagte Şık aus, dass er Regierungsbeamte bereits 2015 aufgefordert habe, Maßnahmen zu ergreifen. Drei Jahre lang sei jedoch nichts geschehen, sodass Şık die Sache schließlich in eigene Hände nahm, berichtet "Sciencemag". Er habe sich demnach an die Zeitung "Cumhuriyet" gewandt, die die Studienergebnisse daraufhin in einer vierteiligen Serie veröffentlichte.

"Das ist inakzeptabel"

Şık vertritt die Meinung, dass Belangen, die die ganze Bevölkerung betreffen, nicht von der Öffentlichkeit verborgen werden dürfen. Medienberichten zufolge sagte Şık nach dem Prozess: "Das Gerichtsurteil zeigt, dass die Ergebnisse einer Studie, die sich direkt auf die öffentliche Gesundheit bezieht, verborgen werden können. Das ist inakzeptabel."

Zuletzt hatte Şık an der Akdeniz-Universität in Antalya gearbeitet, bis er aufgrund einer Unterschriftenpetition für den Friedensschluss zwischen türkischen Streitkräften und kurdischen Militanten seinen Job verlor.

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