Vögel im Frühling helfen: Tipps nach dem Winter | Weather.com
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Nach hartem Winter: Was Vögel jetzt im Frühling brauchen — und wie Sie helfen können

iele Zugvögel sind nach einem schwierigen Winter zurück in Deutschland. Mit Nistkasten, Vogeltränke und Insektenpflanzen können Sie jetzt konkret helfen.

Trauerschnaepper, Trauer-Schnaepper, Trauerfliegenschnaepper, Trauer-Fliegenschnaepper Ficedula hypoleuca, Maennchen singt auf einem Ast, Deutschland, Bayern pied flycatcher Ficedula hypoleuca, male sings on a branch, Germany, Bavaria BLWS650878 *** Pied flycatcher Ficedula hypoleuca , male sings on a branch, Germany, Bavaria pied flycatcher Ficedula hypoleuca , male sings on a branch, Germany, Bavaria BLWS650878 Copyright: xblickwinkel/M.xKuehnx
Vögeln auch im Frühjahr zu helfen, ist wichtig für den Artenschutz
(blickwinkel/M.xKuehn)

Viele Zugvögel sind gerade auf dem Rückweg nach Deutschland — oder schon da. Der Winter hat ihnen zugesetzt: zugefrorne Gewässer, Schnee und Vogelgrippe. Jetzt ist der Moment, in dem praktische Hilfe zählt. Was Vögel im Frühling brauchen und was jeder von der Fensterbank bis zum Garten tun kann.

Warum sind Vögel jetzt auf Unterstützung angewiesen?

Nicht die Kälte selbst hat den Tieren geschadet, sondern was sie mit der Nahrungsversorgung gemacht hat. Zugefrorene Gewässer zwangen Wasservögel wie Enten und Schwäne dazu, mühsam nach offenen Stellen zu suchen. Eisvögel und Kormorane fanden kaum Fische. Wo es eine geschlossene Schneedecke gab, kamen bodenbrütende Tiere wie das Rebhuhn nicht mehr an Samen oder Insekten. „Sie haben den Winter gut gemeistert, wenn man bedenkt, dass er doch recht harsch war", sagt Martin Rümmler, Vogelschutzexperte beim Naturschutzbund Deutschland (NABU). Doch es habe auch Verluste gegeben.

Tausende von Kranichen sind diesen Winter der Vogelgruppe erleben
(dpa)

Ein Zehntel der Kraniche gestorben

Dazu kam die Vogelgrippe. Besonders hart traf sie die Kraniche: Aufgrund eingesammelter Opfer geht man davon aus, dass rund ein Zehntel der rund 400.000 Kraniche, die im Herbst über Deutschland zogen, an der Krankheit gestorben sind. Die Population sei insgesamt noch gesund, sagt Rümmler — „noch gibt es erst mal keinen Grund zur Sorge." Aber klar ist auch: Verluste aus dem Winter lassen sich nur aufholen, wenn der Frühling gut verläuft. Insekten und Pflanzen müssen gedeihen, damit die Brut gelingt. Und: Zu trocken darf es nicht werden.

Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Nistkasten?

Wer Meisen, Kleiber oder Sperlinge ansiedeln will, sollte den Kasten idealerweise bis Mitte März anbringen. Auch im April lässt sich noch ein Nistkasten aufhängen, denn manche Arten kehren erst Anfang Mai aus den Winterquartieren zurück. Tipp: NABU-Nisthilfen gleicher Bau- und Zielvogelart sollten in Abständen von mindestens zehn Metern aufgehängt werden. Ausnahme sind Koloniebrüter wie Sperlinge, Stare und Schwalben.

Was können Schwalbenfreunde jetzt tun?

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Die Rauchschwalben sind gerade im Anflug, die Mehlschwalben folgen in etwa zwei Wochen. Ihre Bestände haben deutlich abgenommen. Neben Nahrungsmangel liegt das vor allem an fehlenden Nistmöglichkeiten. Deshalb bittet der NABU Haus- und Stallbesitzer, Schwalben mit Lehmpfützen, Nistbrettchen oder Kunstnestern zu helfen. Tipp: Wer Schwalben an seinem Haus duldet und ungestört brüten lässt, kann sich beim NABU um die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus" bewerben.

Welche Pflanzen helfen Vögeln am meisten?

Doch heimische Sträucher schlagen jedes Vogelhäuschen. Wer Vögeln in seinem Garten einen reich gedeckten Tisch bieten möchte, pflanzt am besten heimische Gehölze oder Stauden. Gut geeignet sind laut NABU Gehölze wie Liguster, Schlehe oder Holunder — sie bieten neben Nistplätzen im Frühling auch Beerennahrung im Herbst. Wer eine wilde Ecke mit Brennnesseln zulässt, lockt Raupen und Falter an — und damit automatisch Vögel. Insekten als proteinreiche Nahrung sind zur Jungenaufzucht für fast alle Singvögel unverzichtbar.

Soll man Vögel im Frühling noch füttern?

Eine vielfältige, blüten- und insektenreiche Natur ist für Vögel überlebenswichtig — ein natürliches Futterangebot ist zudem vielfältiger als das Futter im Vogelhäuschen. Laut den Vogelexperten tritt die klassische Vogelfütterung mit Körnern und Fett im Frühling in den Hintergrund. Wer trotzdem etwas tun will: Eine flache Vogeltränke mit frischem Wasser ist das Einfachste und Wirkungsvollste — gerade jetzt, wenn Insekten noch rar sind und Vögel trinken und sich putzen müssen.

Wie kann man Vögeln helfen, ohne einen Garten zu haben?

Auch vom Balkon aus ist Vogelschutz möglich. Eine flache Schüssel als Wasserstelle ist schnell eingerichtet. Dabei ist es wichtig, das Wasser täglich zu wechseln, damit keine Krankheitserreger übertragen werden. Heimische Blumen in Töpfen locken Insekten an, die wiederum Vögel anziehen.

Tipp: Von 8. bis 10. Mai findet die „Stunde der Gartenvögel" statt. Wer eine Stunde lang Vögel im Garten, auf dem Balkon oder im Park zählt und meldet, liefert dem NABU wertvolle Daten für den Artenschutz.

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