Frühling oder Winter? Bauernregel Matthias verrät es | Weather.com
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Bauernregel: Warum der 24. Februar für den Winter so entscheidend ist

Matthias-Tag sorgt für Spannung beim Wetter. Alte Bauernregeln warnen vor trügerischer Milde und spätem Frost.

Ist es an St. Matthias kalt, hat die Kälte noch lang Gewalt: Am 24. Februar ist Matthias-Tag, dem der Volksmund eine wichtige Wettervorhersage zuschreibt.
(dpa)

„Matthias brichts Eis, hat er koans, macht er oans.“ Am 24. Februar ist Matthias-Tag – kaum ein anderes Datum steht so für die Unsicherheit zwischen Winter und Frühling. Seit Jahrhunderten beobachten Menschen an diesem Tag besonders genau, ob Frost und Eis verschwinden – oder ob der Winter noch einmal zurückschlägt.

In der bäuerlichen Tradition galt der Matthias-Tag als sogenannter Lostag: Ein fester Kalendertag, dessen Wetter als Hinweis für die kommenden Wochen gedeutet wurde. Gerade im Spätwinter war diese Orientierung für die Landwirtschaft wichtig, weil milde Phasen und Kälterückfälle oft dicht beieinanderlagen.

Warum ist der 24. Februar so besonders?

Der Matthias-Tag lag für Bauern an einer heiklen Schwelle im Jahreslauf. Wer den Winter zu früh für beendet erklärte, riskierte Schäden im Garten oder auf dem Feld. Deshalb wurde das Wetter an diesem Tag aufmerksam beobachtet – nicht als Vorhersage, sondern als Warnsignal.

Wer war Matthias – und warum trägt der Tag seinen Namen?

Der 24. Februar ist dem Apostel Matthias gewidmet. Er rückte nach dem Tod von Verräter Judas als Zwölfter in den Kreis der Apostel nach. Für die Bauern war weniger die Person entscheidend, als das feste Datum, das sich als verlässliche Zeitmarke eignete.

Warum tauchen Heilige so oft in Bauernregeln auf?

Viele Bauernregeln nutzten Heiligennamen und kirchliche Feiertage als Kalenderhilfe – etwa Lichtmess am 2. Februar als frühe Wintermarke sowie den Matthias-Tag am 24. Februar oder Walburga am 25. Februar. So ließen sich Wettererfahrungen über Generationen hinweg vergleichen.

Was sagt die bekannte Bauernregel aus?

Die Regel „Der Matthias bricht’s Eis, find’t er keins, dann macht er eins“ beschreibt eine typische Übergangslage. Entweder endet der Winter spürbar – oder er kehrt noch einmal zurück. Sozusagen eine Warnung vor warnen vor falschem Optimismus, ein Mahnung zur Zurückhaltung. Diese wurde auch mit folgenden Sprüchen ausgedrückt:

  • War es an Matthias kalt, auch der Frost noch lang anhalt.
  • Ist es an St. Matthias kalt, hat die Kälte noch lang Gewalt.
  • Wenn neues Eis Matthias bringt, so friert es noch 14 Tage; wenn noch so schön die Lerche singt – die Nacht bringt neue Plage.

Was bedeutete das für Garten und Landwirtschaft?

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Der Matthias-Tag war kein Startsignal, sondern ein Bremspunkt. Erst wenn sich das Wetter auch nach diesem Datum stabil zeigte, galten weitere Schritte als vertretbar.

Was steckt aus heutiger Sicht dahinter?

Ende Februar ist meteorologisch eine klassische Übergangsphase zwischen Winter und Frühling. In dieser Zeit liegt Mitteleuropa häufig im Einfluss wechselnder Luftmassen. Kalte, trockene Luft aus dem Osten oder Nordosten kann sich laut dem Deutschen Wetterdienst rasch mit milderen, feuchteren Luftströmungen vom Atlantik abwechseln.

Diese Gegensätze sind verantwortlich dafür, dass das Wetter besonders wechselhaft ist. Nach milden Tagen mit Plusgraden können die Temperaturen nachts schnell wieder unter den Gefrierpunkt fallen. Auch Schnee- oder Frostphasen sind selbst nach frühlingshaften Abschnitten weiterhin möglich. Genau solche kurzfristigen Umschwünge prägten über Jahrhunderte die Erfahrung der Landwirtschaft.

Bauernregel im Februar warnen vor vorschnellem Optimismus

Hinzu kommt, dass die Sonneneinstrahlung zwar bereits zunimmt, der Boden sich aber vielerorts noch nicht ausreichend erwärmt hat. Dadurch kühlt die Luft in klaren Nächten rasch aus, was das Risiko von Bodenfrost erhöht. Aus heutiger Sicht erklären diese typischen Wettermechanismen, warum Bauernregeln für den Zeitraum Ende Februar so oft vor vorschnellem Optimismus warnen. Spätwinterliche Kälterückfälle sind deshalb auch heute noch kein Ausnahmefall, sondern Teil eines bekannten klimatischen Musters – selbst wenn der Frühling bereits erste Anzeichen zeigt.

Sonst muss es Walburga richten

Am folgenden Tag, dem 25. Februar, könnte Rettung nahen. Denn laut dem Volksmund ist dies der Tag der heiligen Walburga. Sie war keine Wetterheilige, sondern eine angelsächsische Missionarin und Äbtissin im 8. Jahrhundert und wurde wegen ihr zugeschriebener Heilungen verehrt. Auch ihr Ehrentag ist mit einer Bauernregel verbunden:

  • "Sankt Burgel geht dem Winter an die Gurgel."

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