Einzigartiger Fund in Sibirien: Was den Babuschka-Diamanten so besonders macht
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Einzigartiger Fund in Sibirien: Minenarbeiter fördern Doppeldiamant zutage

Der Babuschka-Diamant
(Alrosa)

In der zu Sibirien gehörenden Republik Jakutien im äußersten Nordosten Russlands haben Minenarbeiter einen spektakulären Fund gemacht: einen weltweit einzigartigen Doppeldiamanten.

Im fünf Millimeter großen Diamant sitzt noch ein Diamant

Von außen sieht der nur rund fünf Millimeter große Rohdiamant ganz normal aus, doch beim Sortieren bemerkte ein Arbeiter ein ungewöhnliches Geräusch, sobald er den Edelstein bewegte. Wie das russische Bergbauunternehmen Alrosa berichtet, fühlte und hörte es sich an, als würde sich im Inneren des Rohdiamanten etwas bewegen.

Wie eine Babuschka-Holzpuppe

Daraufhin wurde der Stein an die geologische Forschungsabteilung geschickt, wo er mittels Infrarotspektroskopie und Röntgen-Mikrotomographie untersucht wurde. Das Ergebnis stellt für die Wissenschaftler eine Überraschung dar: Wie eine traditionelle Babuschka-, auch Matruschka- oder Matrioschka- genannte Holzpuppe ist er innen hohl und hat noch einen Mitbewohner - einen weiteren Diamant.

Dieser Diamant ist mit einer Größe von rund zwei Millimeter Länge und Breite deutlich kleiner und kann sich deshalb frei in dem Inneren bewegen. Trotz seiner komplexen Struktur bringt es der Stein nur auf ein Gewicht von 0,62 Karat (0,124 Gramm).

Einzigartige Schöpfung der Natur

Nach Aussagen es stellvertretender Direktors der Alrosa-Forschungsabteilung Oleg Kovalchuk, gab es in der Geschichte des weltweiten Diamantenbergbaus noch keine derartigen Diamanten. "Das ist wirklich eine einzigartige Schöpfung der Natur." Normalerweise möge die Natur keine Leerstellen, weshalb Lücken in Mineralen schnell durch andere Minerale ersetzt würden. Dass ein Edelstein einen anderen lose und in einem luftgefüllten Hohlraum einschließt, sei daher extrem ungewöhnlich.

Entstehung vor 800 Millionen Jahren

Einzigartiger Fund in Jakutien: ein Diamant im Diamant
(Alrosa)
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Wie die Analysen ergaben, muss dieses einzigartige Gebilde vor rund 800 Millionen Jahren entstanden sein. Was seine Entstehung anbelangt gehen die russischen Wissenschaftler davon aus, dass sich erst der innere, kleinere Diamant gebildet hat, der danach vom äußeren, größeren Edelstein umschlossen wurde. Doch wie konnte sich der Hohlraum zwischen den beiden Steinen bilden?

Zwei Theorien zur Entstehung des Wundersteins

Wie auch das Wissensmagazin scinexx berichtet, gibt es für die Forscher zwei Entstehungszenarien. Im ersten Szenario wurde der kleine Diamant zunächst von einem anderen Mantelmineral eingeschlossen, woraufhin dann dieses selbst umhüllt wurde – vom äußeren Diamantkristall. Später lösten chemische Prozesse in der Erdkruste das Zwischenmineral heraus und übrig blieb der Doppel-Diamant. „Durch das Herauslösen der mittleren Zone konnte der eine Diamant sich nun frei im anderen bewegen – wie bei der Matrioschka-Puppe“, sagt Kovalchuk.

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Das zweite Szenario ist relativ ähnlich, nur dass dabei kein Fremdmineral im Spiel war. Stattdessen bildete sich um den kleinen Kerndiamant zunächst eine schnell wachsende Schicht aus porösem polykristallinem Diamantmaterial, die dann von einer kompakteren äußeren Diamantschicht umhüllt wurde. Auch hier wurde die wegen ihrer porösen Struktur anfälligere Zwischenschicht nachträglich herausgelöst. Welche dieser Szenarien stimmt und wie dieser einzigartige Doppeldiamant tatsächlich entstanden ist, bliebt jedoch vorerst offen.

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