Bayern verzeichnet Rekord-Trockenheit – mit Folgen | Weather.com
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Bayern verzeichnet Rekord-Trockenheit – mit Folgen

Seit 1881 war in Bayern kein Frühjahr so trocken wie das gerade zu Ende gegangene. Vielerorts konnten sich die Menschen über Badewetter freuen. Doch der Wassermangel führt jetzt schon zu Problemen.

02.06.2026, Bayern, Seebruck: Badegäste stehen auf einem Steg am Chiemsee. Der Chiemsee führt derzeit so wenig Wasser wie selten um diese Jahreszeit. Seit mindestens 140 Jahren ist in Bayern im Frühjahr nicht mehr so wenig Niederschlag gefallen wie in diesem Jahr. (Sven Hoppe/dpa)
02.06.2026, Bayern, Seebruck: Badegäste stehen auf einem Steg am Chiemsee. Der Chiemsee führt derzeit so wenig Wasser wie selten um diese Jahreszeit. Seit mindestens 140 Jahren ist in Bayern im Frühjahr nicht mehr so wenig Niederschlag gefallen wie in diesem Jahr.
(Sven Hoppe/dpa)

Nur etwa 104 Liter Niederschlag pro Quadratmeter in drei Monaten – das Frühjahr in Bayern war laut Deutschem Wetterdienst (DWD) im Schnitt so trocken wie kein anderes seit Aufzeichnungsbeginn vor mehr als 140 Jahren. Deutlich mehr Sonnenstunden als üblich bescherten vielen Ausflüglern und Urlaubern vor allem Ende Mai bestes Badewetter. Doch viele Menschen im Freistaat sehnen mehr Regen herbei – aus unterschiedlichsten Gründen.

"Extremjahr" – Bauern bangen um Ernten

Schon Anfang Mai hatten Bayerns Landwirte und Gemüseanbauer Regen herbeigesehnt – inzwischen hat sich die Lage noch verschärft. "Das Jahr 2026 entwickelt sich erneut zu einem Extremjahr für die bayerischen Ackerbauern", sagte eine Sprecherin des Bauernverbandes. "Viele Landwirte mussten ihre Ernteerwartungen bereits deutlich nach unten korrigieren." Für im Frühjahr gesäte Pflanzen wie Mais, Zuckerrüben und Braugerste sei die Lage besonders schwierig. Ihre Wurzelsysteme seien "noch nicht ausreichend entwickelt".

Auch die fränkischen Winzer sehnen inzwischen mehr Regen herbei: Denn am größten ist der Wasserbedarf bei ihnen rund um die Rebblüte, die inzwischen begonnen hat.

Aufrufe zum Wassersparen

Vor allem Gemeinden, die auf einzelne Trinkwasserquellen angewiesen sind, bekommen die Folgen der Trockenheit schon direkt zum Sommerbeginn zu spüren. In Bad Hindelang im Oberallgäu rief die Gemeinde schon Ende Mai die Bewohner dazu auf, "Wasser sparsamer zu verwenden". Wegen der andauernden Trockenheit habe die Gemeinde auch mehrere öffentliche Brunnen in dem beliebten Urlaubsort stillgelegt – damit der Friedhof weiter mit Wasser versorgt werden kann. Engpässe bei der Versorgung mit Trinkwasser gebe es in Bayern derzeit nicht, teilte das bayerische Umweltministerium mit. "Wir sollten wegen der Hitze und Trockenheit vorsorglich mit Wasser sparsam umgehen", warnte aber auch Minister Thorsten Glauber (Freie Wähler).

Wenig Wasser in Flüssen und Seen - Folgen für Touristen

Schon im Winterhalbjahr fielen laut bayerischem Landesamt für Umwelt zu wenig Regen und Schnee. Das trockene Frühjahr tat ein Übriges, sodass an vielen Messstellen an Flüssen und Seen zuletzt Niedrigwasser herrschte. Die Wasserstände am Starnberger See, Chiemsee und Tegernsee wurden Anfang Juni allesamt mit sehr niedrig angegeben.

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Das hat auch Auswirkungen auf Ausflügler und Touristen. Die Schiffe auf dem Chiemsee fahren zum Beispiel Anleger Seebruck nicht mehr an – weil der Wasserstand zu niedrig ist. Auch Bootsverleiher wie Manfred Eckerl klagen über zu wenig Wasser: Der Einstieg vom Steg werde wegen des Höhenunterschieds zum Boot problematisch.

"Das Rauf- und Runterklettern ist schon schwer. Man braucht eigentlich eine Leiter", sagte Eckerl dem Bayerischen Rundfunk. Kleinere Bootsverleiher könnten wegen des Niedrigwassers gar nicht mehr rausfahren, auch weil sie sich das Ausbaggern ihrer Häfen nicht leisten können. Das gefährde Existenzen.

Kampf gegen Waldbrände

Schon im April war das Risiko von Waldbränden in Bayern wegen der Trockenheit so groß, dass an mehreren Orten vorsorglich aus Flugzeugen nach Flammen und Glutnestern Ausschau gehalten wurde. Immer wieder brachen auf kleineren Flächen Brände aus – und am Saurüsselkopf kämpften Hunderte Einsatzkräfte über viele Tage gegen ein Feuer, bei dem es sich laut Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) um einen der größten Waldbrände der vergangenen Jahrzehnte handelte. Die jüngsten Niederschläge am Wochenende brachten in diesem Bereich dringend benötigte Entspannung.

Waldbesitzer fürchten Borkenkäfer-Wetter

Eigentlich waren die bayerischen Staatsforsten im April noch davon ausgegangen, dass die Bäume in ihren Wäldern so gut gegen Buchdrucker und Kupferstecher gewappnet sind wie seit Jahren nicht. Doch Anfang Mai schwärmten die Schädlinge bei trockenem Wetter und milden Temperaturen wieder aus – und je weniger Wasser den Bäumen zur Verfügung steht, desto anfälliger sind sie für den Borkenkäfer, der in den vergangenen Jahren zum Teil verheerende Schäden in den Wäldern angerichtet hat.

Der bayerische Bauernverband warnte schon Anfang Mai, dass vielerorts leere Bodenwasserspeicher vor allem Fichten bereits stark zusetzten – die Bäume könnten einen Befall dadurch nur bedingt abwehren: "Damit unterscheidet sich die Lage grundlegend vom Vorjahr."

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