Ethanol-Kamine: Eher gesundheitsschädlich als wärmend
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Ethanol-Kamine: Eher gesundheitsschädlich als wärmend

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Ethanol-Kamine erfüllen in erster Linie eine dekorative Funktion und sind für das Beheizen von Räumen kaum geeignet
(GettyImages)

Gerade im Winter gibt es kaum etwas gemütlicheres als einen Kamin oder Ofen, der mit lodernden Flammen behagliche Stimmung verbreitet. Eine herkömmliche Feuerstelle, in der Holz verbrannt werden kann, ist allerdings nicht überall vorhanden, der Einbau nicht immer möglich oder wirtschaftlich.

Als Alternative erfreuen sich daher seit einigen Jahren Kamine und Öfen wachsender Beliebtheit, die mit Ethanol befeuert werden. Experten sehen den Trend allerdings mit Sorge, denn der Brennstoff birgt einige Risiken.

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Eine Feuerstelle für jedes Zimmer

Sie sind leicht zu installieren, unkompliziert zu betreiben und verheißen die Gemütlichkeit eines offenen Feuers in jedem Wohnraum: Kamine, Öfen oder auch kleinere Tischfeuer, die Ethanol oder mit aus stärkehaltigen pflanzlichen Rohstoffen hergestelltes Bio-Ethanol – verbrennen, sind in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden. Es gibt sie in verschiedenen Bauarten, Größen und Preisklassen.

Verschiedene Vorteile

Gegenüber herkömmlichen mit Holz betriebenen Feuerstellen haben Ethanol-Kamine verschiedene Vorteile: Sie benötigen weder einen Schornstein noch eine andere Abgasleitung, produzieren keine Verbrennungsrückstände wie beispielsweise Asche und müssen nicht vom Schornsteinfeger geprüft werden.

Darüber hinaus schlägt die Anschaffung nur mit einem Bruchteil der Kosten zu Buche, die beim Einbau eines Kamins und den dafür nötigen Leitungen anfallen würden.

Minimaler Heizeffekt

Gegenüber herkömmlichen Holzfeuerstellen müssen Nutzer von Ethanol-Kaminen allerdings auch Abstriche in Kauf nehmen: Sie erfüllen in erster Linie eine dekorative Funktion und sind für das Beheizen von Räumen kaum geeignet − auch wenn einige Hersteller in der Werbung etwas anderes behaupten.

"Bei der Verbrennung von Ethanol wird viel Sauerstoff verbraucht – im Gegenzug entsteht Kohlendioxid", erläutert Christiane Böttcher-Tiedemann von der Stiftung Warentest. "Räume, in denen die Geräte betrieben werden, müssen deshalb intensiv belüftet werden – jeglicher Heizeffekt ist damit hinfällig."

„Ethanol ist ein Brandbeschleuniger“

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Bei der Verwendung von Ethanol sollte man darüber hinaus besondere Vorsicht walten lassen und stets alle Sicherheitshinweise des Herstellers beachten – das gilt insbesondere für den Einsatz in geschlossenen Räumen. "Ethanol ist ein Brandbeschleuniger", warnt Stiftung-Warentest-Expertin Böttcher-Tiedemann.

Ein außer Kontrolle geratenes Ethanolfeuer kann sich in der Wohnung rasend schnell ausbreiten, vor allem dann, wenn der Brennstoff auf Teppiche, Polstermöbel oder andere Textilien gerät. "Selbst ein Feuerlöscher, ein Eimer Wasser oder eine Löschdecke sind dann in aller Regel wirkungslos", warnt Böttcher-Tiedemann. Die möglichen Folgen: Schwerwiegende Brandverletzungen und verheerende Schäden an Wohnung und Einrichtung.

Ein entzündliches Gemisch

Dazu kommt: Steht Ethanol bei Temperaturen von mehr als 21 Grad Celsius über längere Zeit offen, verdampft er und bildet in Verbindung mit Luft ein leicht entzündliches Gemisch, das unter Umständen auch explodieren kann.

Je nach Bauart der Feuerstelle kann außerdem das Nachfüllen des Brennstoffs Risiken bergen: Ist der Kamin oder das Tischfeuer noch heiß, kann es zu einer Verpuffung kommen. Zwischen dem Erlöschen des Feuers und dem Wiederauffüllen sollte der Brennstoffbehälter daher ausreichend abkühlen können. Das Nachfüllgefäß muss außerdem sicher gelagert werden – keinesfalls darf er in unmittelbarer Nähe zum Kamin stehen.

Substanzen mit starker gesundheitsschädlicher Wirkung

Einige Experten sehen Ethanolöfen noch aus einem weiteren Grund kritisch: Das Fraunhofer-Institut für Holzforschung − Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI), das unter anderem zum Thema Innenraumluftqualität forscht, bemängelt, dass beim Betrieb der Feuerstellen Verbrennungsprodukte in die Raumluft abgegeben werden.

"Neben Kohlendioxid und Wasser entstehen auch im normalen störungsfreien Betrieb bei der Verbrennung von Ethanol eine Vielzahl weiterer partikel- und gasförmiger Substanzen mit teilweise starker gesundheitsschädlicher Wirkung", warnt das WKI in einer Stellungnahme.

Dazu zählen demnach unter anderem Kohlendioxid (CO2), Stickstoffdioxid (NO2) und Formaldehyd, teilweise seien auch stark erhöhte Konzentrationen von Benzol, Feinpartikeln und Ultrafeinpartikeln nachzuweisen. Auf eine Verwendung in geschlossenen Räumen sollte man aus Sicht des WKI daher verzichten.

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