Asbest im Spielsand: Niederlande prüfen Verbot | Weather.com
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Eltern besorgt: Asbest im Spielsand

Spielen im Sandkasten macht Spaß. Doch der Sand aus China birgt Gefahren. Erst wurde in Australien Asbest gefunden. Und nun in den Niederlanden.

06.02.2026, Belgien, Antwerpen: SYMBOLBILD - Die Illustration zeigt Spielsand für Kinder. In Belgien verkaufter Spielsand könnte mit Asbest kontaminiert sein, auch wenn noch keine Fälle bestätigt wurden, warnten die Minister für Verbraucherschutz und Wirtschaft. (zu dpa: «Asbest in Spielsand? Belgien ergreift Vorsichtsmaßnahmen») Foto: Jonas Roosens/Belga/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Illustration zeigt Spielsand für Kinder (Symbolbild)
(Jonas Roosens/Belga/dpa)

Asbest im Spielsand: Niederländische Labore haben in Spielsand Spuren von Asbest entdeckt. In mindestens 25 Proben seien Fasern des gefährlichen Stoffes nachgewiesen worden, berichten niederländische Medien. Der Sand kommt aus China und ist in Spielzeugläden zu kaufen. Die zuständige Aufsichtsbehörde für Lebensmittel und Waren hat eine umfassende Untersuchung gestartet und will erst nach Vorliegen der Ergebnisse über ein mögliches Verkaufsverbot entscheiden.

Was passiert jetzt in den Niederlanden nach dem Asbestfund?

Die Behörde lässt derzeit rund 90 Proben verschiedener Produkte analysieren. Ein Sprecher sagte: „Wir tun das so schnell wie möglich.“ Ergebnisse werden in etwa zwei Wochen erwartet. Bis dahin bleibt offen, welche Produkte tatsächlich belastet sind und wie die Risiken bewertet werden. Gleichzeitig steigen die Sorgen vieler Eltern, Kitas geben an, dass sie den Spielsand vorsorglich aus dem Verkehr gezogen haben.

Warum ist Asbest im Spielsand überhaupt ein internationales Thema?

Berichte über Asbestfunde im Spielsand gab es Ende 2025 in Australien und Neuseeland – ebenfalls bei Sand aus China. Daraufhin ließ die niederländische Tageszeitung AD Proben in Laboren untersuchen und veröffentlichte eine Übersicht der Asbestfunde. Es geht um Sand für Spieltische und zum Basteln, aber auch um den sogenannten kinetischen Sand, der auch als magischer Sand bekannt ist. Wie groß die Gesundheitsrisiken für Kinder sind, ist bislang unklar.

Asbest im Spielsand: Warum wurden in Australien Schulen geschlossen?

In Australien und Neuseeland entfernten zahlreiche Schulen und Kitas farbigen Spielsand vorsorglich aus ihren Einrichtungen. Vor allem in Australiens Hauptstadtterritorium (ACT) blieben zeitweise mehr als 70 Schulen geschlossen, um mögliche Belastungen zu prüfen und zu reinigen. Der Sand wird dort unter anderem im Unterricht und in der sensorischen Förderung eingesetzt. Die Schließungen waren eine Vorsichtsmaßnahme, um eine weitere Nutzung sofort zu stoppen und Räume zu säubern.

Welche Produkte waren in Australien und Neuseeland betroffen?

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Die Rückrufe betrafen mehrere Produkte, darunter bunte „Magic Sand“-Sets, die zwischen 2020 und 2025 verkauft wurden. Labortests der australischen Wettbewerbs- und Verbraucherbehörde ACCC wiesen Chrysotil- und Tremolit-Asbest nach. In Neuseeland wurden Sand-Produkte ebenfalls getestet – und auch dort wurden Asbestspuren entdeckt, wie Radio New Zealand berichtete.

Wie bewerten Behörden und Experten das Risiko für Kinder?

Inhalierbarer Asbest wurde zwar nicht festgestellt, die Behörden warnten dennoch vor Asbestfasern, die in die Atemwege gelangen könnten. Experten betonten, dass das Risiko für Erkrankungen nach einmaligem oder kurzzeitigem Kontakt sehr gering sei. Trotzdem gilt als Vorsicht: Produkte entsorgen, betroffene Materialien entfernen und Räume gründlich reinigen.

Wie reagierte der Handel in Australien – und warum ist das für Europa relevant?

Die ACCC kündigte am vergangenen Mittwoch einen landesweiten Rückruf für Produkte der Firma Educational Colours an. Kmart und Target veranlassten am Samstag freiwillig weitere Rückrufe für Sandspielsets, nachdem Tests positiv ausgefallen waren. Die schnellen Rückrufe zeigen, wie sensibel Behörden reagieren, sobald Asbest im Spielsand auch nur in Spuren nachgewiesen wird – ein Maßstab, an dem sich jetzt auch die Debatte in Europa orientiert.

Was ist Asbest und warum löst er sofort Alarm aus?

Asbest ist die Sammelbezeichnung für natürlich vorkommende, faserartige silikatische Minerale. Er wurde über Jahrzehnte beim Bauen verwendet, kann aber verschiedene Krebsarten auslösen. In Australien gilt seit Ende 2003 ein vollständiges Verbot für Herstellung, Verkauf, Verwendung und Import aller Asbestarten. In Deutschland sind Herstellung und Verwendung schon seit 1993 untersagt. Genau deshalb ist Asbest im Spielsand so brisant: Kinderprodukte gelten als besonders sensibel, und schon ein Verdacht kann harte Vorsichtsmaßnahmen auslösen.

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