"Große Überraschung": Archäologen finden zufällig größte antike Stadt Ägyptens | Weather.com
Advertisement
Advertisement

"Große Überraschung": Archäologen finden zufällig größte antike Stadt Ägyptens

09.04.2021, Ägypten, Luxor: Gesamtansicht der 3000 Jahre alten Ruinen der von ägyptischen Archäologen entdeckten «verlorenen Stadt» im heutigen Luxor. Der Fund gelte als der wichtigste seit Tutanchamuns Grab im Jahr 1922. Die antike Stadt stamme aus der Zeit des altägyptischen Königs Amenophis III., der Ägypten von 1391-1353 v. Chr. regierte, sagte der Expeditionsleiter Hawass. Foto: STR/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Der Fund der antiken Stadt bei Luxor gilt als der wichtigste seit Tutanchamuns Grab im Jahr 1922.
(STR/dpa)

Eigentlich waren die Archäologen auf der Suche nach dem Totentempel von Pharao Tutanchamun. Stattdessen fanden sie im ägyptischen Luxor nun eine 3000 Jahre alte Stadt. Es handele sich um die größte antike Stadt, die jemals in Ägypten gefunden wurde, erklärte der Leiter der Mission, Sahi Hauass.

Zweitwichtigste archäologische Entdeckung

"Die Entdeckung dieser verlorenen Stadt ist die zweitwichtigste archäologische Entdeckung seit dem Grab von Tutanchamun", sagte die Professorin für Ägyptologie an der Johns Hopkins Universität in den USA, Betsy Bryan. Das Grab des Pharaos war 1922 entdeckt worden. Der jetzige Fund gibt Bryan zufolge "einen seltenen Einblick in das Leben der alten Ägypter zu der Zeit, als das Imperium am reichsten war".

Mauern bis zu 3 Meter hoch

Die Siedlung stamme aus der Zeit des Königs Amenophis III., der von etwa 1391 bis 1353 v. Chr. im Alten Ägypten herrschte, teilte Hauass mit. Das belegen dem Archäologen zufolge auch ausgegrabene Gegenstände wie Lehmziegel mit Siegeln des Pharaos.

09.04.2021, Ägypten, Luxor: Menschen gehen durch die 3000 Jahre alten Ruinen der von ägyptischen Archäologen entdeckten «verlorenen Stadt» im heutigen Luxor. Der Fund gelte als der wichtigste seit Tutanchamuns Grab im Jahr 1922. Die antike Stadt stamme aus der Zeit des altägyptischen Königs Amenophis III., der Ägypten von 1391-1353 v. Chr. regierte, sagte der Expeditionsleiter Hawass. Foto: STR/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die antike Stadt stamme aus der Zeit des altägyptischen Königs Amenophis III., der Ägypten von 1391-1353 v. Chr. regierte.
(STR/dpa)

Bäckerei mit Öfen und Keramikbehältern

Die antike Stadt sei gut erhalten, "mit fast vollständigen Mauern und Räumen". Die Mauern seien teilweise bis zu drei Meter hoch. Die Archäologen hätten unter anderem Felsengräber, eine Bäckerei mit Öfen und Keramikbehältern sowie eine Werkstatt entdeckt. In der Werkstatt sollen demnach in einem Bereich Ziegel, in einem anderen Amulette als Dekoration für Tempel und Gräber hergestellt worden sein. Ein Wohn- und Verwaltungsviertel sei erst teilweise freigelegt worden.

3 Paläste sollen in der Stadt gewesen sein

Die Stadt galt demnach als verloren: "Viele Auslandsmissionen haben nach dieser Stadt gesucht und sie nie gefunden", sagte Hauass. Aus historischen Quellen gehe hervor, dass die Siedlung aus drei Palästen von König Amenophis III. sowie dem Verwaltungs- und Industriezentrum des Imperiums bestanden haben soll. Der Archäologe sowie das ägyptische Antikenministerium hatten den Fund im Süden des Landes am Donnerstag verkündet.

Ziel der Suche war eigentlich der Totentempel von Tutanchamun

Advertisement

Die Ausgrabung hatte Hauass zufolge im September 2020 begonnen - mit dem Ziel, den Totentempel von Tutanchamun zu finden. "Zur großen Überraschung des Teams tauchten in alle Richtungen Lehmziegelformationen auf", sagte der Mann, der als einer der einflussreichsten und kundigsten Archäologen Ägyptens gilt.

Informieren Sie sich übers aktuelle Wetter und laden sich hier die TWC-App herunter!

Ägypten hat in jüngster Zeit eine Reihe archäologischer Entdeckungen publik gemacht. So waren im Februar bei Ausgrabungen im Nildelta Überreste einer antiken Brauerei freigelegt worden. Im Januar hatten Archäologen in der Totenstadt Sakkara bei Kairo zudem einen Totentempel und 50 weitere Sarkophage gefunden.

Fund soll Tourismus ankurbeln

Die Verkündigung antiker Entdeckungen soll auch die angeschlagene Tourismusbranche in Ägypten wiederbeleben. Die Wirtschaft ist von Tourismus-Einnahmen abhängig und hat während der Corona-Pandemie stark gelitten. Ein ähnliches Ziel verfolgte auch eine feierliche Prozession in Kairo in der vergangenen Woche: Dabei wurden die Mumien von 22 Königen und Königinnen aus dem alten Ägypten durch die Stadt transportiert, um in ein neues Museum verlegt zu werden.

Passend zum Thema:

Zungen aus Gold: Mumien mit kostbaren Amuletten im Mund ausgegraben

Mumie von Chef-Mumifizierer entdeckt - dann geschieht etwas Neues

Advertisement