Lummensprung: Warum sich Küken in die Tiefe stürzen | Weather.com
Advertisement
Advertisement

Lummensprung auf Helgoland: Warum sich Küken, die nicht fliegen können, in die Tiefe stürzen

Tierische Mutprobe: Trottellummenküken springen ab jetzt von den Felsen auf Helgoland in die Tiefe – obwohl sie nicht fliegen können. Der Grund ist praktischer Natur.

Trottellummen auf einem Felsen in Helgoland: Jetzt wagen auch ihre Küken den Sprung in die Tiefe.
(dpa)

Der Helgoländer Lummenfelsen ist nach Angaben des Vereins Jordsand mit rund 1,1 Hektar seit 1964 das kleinste Naturschutzgebiet Schleswig-Holsteins und eines der kleinsten in ganz Deutschland. Nur hier, an dem etwa 220 Meter langen und 50 Meter hohen Klippenabschnitt, brüten in Deutschland alle fünf Hochseevogelarten Trottellumme, Basstölpel, Dreizehenmöwe, Eissturmvogel und Tordalk.

Die Stummelflügel der Küken taugen noch nicht zum Fliegen

Das außergewöhnliche Schauspiel findet regelmäßig im Juni statt, wenn die kleinen Vögel im Alter von etwa drei Wochen vom Lummenfelsen entweder direkt ins Wasser springen oder auf den Boden – je nach Ausgangspunkt. Die Jungtiere können in diesem Alter noch nicht fliegen, sondern versuchen nach Angaben des Vereins Jordsand so gut wie möglich mit ihren Stummelflügeln hinabzugleiten.

„Der Lummensprung ist jedes Jahr aufs Neue ein einzigartiges Naturschauspiel, das man in dieser Form nur auf Helgoland erleben kann“, sagte Elmar Ballstaedt, stellvertretender Stationsleiter des Vereins Jordsand auf Helgoland.

Die Küken überleben Sprünge aus bis zu 150 Metern

Dank ihrer Fettpolsterung und ihres leichten Knochenbaus überstehen die jungen Trottellummen nach Jordsand-Angaben in der Regel unbeschadet auch Sprünge aus bis zu 150 Metern Höhe. Ziel des sogenannten Lummensprungs ist es, zu ihren Eltern ins Wasser der Nordsee zu gelangen, die ihre Jungen dort einfacher mit Nahrung versorgen können. Für die kleinen Vögel ist das ein großer Schritt. Manchmal dauert es Stunden bis Tage, bis ein Jungtier springt. Die Küken, die hinter der aus Küstenschutzgründen gebauten Mauer landen und daher nicht selbstständig ins Meer gelangen können, werden von Helfern auf den richtigen Weg gebracht.

Advertisement