Afrikanische Schweinepest weitet sich aus – neuer Kreis betroffen | Weather.com
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Afrikanische Schweinepest weitet sich aus – neuer Kreis betroffen

Das Virus kann von Wildschweinen auf Hausschweine übergehen - das hat fatale Folgen. Foto: GettyImages

Die Afrikanische Schweinepest hat sich in Brandenburg ausgeweitet. Erstmals wurde ein totes infiziertes Wildschwein im Landkreis Märkisch-Oderland außerhalb des bisherigen Gefahrengebiets entdeckt, teilte das Verbraucherschutzministerium am Mittwoch mit. Das nationale Referenzlabor, das Friedrich-Loeffler-Institut, habe die Tierseuche bestätigt. Ein Jäger habe das Tier an der polnischen Grenze erlegt. Hinzu kam nach Angaben des Bundesagrarministeriums ein neuer Fall im bisherigen Kerngebiet um die früheren Funde - damit sind insgesamt 38 infizierte Wildschweine bestätigt.

Brandenburgs Regierung hat einen Krisenstab zur Bekämpfung der Seuche eingerichtet. Am vergangenen Freitag fasste der Krisenstab den Beschluss, alle Wildschweine in der Nähe der „Kernzone“ zu töten, in der die ersten mit Afrikanischer Schweinepest (ASP) infizierten Wildschweine gefunden worden. Dies teilte der brandenburgische Agrarminister Axel Vogel (Grüne) am Freitag nach dem Treffen der Länder-Agrarminister in Weiskirchen (Saarland) mit.

Bund und Länder beschließen Finanzierung für Wildschweinzäune

Eine Kommission von EU-Veterinären habe empfohlen, eine „weiße Zone“ in einem Umkreis von fünf Kilometern um die bereits bestehende Kernzone herum auszuweisen. In dieser weißen Zone, die durch feste „wildschweindichte“ Zäune umgrenzt werde, seien alle Wildschweine zu töten. Der Krisenstab habe beschlossen, dieser Empfehlung zu folgen, sagte Vogel. Wenn man in Brandenburg über Zäune rede, dann gehe es nicht vordringlich über einen Zaun nach Polen, sondern es gehe um eine Eingrenzung des Gebietes, in dem sich infizierte Wildschweine befinden könnten.

Derzeit ist die afrikanische Schweinepest war das Top-Thema der Agrarminister. Nach dem Ausbruch in Brandenburg sei man in “großer Sorge“. Die Folgen treffen alle - daher müssten jetzt auch alle allen helfen. Aufgrund der Lage haben sich Bund und Länder gegenseitige Unterstützung zugesichert. „Es ist eine nationale Herausforderung, bei der es darauf ankommt, dass man sich unterhakt“, sagte der Vorsitzende der Agrarministerkonferenz, Saarlands Ressortchef Reinhold Jost (SPD), nach einem Ministertreffen am Freitag im saarländischen Weiskirchen. In einem 17-Punkte-Katalog wurde unter anderem beschlossen, ein Modell zur „solidarischen Finanzierung“ für Wildschweinzäune zu prüfen und die Jagd auf Wildschweine deutlich zu verstärken.

„Wir haben eine lange Strecke vor uns, das ist ein Marathon“

Einig waren sich die Minister, dass landwirtschaftliche Betriebe in den betroffenen Regionen in Brandenburg finanziell unterstützt werden sollten. „Nur Hand in Hand werden wir die ASP in Deutschland bekämpfen können“, sagte Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU). Ziel sei, dass Deutschland wieder „ASP-frei“ werde. Das sei dann der Fall, wenn mindestens ein Jahr lang keine positiven Funde gemacht wurden. Klar sei: „Wir haben eine lange Strecke vor uns, das ist ein Marathon.“

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Die ASP war vor rund zwei Wochen in Brandenburg ausgebrochen. Mittlerweile ist Tierseuche dort bei 34 toten Wildschweinen nachgewiesen worden. Die ASP ist für den Menschen ungefährlich, nicht aber für Hausschweine: Wenn das Virus überspringt, hätte das fatale Folgen. Das müsse auf jeden Fall verhindert werden, sagte Klöckner.

Agrarministerin Klöckner sichert Bauern Unterstützung zu

Die Unterstützung soll nicht nur für Brandenburg, sondern auch im Fall möglicher weiterer Ausbrüche auch für andere Länder gelten - erklärten die Minister. Klöckner betonte, beim Bau von Zäunen seien klar die Länder zuständig. Die EU-Kommission beteilige sich in noch nicht genau feststehender Höhe an den Baukosten: „Am Ende ist es auch das Interesse der gesamten EU, dass die Schweinepest sich nicht ausbreitet.“

Die Agrarminister forderten die Fleischbranche auf, „solidarisch zu handeln, um Marktstörungen und damit in Verbindung stehende wirtschaftliche Auswirkungen auf schweinehaltende Betriebe sowie Tierschutzprobleme zu minimieren“. Die Schweinepreise waren wegen der ASP zunächst gefallen.

Klöckner sicherte Bauern Unterstützung zu, die beispielsweise wegen der Schweinepest derzeit ihre Felder nicht bewirtschaften können. Es gebe auch die Möglichkeit von Liquiditätshilfen oder die Eröffnung der Lagerhaltung, für die aber eine Genehmigung der EU nötig sei. Klöckner: „Überall, wo der Staat anordnet, etwas nicht mehr tun zu dürfen, da besteht die Möglichkeit, auch Entschädigungen zu bekommen.“

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