Von Vibrieren bis Einkoten: Wie Tiere die Hitze überstehen | The Weather Channel
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Von Vibrieren bis Einkoten: Wie Tiere die Hitze überstehen

13.07.2018, Niedersachsen, Friesoythe: Eine Katze schläft bei sonnigem Wetter an einer Wand im Schatten eines Blumenkübels. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Auch das ist eine gute Strategie: ein Schläfchen im Schatten - nur könnte diese Haltung einen steifen Hals zur Folge haben ...
(Mohssen Assanimoghaddam/dpa)

Nicht nur Menschen macht die derzeitige Hitze zu schaffen. Auch Tiere in Wald und Wiesen und Tiergärten müssen mit den hochsommerlichen Temperaturen klarkommen. „Für die nachtaktiven Tiere ist das weniger ein Problem, aber die tagaktiven Tiere müssen sich an die Temperaturen anpassen“, sagt Susanne Schneider von der Naturschutzorganisation BUND Hessen. „Die meisten ruhen, legen sich hin, und warten auf kühlere Temperaturen.“

Feldhasen geben Wärme über Ohren ab

Bei manchen Tieren gibt es natürliche Reaktionen des Körpers auf die Hitze - etwa beim Feldhasen. Steigen die Temperaturen, steigt auch das Blut - und zwar verstärkt in die langen Ohren der Hasen. „Die sind weniger behaart und damit auch nicht so stark isolierend, so dass Wärme abgegeben kann“, erklärt Schneider. Außerdem hecheln sie.

Störche kühlen sich mit Kot

Eher anrüchig ist die Methode der Störche, sich bei richtig heißem Wetter abzukühlen: „Die koten sich ein, da ihr Kot sehr flüssig ist und an den Beinen für Kühlung sorgt.“ Das Wasser im übrigens weißen Kot entzieht beim Verdunsten dem Körper Wärme.

17.06.2019, Hessen, Biebesheim: Ein Storch und sein Nachwuchs. Nach der Aufzucht ihrer Jungen werden sich die Zugvögel schon in absehbarer Zeit wieder auf den Weg in den Süden machen. Foto: Boris Roessler/dpa
Ob Storchenkot stinkt?
(Boris Rössler)

Vögel plustern sich auf

Sie plustern sich auf: So kommt kühlender Wind schneller an die Haut, und es staut sich nicht zu viel Wärme im Gefieder. Außerdem suchen Vögel nach einem erfrischenden Bad. Wenn mittags die Sonne am höchsten steht, bewegen sie sich möglichst am wenigsten.

Bienen werden zu Ventilatoren

Wird es im Stock zu warm, setzen sich Arbeitsbienen vor den Eingang und fächeln Luft hinein. Als lebende Ventilatoren lassen sie dazu ihre Flügel vibrieren. Bei starker Hitze suchen sich Bienen zudem schattige Plätzchen und landen an Pfützen, um zu trinken.

Katzen lecken das Fell

Stubentiger lecken zur Abkühlung ihr Fell ab. Die Verdunstung des Speichels kühlt. Bei großer Hitze öffnen sie außerdem ihr Maul und hecheln. Durch das schnelle Atmen verdunstet Speichel im Rachenraum und sorgt für Kühlung.

27.07.2018, Berlin: Bei Temperaturen um 32 Grad Celsius probiert ein getigerter Kater im Bezirk Tempelhof Reste von Speiseeis. Nach Angaben der Meteorologen wird die Quecksilbersäule in den kommenden Tagen weiter oberhalb der 30 Grad Marke zu finden sein und eine Abkühlung ist nicht in Sicht. Foto: Wolfgang Kumm/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Das bringt keine adäquate Kühlung ... aber es sei ihr vergönnt ;-).
( Wolfgang Kumm/dpa )

Hunde nutzen die Zunge

Wird es Hunden zu heiß, fangen sie zu hecheln an und atmen schneller als sonst. Über die aus dem Maul hängende Zunge verdunstet Feuchtigkeit. So kühlt sich das Tier ab. Hunde sind klug genug, sich bei Hitze möglichst in den Schatten zu legen und wenig zu bewegen.

Schweine hecheln

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Der Spruch „schwitzen wie ein Schwein“ zeugt von Unwissenheit. Denn die Borstenviecher können gar nicht schwitzen und ihre Temperatur über die Haut regulieren. Sie geben Wärme über ihre Zunge ab und hecheln. Zudem werden sie träge und fahren ihren Stoffwechsel herunter. Kein Schwein würde freiwillig in die pralle Sonne gehen, weil die nackte Haut schnell einen Sonnenbrand bekommt.

Amphibien sind besonders gefährdet

Gerade für Amphibien, aber auch für Landtiere kann Wasserknappheit zum großen Problem werden, wenn Tümpel austrocknen. „Die Tiere müssen dann weiter wandern, um Wasser zu finden - das stresst dann noch zusätzlich.“ Für Kaulquappen etwa, die ihr bisheriges flüssiges Element nicht verlassen könnten, sei dann hingegen nichts mehr zu machen.

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Appell an Wanderer: Wege nicht verlassen

Waldspaziergänger sollten an Hitzetagen gerade aus Rücksicht auf im Unterholz rastende Tiere nicht die Wege verlassen, empfiehl BUND-Fachfrau Schneider.

Hilfe für Gäste im Garten: Gefäß mit Wasser und Stöckchen

Wer etwas für Vögel, Insekten und Kleintiere tun wollen, könne auch im heimischen Garten ein Gefäß mit Wasser aufstellen, das dann aber täglich gesäubert werden sollte, um eine Bakterienverunreinigung zu vermeiden. Ebenfalls wichtig: „Ein Stöckchen hineinlegen, damit hereingefallene Insekten oder Kleintiere sich aufs Trockene retten können.“

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