Laos: Bergung aus Höhle dauert an | Weather.com
Advertisement
Advertisement

Erster der eingeschlossenen Dorfbewohner aus Höhle in Laos gerettet

In der engen Höhle im Norden von Laos stoßen selbst erfahrene Höhlentaucher an ihre Grenzen. Während fünf eingeschlossene Goldsucher auf ihre Rettung warten, schwinden die Chancen für zwei Vermisste.

Dieses Bild, das aus einem von Benz Norrased Palasing Seascout Diving zur Verfügung gestellten Video stammt, zeigt einen Dorfbewohner, der am 28. Mai 2026, in einer überfluteten Höhle in der Provinz Xaisomboun in Laos eingeschlossen war und gerettet wurde. (Benz Norrased Palasing Seascout Diving via AP)
Dieses Bild, das aus einem von Benz Norrased Palasing Seascout Diving zur Verfügung gestellten Video stammt, zeigt einen Dorfbewohner, der am 28. Mai 2026, in einer überfluteten Höhle in der Provinz Xaisomboun in Laos eingeschlossen war und gerettet wurde.
(Benz Norrased Palasing Seascout Diving via AP)

Rettungskräfte haben den ersten von mehreren eingeschlossenen Dorfbewohnern aus einer überfluteten Höhle in Laos geholt. Das berichteten Einsatzkräfte aus Laos und Thailand am Freitag in den sozialen Medien. Sie posteten auch ein Video, auf dem der gerettete Dorfbewohner eine Lampe an seiner Stirn befestigt hatte. Die Person war unsicher auf den Beinen und stützte sich auf zwei Assistenten.

Vor der erfolgreichen Rettungsaktion durch Taucher am Freitag war am Mittwoch der Aufenthaltsort von insgesamt fünf Dorfbewohnern ausfindig gemacht worden, die seit mehr als einer Woche in der Höhle feststeckten. Zwei weitere Personen wurden noch vermisst.

Zunächst war unklar, ob es am Freitag noch weitere Rettungsversuche geben würde. Die Rettungsaktion gilt wegen enger Tunnel, hoher Wasserstände und akuter Einsturzgefahr als extrem riskant. Gleichzeitig schwinden die Hoffnungen, die zwei weiterhin vermisste Männer lebend zu finden.

Rettungskräfte hätten inzwischen rund 95 Prozent des Tunnelsystems durchsucht, bislang aber keine Spur der beiden entdeckt, sagte der finnische Höhlentaucher Mikko Paasi dem Sender ThaiPBS World. "Wir haben nicht mehr viele Orte übrig, an denen wir suchen können", erklärte er. Die Chancen seien "sehr gering".

Paasi gilt als einer der erfahrensten Höhlentaucher weltweit und unterstützt die Koordination der Mission in Laos. Bereits bei der spektakulären Rettung eines Jugendfußballteams aus der Tham-Luang-Höhle in Thailand im Jahr 2018 spielte er eine entscheidende Rolle. Auch diesmal gehört er zu den Spezialisten an vorderster Front.

Seit zehn Tagen in der Höhle

Es gebe in den bislang unzugänglichen Bereichen der Höhle keine trockenen Stellen, an denen Menschen eine Woche lang hätten überleben können, betonte Paasi mit Blick auf die zwei als verschollen geltenden Männer. Auch hätten die fünf Überlebenden selbst nicht gewusst, dass zwei weitere Personen vermisst würden.

Advertisement

Derweil arbeiten die Einsatzkräfte weiter fieberhaft daran, die Männer aus der Höhle in der nördlichen Provinz Xaisomboun zu bergen. Die Gruppe sitzt seit zehn Tagen Hunderte Meter vom Eingang entfernt fest, nachdem heftige Regenfälle die Goldmine geflutet und einen Erdrutsch ausgelöst hatten. Kollegen, die sich retten konnten, hatten Alarm geschlagen.

"Wir tasten mit Armen und Beinen"

Die Rettung gilt als extrem gefährlich. Nach Angaben der Taucher herrscht in den engen Tunneln praktisch keine Sicht. "Unter Wasser tasten wir mit Armen und Beinen", sagte Paasi. Teilweise müssten Taucher sogar ausatmen, um sich durch die engen Passagen zwängen zu können. Zudem bestehe bei Regen jederzeit die Gefahr neuer Überflutungen oder Einstürze.

Die Retter erwägen zwei Möglichkeiten: Entweder soll weiter Wasser aus der Höhle gepumpt werden, oder die Überlebenden müssen durch die überfluteten Tunnel tauchend herausgebracht werden – obwohl sie damit keine Erfahrung haben. Das Abpumpen wäre laut Paasi die sicherere Lösung, habe bislang wegen der engen Schächte aber kaum funktioniert.

Suche nach Schächten im Berg

Auch ein Mitglied des thailändischen Rettungsteams räumte ein, dass eine Bergung per Tauchgang unter diesen schwierigen Bedingungen kaum möglich sei. Die Einsatzkräfte suchten deshalb auch weiter nach alternativen Zugängen und natürlichen Schächten im Berg, durch die eine Rettung möglich wäre, zitiert ihn ThaiPBS World.

Derweil bauten die Behörden mit schwerem Gerät eine Straße durch den Dschungel zur Höhle - denn die abgelegene Region ist extrem schwer zugänglich. So sollen Pumpen und Versorgungsgüter schneller transportiert werden. Zudem soll ein Auffangbecken für das abgepumpte Wasser entstehen.

Eingeschlossene sind körperlich und mental stabil

Die fünf Überlebenden seien jedoch körperlich und mental erstaunlich stabil. Als Bergarbeiter seien sie an enge unterirdische Räume gewöhnt und litten nicht unter Platzangst, sagte Paasi. Auch hätten sie ausreichend Nahrung und Wasser dabeigehabt, weil sie ohnehin mehrere Tage in der Mine verbringen wollten.

Nach Angaben einer thailändischen Rettungsorganisation wurden inzwischen weitere internationale Spezialisten angefordert. Unter anderem werden Experten aus Malaysia, Japan und Frankreich erwartet. Auch der australische Tauchspezialist Josh Richards ist auf dem Weg.

Advertisement