Klimaschonender fliegen durch geringere Flughöhe - darum ist es nicht möglich | Weather.com
Advertisement
Advertisement

Klimaschonender fliegen durch geringere Flughöhe - darum ist es nicht möglich

Play

Der Luftverkehr ist weltweit „nur“ für rund zwei Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Doch wie das Wissenschaftsmagazin sciencealert.com berichtet, ist die Klimawirkung von Flugzeugabgasen hoch in der Atmosphäre bis zu fünfmal stärker als bei Emissionsquellen am Boden.

Aus Kondensstreifen entstehen klimagefährdende Cirruswolken

Zudem würden Schwebstoffe, Ruß und Wasserdampf aus den Kondensstreifen die Bildung von wärmeabsorbierenden Cirruswolken fördern, die wiederum den Treibhauseffekt verstärken.

Bleiben Sie immer übers aktuelle Wetter informiert und laden Sie sich hier die TWC-App herunter.

Die meisten Kondensstreifen lösen sich nach wenigen Minuten, außer wenn das Flugzeug durch eine besonders kalte und mit Wasserdampf gesättigte Luftschicht fliegt. Laut dem Online-Magazin scinexx können diese Kondensstreifen bis zu 18 Stunden lang erhalten bleiben und sich dann zu klimawirksamen Kondens-Cirren wandeln.

Kritische Luftschicht umgehen: Flughöhe ändern

Wissenschaftler um Roger Teoh vom Imperial College London haben sich deshalb Gedanken gemacht, wie Flugzeuge die kritische Luftschicht meiden könnten. Das Ergebnis klingt einfach: Da die Luftschicht meist relativ dünn ist, könnte sie ein Flugzeug schon umgehen, indem es seine Flughöhe nur um wenige hundert Meter ändere. Doch so einfach ist es dann doch nicht, denn die Lage der Luftschicht ändert sich je nach Region, Jahres- und auch Tageszeit - was viel Anpassungsarbeit der Routen bedeuten würde. „Eine flottenweite Umleitungs-Strategie ist daher nicht wirklich praktikabel““, zitiert scinexx.de die Forscher.

Japan-Experiment: 59 Prozent weniger Kondensstreifen

Nach einer Datenanalyse des Luftraumes über Japan kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass nur 2,2 Prozent aller Flüge für 80 Prozent der klimawirksamen Kondensstreifen verantwortlich waren - meist am späten Nachmittag und in der ersten Nachthälfte. Mithilfe einer Simulation ließen sie diese Flüge jeweils 600 Meter höher oder tiefer fliegen, um die kondensträchtige Luftschicht zu umgehen. Sie kamen zu dem Ergebnis: Schon eine Höhenanpassung bei nur 1,7 Prozent aller Flüge reichte aus, um die Klimawirkung durch Kondensstreifen um 59 Prozent zu verringern. Am effizientesten sei es dabei, Flugzeuge in den Sommermonaten auf geringere Höhen umzuleiten und im Winter wiederum auf größere Höhen.

Advertisement

Einen Haken gibt es dabei jedoch: Wenn Flugzeuge in geringerer Höhe fliegen, sind sie einem stärkeren Luftwiderstand ausgesetzt. Dadurch verbrauchen sie mehr Treibstoff und stoßen auch mehr CO2 aus. Allerdings sei dieser Mehrverbrauch bei den simulierten Höhenanpassungen nur sehr gering, schreibt scinexx.de.

Erster Schritt zum klimafreundlicheren Fliegen

„Würden nur die Flugzeuge umgeleitet, die durch die Höhenanpassung kein zusätzliches CO2 ausstoßen, dann könnte trotzdem noch eine Verringerung der Kondensstreifen-Klimawirkung von 20 Prozent erreicht werden“, sagte Marc Stettler vom Imperial College London. Diese Maßnahme sei eine schnelle und vergleichsweise einfache Strategie, um die schädliche Klimawirkung des Luftverkehrs zumindest in Teilen zu reduzieren. Kombiniert man dies mit der Nachrüstung der Flugzeuge mit sauberen, weniger Ruß ausstoßenden Triebwerken, könnte man sogar 90 Prozent der treibhauswirksamen Kondensstreifen verhindern, erklärte Wissenschaftler Teoh.

Es bleiben: die Treibhausgase

Dennoch bleiben dann noch immer die Treibhausgase, die die Flugzeuge bei der Kerosin-Verbrennung ausstoßen. Alternative Antriebe wie biobasierter Kraftstoffen, Elektroantriebe oder Brennstoffzellen als Schublieferanten sind immer noch Zukunftsmusik.

Passend zum Thema:

So extrem sind Flugzeug-Tests

Hier hebt das größte Flugzeug der Welt zum ersten Mal ab

Advertisement
Hidden Weather Icon Masks
Hidden Weather Icon Symbols