Archiv für Gletschereis in Antarktis eröffnet | Weather.com
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Alpengletscher-Eis für die Nachwelt: Archiv am Südpol eröffnet

Gletschereis aus den Alpen lagert nun in der Antarktis. Forscher warnen vor Verlust durch den Klimawandel.

Auf Gletschern bedeuten Spalten eine besondere Gefahr (Symbolbild) (Sabine Dobel/dpa)
Zur Rettung Gletschereis aus aller Welt ist nun ein Archiv am Südpol eröffnet worden, das für die Wissenschaft und Nachwelt auch Eiskerne aus den Alpen aufbewahrt (Symbolbild)
(Sabine Dobel/dpa)

Was wird in der Antarktis archiviert?

Gletschereis-Archiv in Antarktis gestartet: In der Antarktis ist ein internationales Projekt zur Rettung von Gletschereis angelaufen. Ein Forscherteam hat das erste Schutz-Archiv eröffnet, in dem wertvolle Eiskerne dauerhaft gelagert werden sollen. Das Eis stammt aus bedrohten Gletschern und soll für künftige Generationen gesichert werden.

Woher stammt das erste eingelagerte Eis?

Als erstes wurden zwei Eiskerne aus den Alpen in die Antarktis gebracht – einer vom Mont Blanc, der andere vom Grand Combin. Sie lagern nun in einer 35 Meter langen, 5 Meter hohen und 5 Meter breiten Höhle, die bei der französisch-italienischen Forschungsstation Concordia metertief in den Schnee gegraben wurde. In der Eiskammer herrschen konstant minus 51 Grad Celsius.

Was ist das Ziel des Projekts?

Das internationale Vorhaben mit dem Namen Ice Memory möchte innerhalb von 20 Jahren Proben von 20 verschiedenen Gletschern sichern. Weitere Eiskerne aus dem Pamir, dem Kaukasus und den Anden sollen folgen. Eine Sprecherin des Projekts sagte: „Einige Eiskerne seien bereits entnommen worden, befänden sich aber noch in Kühlschränken oder würden untersucht.“

Warum ist Gletschereis für die Forschung wichtig?

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Die Wissenschaftler bezeichnen die Eiskerne als „Zeitkapseln“, die Informationen über die Atmosphäre der Vergangenheit enthalten. Das Eis speichere Daten über Temperatur, Luftzusammensetzung und Umweltbedingungen über Jahrtausende hinweg.

Was bedroht die Gletscher weltweit?

Der Klimawandel setzt Gletschern weltweit stark zu. Der Welt-Gletscher-Beobachtungsdienst (WGMS) der Universität Zürich teilte mit, dass seit 1976 rund 9.200 Gigatonnen Gletschereis verloren gegangen sind. Das entspreche einem Eisblock von 25 Metern Dicke und der Fläche Deutschlands.

Wie aufwendig ist der Transport in die Antarktis?

Der Transport des Gletschereises in die Antarktis ist technisch aufwendig. Die erste Fuhre mit 1,7 Tonnen Eis verließ bereits im Oktober Europa und wurde zunächst auf einem Schiff bei minus 20 Grad Celsius gelagert. Anschließend erfolgte der Weitertransport per Spezialflugzeug. Dabei musste sichergestellt werden, dass die Eiskerne auf dem gesamten Weg nicht auftauen.

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