Toter Buckelwal vor Dänemark entdeckt | Weather.com
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Toter Buckelwal vor dänischer Insel Anholt entdeckt

Vor der Küste der dänischen Insel Anholt treibt ein toter Wal im Meer. Einem Experten zufolge handelt es sich um einen Buckelwal. Was ist bislang bekannt?

Die Schwanzflosse eine Buckelwals ragt aus dem Wasser vor der Küste von Niteroi während einer Walbeobachtungstour in Niteroi im Bundesstaat Rio de Janeiro in Brasilien. (Symbolbild) (Silvia Izquierdo/AP/dpa)
Die Schwanzflosse eine Buckelwals ragt aus dem Wasser (Symbolbild)
(Silvia Izquierdo/AP/dpa)

Vor der dänischen Insel Anholt ist ein toter Wal entdeckt worden. Das Tier liege etwa 75 Meter vor der Küste und sei vermutlich bereits seit einiger Zeit tot, berichtete die Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf die Umweltbehörde Miljøstyrelsen.

Kadaver eines 10 bis 15 Meter langen Buckelwals

Unklar war zunächst, ob es sich um den Wal handelt, der Ende März erstmals vor Timmendorfer Strand gestrandet war und rund einen Monat später in den Skagerrak (Nordsee) transportiert worden war. Nach Einschätzung eines örtlichen Naturaufsehers handelt es sich vermutlich um einen Buckelwal. Das Tier sei schätzungsweise 10 bis 15 Meter lang, sagte er dem Sender TV 2 Østjylland. Derzeit gebe es keine Pläne, den Wal zu bergen. Das könne sich ändern, falls der Kadaver näher an die Küste treibe, hieß es weiter. 

Walrettungs-Drama endete erst zwei Wochen

Der vor der deutschen Küste gestrandete Wal hatte wochenlang Schlagzeilen gemacht. Das bislang letzte Kapitel der Saga war ein tagelanger Transport einer privaten Rettungsinitiative in die Nordsee. Wie genau diese endete, war aber bis zuletzt unklar. Auch rund zwei Wochen nach dem Aussetzen gibt es bislang keine bekannten Daten dazu, wo das Tier ist. Ein GPS-Sender liefere weiterhin keinerlei Signale zur Ortung, hieß es jüngst von der Privatinitiative zum Transport des Wals. Es gebe überhaupt keine Daten mehr. Experten von Tierschutzorganisationen hatten die langfristigen Überlebenschancen des Wals übereinstimmend als sehr gering eingeschätzt.

Vor dem Freisetzen des Buckelwals am 2. Mai soll nach Angaben der Initiative ein GPS-Sender an der Rückenfinne angebracht worden sein, der stetig Ortsdaten liefern sollte. Ob dies tatsächlich erfolgte, ließ sich nicht durch unabhängige Quellen verifizieren.

Der Bulle war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden. In den etwa 60 Tagen bis zum Transport lag er rund zwei Drittel der Zeit in Flachwasserzonen. Mit einem Lastkahn wurde er von der Insel Poel aus in die Nordsee gebracht.Gewebeprobe soll entnommen werden Fotos oder Videos vom Freisetzen existieren nach Aussage der Initiative nicht. Unklar blieb auch, in welchem Zustand das geschwächte und vom Hin und Her im Kahn verletzte Tier zu diesem Zeitpunkt war. 

Geweproben erst im Laufe des Freitags möglich

Im Laufe des Tages soll laut dänischen Medien eine Gewebeprobe von dem toten Tier entnommen werden. Den Angaben nach wird darauf gewartet, dass Niedrigwasser dies zulässt. Um festzustellen, ob es sich bei dem in Dänemark gefundenen Kadaver um den zuvor in Deutschland gestrandeten Wal handelt, könnten theoretisch auch Fotos helfen: Nach Angaben der Initiative wurde ein Foto von der Fluke - der großen Schwanzflosse des Tieres - gemacht, das als Foto-ID in entsprechende Datenbanken einfließen soll. Auch für diese Information gab es allerdings keine Bestätigung durch unabhängige Quellen.

