Tor zur Hölle erlischt langsam: Feuerkrater verliert an Kraft | Weather.com
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Tor zur Hölle erlischt langsam: Feuerkrater verliert an Kraft

Der berühmte brennende Krater in der Karakum-Wüste wird schwächer. Neue Auswertungen zeigen, dass die Flammen an Kraft verlieren.

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Mitten in der Karakum-Wüste brennt seit Jahrzehnten ein gigantischer Gaskrater – das „Tor zur Hölle“ von Turkmenistan. Neue Auswertungen zeigen: Die Flammen werden deutlich schwächer. Was hinter dem Naturphänomen steckt, warum es als Klimaproblem gilt und weshalb die Regierung es eigentlich schließen will.

Ein Feuerkrater mitten in der Wüste

Der Gaskrater von Derweze, der auch als das „Tor zu Hölle“ bekannt ist, liegt abgelegen in der Karakum-Wüste. Der Krater ist ungefähr so groß wie ein Fußballfeld. Sein Boden ist von einem Netz aus Spalten und Öffnungen durchzogen, aus denen seit Jahrzehnten Flammen schlagen. Nach gängiger Überlieferung entstand die Kaverne, als sowjetische Geologen in den 1960er- oder 1970er-Jahren bei Bohrungen auf ein großes Erdgasfeld trafen und der Untergrund einbrach. Um austretende, giftige Gase zu verbrennen, wurde damals das Gas entzündet – eine Maßnahme, die nur wenige Wochen wirken sollte, aus der aber ein dauerhaftes Feuer wurde.

Spektakuläres Naturphänomen – schwer zugänglich

Trotz der abgelegenen Lage ist das „Tor zur Hölle“ zu einem Magneten für Abenteuerreisende geworden. Von der Hauptstadt Aschgabat aus sind Besucher mehrere Stunden durch die Karakum-Wüste unterwegs, um an den Rand des Kraters zu gelangen. Dort können sie aus wenigen Metern Entfernung in den brennenden Schlund blicken und den Hitzeschwall der Flammen spüren. In klaren Nächten leuchtet der Gaskrater weithin über die karge Landschaft und wirkt wie ein offener Vulkan im flachen Wüstenboden.

Das Feuer wird schwächer

Neue Auswertungen deuten Berichten zufolge darauf hin, dass die Intensität der Flammen deutlich nachlässt. Demnach ist die Wärmestrahlung des Kraters in den vergangenen drei Jahren um mehr als 75 Prozent gesunken.

Warum Turkmenistan das „Tor zur Hölle“ schließen will

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Turkmenistan zählt zu den bedeutenden Erdgasproduzenten und gehört laut Internationaler Energieagentur bereits zu den Ländern mit besonders hohen Methanemissionen. Der Krater von Derweze trägt zwar nur einen kleinen Anteil zum Methanausstoß bei, ist aber ein sichtbares Symbol für die unkontrollierte Freisetzung von Treibhausgasen. Offiziell verweist die Regierung seit Jahren auf Umwelt- und Gesundheitsrisiken und hat angekündigt, das Feuer löschen zu wollen.

Die turkmenische Regierung nennt Berichten zufolge zwei nahe gelegene Gasbohrungen aus dem Jahr 2024 als Grund dafür, dass die Flammen schwächer geworden seien: Ein Teil des Erdgases werde dem Untergrund kontrolliert entnommen, statt unkontrolliert in den Krater zu strömen. Unabhängige Analysen deuten allerdings darauf hin, dass der Rückgang der Flammen bereits vor diesen Bohrungen eingesetzt haben könnte. Ob natürliche Prozesse im Untergrund den Gasfluss verändern oder technische Eingriffe ausschlaggebend sind, ist bislang offen.

Naturwunder oder Klimasünder?

Aus Klimasicht ist der Feuerkrater ein zwiespältiges Phänomen. Das austretende Methan gehört zu den wirksamsten Treibhausgasen, das deutlich klimaschädlicher ist als Kohlendioxid (CO2). Durch die Flammen im Krater wird ein Teil des Methans in CO2 umgewandelt – das reduziert die Klimawirkung im Vergleich zu einem ungebrannten Methan-Leck, löst das Problem aber nicht. Selbst wenn die sichtbaren Flammen schwächer werden, können die Treibhausgasemissionen hoch bleiben, solange weiterhin Gas entweicht.

Wie lange das „Tor zur Hölle“ noch brennt

Ob der Krater von Derweze eines Tages vollständig erlischt, ist unklar. Methan ist hochentzündlich, und solange Gas aus dem Untergrund nachströmt, kann es immer wieder zu neuen Flammen kommen. Klar ist jedoch: Das „Tor zur Hölle“ steht an einem Wendepunkt. Während das Feuer offenbar an Kraft verliert, bleibt der Krater ein eindrucksvolles, aber problematisches Naturphänomen – zwischen Touristenattraktion, technischer Altlast und sichtbarem Symbol für die Herausforderungen der weltweiten Methanemissionen.

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