Buckelwal: Rettung per Katamaran wird geprüft | Weather.com
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Spektakulärer Plan: Katamaran soll gestrandeten Wal retten

Ein Katamaran aus Dänemark könnte den gestrandeten Buckelwal vor Poel retten. Am Dienstag soll ein Gutachten klären, ob er noch eine Chance hat.

01.04.2026, Mecklenburg-Vorpommern, Weitendorf-Hof: Der Buckelwal sitzt am Vormittag noch immer vor der Insel Poel fest. Foto: Marcus Golejewski/dpa
Wettlauf mit der Zeit: Wenn der Buckelwal noch ein paar Tage lebt, könnte er mit einem dänischen Katamaran gerettet werden (Archivbild)
(Marcus Golejewski/dpa)

Ein Katamaran aus Dänemark könnte den gestrandeten Buckelwal vor der Insel Poel retten — wenn der Wal bis dahin noch lebt. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) bestätigte am Ostersonntag in einem Interview mit dem Sender News5, dass eine spektakuläre Bergung geprüft werde. Die Idee: Einsatzkräfte spülen 80 Zentimeter bis einen Meter breite Gurte unter dem Tier hindurch, heben es vorsichtig an und legen es auf ein Netz — um den zwölf Tonnen schweren Wal lebend zu transportieren.

Wie stehen die Überlebenschancen?

Voraussetzung dafür ist ein Gutachten von Meeresbiologen und Veterinären, das am Dienstag vorliegen soll. Es soll klären, ob der Wal überhaupt noch eine Überlebenschance hat. Backhaus' Einschätzung am Ostersonntag: Dem Tier gehe es „wirklich ganz schlecht."

Dem Buckelwal setzen mehrere Faktoren schwer zu: Der Salzgehalt der Ostsee liegt rund ein Drittel unter dem, was Wale in der Nordsee oder im Atlantik gewohnt sind — Wasserproben direkt beim Tier bestätigten das. Die Folge: Hautprobleme, die seinen Gesundheitszustand nach Backhaus' Worten „sehr, sehr negativ beeinflussen." Hinzu kommen Verletzungen, mutmaßlich von Schiffsschrauben, sowie Abdrücke, die auf ein Netz hindeuten. Weil der 12,35 Meter lange, 3,20 Meter breite und 1,60 Meter hohe Wal bereits 50 bis 60 Zentimeter in den Ostseeboden eingesunken ist, drückt sein eigenes Körpergewicht zunehmend auf die inneren Organe.

Sterbeprozess kann mehrere Tage dauern

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„Bei einem Großwal kann der Sterbeprozess mehrere Tage dauern", erklärte die Meeresbiologin Tamara Narganes Homfeldt von der Organisation Whale and Dolphin Conservation (WDC). Langfristig führe der Druck zu Kreislaufkollaps und Organversagen.

Feuerwehr benetzt Wal mit Wasser

Der Buckelwal hatte sich seit Anfang März viermal festgesetzt. Dreimal schaffte er es, aus eigener Kraft loszuschwimmen — zuerst im Hafen von Wismar, dann am Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein. Am vergangenen Dienstag strandete er schließlich vor Poel. Einen Tag später stellten die Einsatzkräfte alle Rettungsversuche ein.

Seitdem wird das Tier rund um die Uhr beobachtet und von der Feuerwehr regelmäßig mit Wasser benetzt. Am Ostersonntag lebte der Wal noch, sein Zustand hatte sich seit dem Vortag nicht wesentlich verändert. Eine Tötung schloss Backhaus aus: „Das wird hier nicht stattfinden."

Minister bekommt Rettungsvorschläge aus Bevölkerung

Die Anteilnahme in der Bevölkerung bleibt groß. Immer wieder erreichten ihn Vorschläge, wie dem Wal geholfen werden könne, sagte der Minister. Er versicherte, jeder ernst zu nehmende Hinweis werde geprüft. Wie lange der Überlebenskampf noch dauert, kann niemand sagen.

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