EU verbietet Vernichtung neuer Kleidung und Schuhe | Weather.com
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EU verbietet Firmen Vernichtung unverkaufter Kleidung

Millionen nicht verkaufte T-Shirts, Hosen und Schuhe landen in der EU jährlich im Müll - mit Folgen für Umwelt und Klima. Die EU schiebt dem nun einen Riegel vor.

ARCHIV - 22.10.2025, Berlin: Mit weggeworfener Kleidung demonstriert die Umweltschutzorganisation Greenpeace vor dem Brandenburger Tor gegen den Fast-Fashion-Trend. Die Umweltschützer setzen sich für ein Anti-Fast-Fashion-Gesetz ein. (zu dpa: «EU verbietet Firmen Vernichtung unverkaufter Kleidung») Foto: Jens Kalaene/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Mit weggeworfener Kleidung demonstriert die Umweltschutzorganisation Greenpeace vor dem Brandenburger Tor gegen den Fast-Fashion-Trend (Archivfoto)
( Jens Kalaene/dpa)

Was genau verbietet die EU bei Modeunternehmen?

Große Unternehmen dürfen neue, unverkaufte Kleidung und Schuhe künftig nicht mehr einfach vernichten. Das teilte die EU-Kommission mit. Ziel der neuen Regelung ist es, die massive Verschwendung von Textilien einzudämmen.

Ab wann gelten die neuen Regeln?

Für große Mode-Unternehmen treten die Vorgaben am 19. Juli in Kraft. Mittlere Unternehmen müssen sich ab dem Jahr 2030 an die Regelungen halten. Kleine Unternehmen sind von dem Verbot ausgenommen.

Welche Ausnahmen sieht das EU-Verbot vor?

Die Vernichtung bleibt in bestimmten Fällen erlaubt. Dazu zählen etwa beschädigte oder sicherheitsrelevante Waren, die nicht weiterverkauft oder wiederverwendet werden können.

Welche Transparenzpflichten kommen auf Unternehmen zu?

Unternehmen müssen offenlegen, wie viele unverkaufte Konsumgüter sie entsorgen. Große Firmen sind bereits jetzt zur Offenlegung verpflichtet. Für mittlere Unternehmen gilt diese Transparenzpflicht ebenfalls ab 2030.

Warum greift die EU bei Kleidung und Schuhen ein?

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Die EU will Abfall reduzieren und Umweltschäden verringern. Unternehmen sollen ihre Lagerbestände effizienter verwalten, Rücksendungen besser handhaben und Alternativen zur Vernichtung prüfen. Dazu zählen Weiterverkauf, Wiederaufarbeitung, Spenden oder Wiederverwendung.

Welche Auswirkungen hat die Kleidervernichtung auf Umwelt und Klima?

Jährlich werden in Europa 4 bis 9 Prozent unverkaufter Textilien zerstört. Nach Angaben der EU-Kommission entstehen dadurch rund 5,6 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Diese Menge entspricht nahezu den gesamten Nettoemissionen Schwedens im Jahr 2021.

Wie groß ist das Problem in Deutschland?

Allein im deutschen Onlinehandel werden jedes Jahr fast 20 Millionen zurückgesandte Artikel entsorgt. Die neue EU-Regelung soll auch diesen Bereich nachhaltiger gestalten und wirtschaftlichen Anreiz gegen Verschwendung setzen.

Was erhofft sich die EU von den neuen Vorgaben?

Die Regeln sollen nachhaltige Geschäftsmodelle stärken und fairen Wettbewerb schaffen. Unternehmen, die bereits umweltfreundlich wirtschaften, sollen nicht länger benachteiligt werden, während andere ihre Lagerbestände vernichten.

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