Neben einem Foto von der Fluken-Unterseite können der Tierschutzorganisation WDC zufolge auch auffällige Merkmale wie ein Narbenmuster auf der Haut zur Wiedererkennung eines Wals dienen. Der Poeler Wal gehöre zur Population der nordatlantischen Buckelwale. "Jedes Forschungsteam, das mit dieser Population arbeitet, fotografiert die Individuen", hieß es. Über die Jahre seien Tausende ID-Fotos zusammengetragen worden.

Timmys mehrfache Strandungen

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Der Buckelwal war nach Angaben der Behörden zunächst im Hafen von Wismar aufgetaucht. In der Nacht zum 23. März strandete er auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein. Dem Tier gelang es, das flache Wasser über eine ausgehobene Rinne zu verlassen. Danach nahm es aber nicht Kurs aufs offene Meer und Richtung Norden, sondern schwamm wieder Richtung Wismar. Schließlich schwamm es in die Kirchsee genannte flache Bucht der Insel Poel. Dort strandete es erneut, schwamm sich zwischenzeitlich frei, lag aber weniger Stunden später am Ausgang der Bucht wieder fest. Mecklenburg-Vorpommers Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte Mitte April entschieden, eine private Rettungsinitiative zu dulden. Sie wurde von Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und der Unternehmerin Karin Walter-Mommert finanziert. Die Initiative hatte zuletzt den Lastkahn, eine sogenannte Barge, herangeschafft, um den Wal damit zurück in die Freiheit zu bringen.

So geht Dänemark bei Walstrandungen vor

Buckelwale und andere Walarten werden immer wieder vereinzelt vor den Küsten Dänemarks gesichtet, Strandungen kommen in der Regel aber nur relativ selten vor. Wenn ein großer Meeressäuger in dem deutschen Nachbarland strandet, wird zunächst geprüft, ob zum Beispiel Universitäten oder Museen Interesse an Gewebeproben oder Knochen zu Forschungs- oder Lehrzwecken haben.

Besteht dieses Interesse nicht - und stellt der Wal auch keine größeren Beeinträchtigungen etwa für den Schiffsverkehr dar - dann soll der Natur ihr freier Lauf gelassen werden. Etwaige Rettungsversuche sollten gemäß den Vorgaben der dänischen Behörden nicht unternommen werden.

Der Gang der Natur

"Walstrandungen werden als ein natürlicher Teil des Gangs der Natur betrachtet, der nicht durch menschliche Eingriffe gestört werden sollte", heißt es im entsprechenden Bereitschaftsplan für gestrandete Meeressäuger, den die Umweltbehörde Miljøstyrelsen 2024 ausgearbeitet hat.

Es könne jedoch Situationen geben, in denen das Töten etwa von kranken Walen unter Umständen und unter Abwägung von Tierethik und der Gefahr für Menschen möglich sei. Dies gilt allerdings nur für Wale bis zu einer Größe von etwa vier Metern - ausgewachsene Buckelwale sind in der Regel mehr als dreimal so lang.

Kurioser Fund auf Bornholm

Anfang des Jahres waren mehrere mutmaßlich vorher verendete Pottwale an verschiedenen Orten in Dänemark gestrandet. Einer davon wurde geborgen und obduziert: Dabei stellte sich heraus, dass er verhungert war, da mehrere Fischernetze seine Speiseröhre blockiert hatten.

Im Frühjahr 2025 war ein Buckelwal in der Nähe von Aarhus verendet. Im Sommer 2024 war ein anderer verendeter Buckelwal an einem Strand im Südosten der Ostsee-Insel Bornholm angespült worden. Gut drei Monate später machten Strandreiniger auf der Insel dann einen kuriosen Fund: Sie entdeckten in der Nähe von Snogebæk im Südosten von Bornholm einen anderthalb Meter langen Walpenis – er gehörte aller Voraussicht nach dem verendeten Wal.

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