Trotz Megastau: Hunderte Schiffe weiter mit Kurs auf Suezkanal | The Weather Channel
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Trotz Megastau: Hunderte Schiffe weiter mit Kurs auf Suezkanal

Das am 25.03.2021 veröffentlichte Sattelitenbild zeigt das Frachtschiff MV Ever Given, das im Suezkanal auf Grund gelaufen ist und seither die wichtige Schifffahrtsstraße zwischen Asien und Europa blockiert. 
Foto: Cnes2021, Distribution Airbus DS/dpa
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Das am 25.03.2021 veröffentlichte Sattelitenbild zeigt das Frachtschiff MV Ever Given, das im Suezkanal auf Grund gelaufen ist und seither die wichtige Schifffahrtsstraße zwischen Asien und Europa blockiert. Foto: Cnes2021, Distribution Airbus DS/dpa

Trotz Einsatzes von Schiffsbaggern und anderem schweren Gerät ist es auch am Donnerstag nicht gelungen, den im Suezkanal festsitzenden Riesenfrachter „Ever Given“ flott zu machen. Deswegen standen in der viel befahrenen Wasserstraße zwischen Mittelmeer, Afrika und Asien bereits 150 Schiffe im Stau. Mindestens 300 weitere hielten Kurs auf den Suezkanal, wie eine Analyse der Datenfirma Refinitiv auf Basis von automatischen Identifikations-Signalen von Schiffen ergab.

Eine Wasserstraße von der Bedeutung des Suezkanals zu blockieren setze einen Dominoeffekt in Gang, erklärte der Chef der in Dänemark ansässigen SeaIntelligence Consulting, Lars Jensen. Dieser Effekt werde in der Versorgungskette nicht nur sofortige, sondern über Monate andauernde Folgen haben.

Bergungsspezialisten: "Wie ein schwerer Wal am Strand"

Die ägyptischen Behörden beauftragten die niederländische Spezialfirma Boskalis damit, den havarierten Frachter flott zu machen. Der Boskalis-Vorsitzende Peter Berdowski verglich die „Ever Given“ mit „einem sehr schweren Wal am Strand“. „Das Schiff, mit dem Gewicht, das es jetzt hat, kann nicht wirklich freigeschleppt werden. Das kann man vergessen“, sagte er dem Nachrichtenprogramm „Niewsuur“. Ein Team der Boskalis gehörenden Tochtergesellschaft Smit untersuche vor Ort die Lage, sagte Sprecher Martijn Schuttevaer der Nachrichtenagentur AP. Einen Zeitplan, das Schiff flott zu bekommen, nannte er nicht.

Die ägyptische Regierung zeigt sich zuversichtlich, dass die Schifffahrt auf dem Kanal zwischen Rotem Meer und Mittelmeer "binnen 48 bis 72 Stunden höchstens wieder aufgenommen" werde. Das sagte der Berater von Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi für Seehäfen, Mohab Mamisch, am Donnerstagabend der Nachrichtenagentur AFP.

„So etwas ist in 150 Jahren noch nicht passiert“

Der Eigentümer des im Suezkanal havarierten Riesenfrachters bat um Verzeihung für die Blockade der Schifffahrt. „Es tut uns sehr leid, dass wir den Schiffen, die im Suezkanal fahren oder planen, dort zu fahren, enorme Sorgen bereiten“, erklärte das japanische Unternehmen Shoei Kisen am Donnerstag. Man versuche gemeinsam mit den ägyptischen Behörden, das Schiff so schnell wie möglich wieder flott zu bekommen, doch das sei extrem schwierig.

Die knapp 400 Meter lange und 59 Meter breite „Ever Given“ war am Dienstag etwa sechs Kilometer nördlich von Suez auf Grund gelaufen. Sie steckt zwischen beiden Ufern des Kanals fest und blockiert damit den gesamten Kanal, der für den Seehandel zwischen Europa und Asien äußerst wichtig ist. Experten zufolge ist so etwas in der 150-jährigen Geschichte des Kanals noch nie passiert.

Vorerst keine Auswirkungen auf den Hamburger Hafen

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Der Megastau am Suezkanal hat noch keine gravierenden Auswirkungen auf den Hamburger Hafen. Die Blockade könnte aber zu einem Problem für Europas drittgrößte Anlaufstelle für Seeschiffe werden. „Der Suezkanal ist nun mal die Hauptverbindungsroute zwischen Fernost und Europa“, sagte die Vorstandsvorsitzende des Hamburger Hafenkonzerns HHLA, Angela Titzrath, am Donnerstag. „Deswegen hoffen wir natürlich sehr, dass es nicht zu langfristigen Störungen im Kanal kommt - und dann eben zu wirklich dramatischen Verzögerungen im Fahrplan.“

Die HHLA - Betreiberin von drei der vier Containerterminals im Hamburger Hafen mit einem Umschlag von knapp 6,8 Millionen Standardcontainern (TEU) im vergangenen Jahr - sei Verspätungen gewohnt. „Keines der Schiffe ist in diesem Jahr pünktlich gewesen.“ Bislang hätten jedoch vor allem die Corona-Pandemie, das Wetter oder Streiks in anderen Häfen zu Verzögerungen geführt. Der Konzern könne auch die jetzige Situation handhaben.

Britische Regierung bietet Hilfe an

Inzwischen hat sich auch die britische Regierung in den Fall eingeschaltet. „Wir sind bereit, jede erdenkliche Hilfe zu leisten“, sagte ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson. Die Ankunft einiger Waren könne sich zwar verzögern, britische Unternehmen hätten aber bislang keine Bedenken wegen der Blockade.

Die von der chinesischen Evergreen Line betriebene „Ever Given“ war von China auf dem Weg nach Rotterdam in den Niederlanden und sollte danach Anfang April auch Hamburg anlaufen. Sie fährt unter der Flagge Panamas. Nach Expertenangaben gehört der Frachter zu den größten Containerschiffen der Welt.

Der Suezkanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer. 2020 durchfuhren nach Angaben der Suezkanal-Behörde fast 19.000 Schiffe den Kanal, im Schnitt gut 50 am Tag.

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