Feuerfisch bedroht Zyperns Fischerei | Weather.com
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Invasiver Feuerfisch bedroht Fischerei – und wird zur Delikatesse

Feuerfische verdrängen lokale Arten vor Zypern. Fischer setzen nun auf Verwertung statt Verzweiflung.

A lionfish is seen on a fishing boat off the coast of Larnaca, Cyprus, in the eastern Mediterranean, early Saturday, Dec. 20, 2025. (AP Photo/Petros Karadjias)
Ein Feuerfisch, der von zyprischen Fischern gefangen wurde
(AP Photo/Petros Karadjias)

Was bedroht die Fischerei vor Zypern?

Der Feuerfisch wird zur ernsten Bedrohung für Zyperns Fischer. Einst fing der erfahrene Küstenfischer Photis Gaitanos vor allem Goldbrassen, Rotbarben oder Wolfsbarsche – heute gehen ihm immer häufiger invasive Feuerfische ins Netz. Sie haben sich vom Roten Meer aus über den Suezkanal im sich erwärmenden Mittelmeer ausgebreitet.

Warum ist der Feuerfisch gefährlich?

Mit ihren giftigen Flossenstrahlen und aggressivem Jagdverhalten verdrängen Feuerfische die einheimischen Arten. Besonders bitter für Fischer: Beliebte Speisefische wie die Rotbarbe sind fast verschwunden. Auch der Hasenkopf-Kugelfisch, eine weitere invasive Art, macht Probleme – er kann mit seinen kräftigen Zähnen sogar Fischernetze zerstören.

Wie reagieren die Fischer und Behörden?

Gaitanos und andere Fischer schlagen Alarm. Ihr Einkommen sei seit dem Auftreten dieser Arten deutlich zurückgegangen, berichtet der 60-Jährige. Die Fischereizunft hat sich an die EU gewandt – und erste Programme wurden aufgesetzt. Für jedes Kilo Hasenkopf-Kugelfisch zahlt die EU rund 4,70 Euro, um die Population zu reduzieren. Auch Tauchmissionen zum Einsammeln der Tiere wurden gestartet.

Kann man Feuerfische essen?

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Ja – und genau darin liegt eine neue Chance. Während Kugelfische nicht zum Verzehr geeignet sind, wird der Feuerfisch zunehmend als Delikatesse entdeckt. Nach Entfernung der Giftstacheln ist sein Fleisch locker, zart und günstig, wie Gastronomen berichten. Der Preis liegt deutlich unter dem von Wolfsbarsch oder Goldbrasse.

Was ist die Idee hinter #TasteTheOcean?

Die EU wirbt mit der Kampagne #TasteTheOcean für den Verzehr invasiver Arten wie dem Feuerfisch. Auch Spitzenköche beteiligen sich: Zyprische Köche entwickeln neue Rezepte, um den Feuerfisch als nachhaltige Alternative zu etablieren. EU-Kommissar Costas Kadis sieht darin eine Chance, Umweltschutz und Wirtschaft zu verbinden.

Kann das wirklich helfen?

Feuerfische auf die Teller zu bringen, soll den ökologischen Druck senken und den Fischern neue Einnahmequellen ermöglichen. Noch ist der Bekanntheitsgrad gering – aber das Interesse wächst. Wenn sich der kulinarische Trend durchsetzt, könnte der Feind aus dem Meer zum neuen Hoffnungsträger der Branche werden.

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