Archäologen finden Ruinen frühislamischer Moschee in Israel | The Weather Channel
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Archäologen finden Ruinen frühislamischer Moschee in Israel

Eine Luftaufnahme zeigt die Ausgrabungsstätte der Al-Juma Moschee in der Stadt Tiberias
Eine Luftaufnahme zeigt die Ausgrabungsstätte der Al-Juma Moschee in der Stadt Tiberias
(AP)

Archäologen haben in der Nähe vom See Genezareth in Israel Grundmauern einer Moschee mutmaßlich aus den ersten Jahrzehnten des Islams entdeckt. Sie sei vermutlich im Jahr 670 errichtet worden, rund eine Generation nach dem Tod des Propheten Mohammed, teilten Archäologen der Hebräischen Universität Jerusalem mit. Die Leiterin der Ausgrabung, Katia Cytryn-Silverman, würdigte den Fund in der Stadt Tiberias als seltene Chance für Archäologen, die Architektur eines der ersten muslimischen Gebetshäuser zu studieren.

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Andere bekannte Moscheen aus frühislamischer Zeit, etwa die Al-Aksa-Moschee in Jerusalem und die Prophetenmoschee in Medina, werden bis heute als Gotteshäuser genutzt und können deshalb nicht in vergleichbarer Weise von Archäologen untersucht werden.

"Sie haben die Gebetshäuser von anderen nicht zerstört"

Im letzten Jahrhundert hat es immer wieder Ausgrabungen in Tiberias gegeben. An der Fundstätte der Moschee gingen Archäologen in den 1950er Jahren noch davon aus, bei dem Gebäude habe es sich um einen byzantinischen Markt gehandelt, der später als Moschee genutzt worden sei. Die Ausgrabungen von Cytryn-Silverman gingen eine Schicht tiefer und brachten Münzen und Tongefäße hervor, die auf den Zeitraum 660 bis 680 nach Christus datiert werden konnten. Die Dimensionen des Gebäudes, Grundriss und vorgegebene Richtung zum Gebet, ähneln denen anderer Moscheen aus der Zeit.

Als die Moschee 670 gebaut wurde, stand Tiberias bereits seit einigen Jahrzehnten unter islamischer Herrschaft. Muslimische Eroberer hatten die Stadt im Jahr 635 eingenommen, aber auch danach blieb die Bevölkerung mehrheitlich nicht-muslimisch, wie Cytryn-Silverman schilderte. Anhand des eher bescheidenen Baustils der Moschee lasse sich ableiten, dass die Herrscher ihre Präsenz nicht durch imposante Bauten ausdrücken wollten.

"Sie haben die Gebetshäuser von anderen nicht zerstört, sondern sie haben sich in die Gesellschaften eingefügt, deren Anführer sie nun waren", sagte die Archäologin. Mindestens bis zum Bau einer größeren Moschee 50 Jahre später im 8. Jahrhundert sei eine byzantinische Kirche das Hauptgebäude in Tiberias geblieben.

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