Das erste Foto des mysteriösem Cozumel-Zwergfuchses | Weather.com
Advertisement
Advertisement

Weltpremiere: Das ist das erste Foto eines mysteriösen Insel-Fuchses

Er ist kaum größer als eine Hauskatze, lebt versteckt im Dickicht einer Karibikinsel – und wurde nun zum ersten Mal überhaupt auf einem Foto festgehalten: der Cozumel-Zwergfuchs.

Play

Es ist eine Art, von der man nicht sehr viel weiß. Belegt ist, dass die Füchse bereits vor 5000 Jahren auf der mexikanischen Insel Cozumel beheimatet waren. Davon zeugen Knochenfunde, die man in Ruinen entdeckte. Auch in der jüngeren Vergangenheit gab es hin und wieder Sichtungen dieser geheimnisvollen Füchse. Doch seit 20 Jahren - nichts mehr. Ob die Füchse auf der Insel überhaupt noch existieren, war deshalb unklar. Umso größer ist bei den Wissenschaftlern nun die Freude über die Wiederentdeckung.

Wie wurde der Fuchs wiederentdeckt?

Dabei half ihnen auch der Zufall weiter. Anwohner hatten seit 2023 über soziale Medien von einem desorientierten Fuchs berichtet, der sich in der Nähe einer Straße herumtrieb. Rafael Chacón vom Zentrum für Naturschutz und Bildung auf Cozumel begann damit, nach diesem Fuchs zu suchen – und tatsächlich gelang es ihm und seinen Helfern, den Fuchs zu finden, zu fotografieren und einzufangen. Tatsächlich handelte es sich bei dem Tier um einen Cozumel-Zergwuchs. Der Fuchs, ein ausgewachsenes Männchen, wurde untersucht und einige Tage später in einem Schutzgebiet im Süden der Insel wieder freigelassen. Dokumentiert hat Chacón die Wiederentdeckung des Fuchses jetzt in einer Studie in dem Fachjournal „Neotropical Biology and Conservation“.

Der Cozumel-Zwergfuchs. Credit: Rafael Chacón
Der Zwergfuchs während der Tage seiner Gefangenschaft. Die Forscher haben das Tier später in einem Schutzgebiet wieder freigelassen.
(Rafael Chacón )

Der Cozumel-Zwergfuchs gehört zur Gattung der Graufüchse, die auf dem amerikanischen Kontinent weit verbreitet ist. Doch die Tiere auf Cozumel erreichen laut der Studie lediglich 60 bis 80 Prozent der Körpergröße ihrer Verwandten auf dem Festland.

Fachleute erklären diese auffällige Verkleinerung mit dem sogenannten Inselzwergwuchs: Auf isolierten Inseln können begrenzte Nahrungsressourcen, das Fehlen großer Fressfeinde und veränderte Konkurrenzverhältnisse dazu führen, dass kleinere Individuen einen evolutionären Vorteil besitzen.

Der Cozumel-Zwergfuchs gilt als vom Aussterben bedroht

In die Freude über die Wiederentdeckung mischt sich bei den Wissenschaftlern aber auch große Sorge. Die Population des Cozumel-Zwergfuchses wird als vom Aussterben bedroht eingestuft. Travis Bayer von der Organisation Pathos Wildlife, Erstautor der Studie, betonte in einer Mitteilung: „Eine der wichtigsten Erkenntnisse dieser Forschung ist, dass Arten still verschwinden können, ohne dass die Welt überhaupt bemerkt, dass sie weg sind. Wir denken oft, Aussterben sei etwas Dramatisches und Offensichtliches – aber in Wirklichkeit kann es schleichend und lautlos geschehen, besonders bei seltenen Arten in abgelegenen oder kaum erforschten Lebensräumen.“

Advertisement